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Kommunale Grünräume ökologisch gestalten – Seminar für Entscheider

Straßenränder werden meist mehrfach im Jahr gemulcht, Aufträge untervergeben an Betriebe mit starken Maschinen und hoher Flächenleistung. Das zerkleinerte Pflanzenmaterial bleibt zumeist als dicke Mulchauflage liegen, bedeckt den Boden und hindert die letzten verbliebenen Samen von Wildblumen am Keimen oder die Keimlinge daran, „das Licht der Welt zu erblicken“. Öffentliche Grünflächen werden teils wie Golfrasen kurzgehalten, um die Pflege zu vereinfachen. Wissen über naturschutzfachlich sinnvolle Mähzeitpunkte existiert zumeist nicht oder die Umsetzung ist technisch, logistisch wie personell nicht umsetzbar. Vielfach wird auf Druck aus der Bevölkerung die Anzahl der Mulchdurchgänge sogar noch erhöht, damit alles „akkurat“ aussieht. Auf diese Weise verarmen oder verschwinden viele wichtige Habitate in ländlichen Kommunen. Die Folgen auch dieser Nutzungsintensität ist, dass der Rückgangtypischer Pflanzen, Insekten und anderen Lebewesen in solchen Strukturen vorangetrieben wird. Dabei ist hier im öffentlichen Grün doch so viel Potenzial vorhanden (das Autobahn-Begleitgrün, Gewerbegebiete und Bauerwartungsland noch gar nicht gezählt).

Können Argumente wie „pflegeleicht“ und „kostengünstig“ zugunsten der Artenvielfalt zurücktreten? Und ist ein häufiges standardisiertes Mulchen tatsächlich in jedem Fall kostengünstiger?

Marcus Polaschegg von der LWK, Bezirksstelle Nienburg, zeigt kritisch auf, welche Notwendigkeiten aber auch Möglichkeiten Landwirte und Kommunen haben, kooperativ und nebeneinander Grünflächen und Wegeseitenränder insektenfreundlich anzulegen, zu pflegen und sogar wertvolles Grünland miteinander zu vernetzen. Es gibt erste Landwirte und Landschaftsgärtner, die ihren Maschinenpark und ihre Abläufe auf schonende Techniken umstellen. Sie müssen sich (noch) anhören, dass sie altmodisch, rückständig und nicht wirtschaftlich arbeiten. Doch es reicht eben nicht aus, wenn Landwirte auf Ihren Flächen Blühstreifen, Blühflächen und Blumenwiesen anlegen. Auf allen Flächen, die Potenziale zur Förderung der Artenvielfalt haben, muss eine nachhaltige Pflege etabliert werden - durch schonende Mähverfahren, Abtransport und vor allem nachhaltige Nutzung von Mahdgut. Oder sollen auf allen diesen Flächen zukünftig Schafe, Rinder und Pferde weiden?

Das Seminar zeigt Lösungsansätze und vermittelt folgende Inhalte:

  • Bedeutung von Wiesen, Wegrainen und Biotopverbunde für die Insektenwelt
  • Kommunen und Landwirtschaft - Erhöhung der Biodiversität? (Marcus Polaschegg)
  • Konzept ökologisches Grünmanagement (Gemeinde steht noch nicht fest)
  • Finanzierung, Projekte

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Ansprechpartner/in:
Erika Brunken
Leiterin Sachgebiet Niedersächsische Gartenakademie

Geschäftsbereich Gartenbau
Hogen Kamp 51
26160 Bad Zwischenahn-Rostrup

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Zentrale : 04403 9796-0
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