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Förster bei Schäden erste Ansprechpartner der Waldbesitzer

Folgen von Sturmtief „Friederike“: Bei Ortstermin betont Kammerdirektor Bedeutung der Forstexperten als Ratgeber und Organisatoren

Georgsmarienhütte – Insbesondere bei Sichtung und Beseitigung von Sturmschäden ist der Förster erster Ansprechpartner für den Waldbesitzer: Das wurde am Donnerstag (22. März) bei einem Treffen von Forstexperten der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und Waldbesitzern in der Nähe von Georgsmarienhütte (Kreis Osnabrück) deutlich. „Die Betreuung der Aufarbeitung, die Holzbereitstellung, die Holzabfuhr, die Kulturbegründung und die weiteren Arbeitsschritte sind sehr aufwendig und nur durch den Förster in neutraler Funktion vor Ort machbar“, betonte Kammerdirektor Hans-Joachim Harms.

„Ohne diese neutrale Funktion der Förster sind die Probleme bei einem Sturmereignis für die Waldbesitzer vor Ort nicht zu bewältigen“, bekräftigte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates und Waldbesitzer im Bereich Osnabrück. Bei dem Ortstermin in einem von Sturmtief „Friederike“ Mitte Januar stark in Mitleidenschaft gezogenen Waldgebiet tauschten sich Schirmbeck, Kammerdirektor Harms und Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Vorsitzender der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd, über die aktuellen Herausforderungen aus.

Sturm „Friederike“ hat im Bereich des Forstamts Weser-Ems am 18. Januar 2018 innerhalb weniger Stunden Bäume in einer Größenordnung von zusammen etwa 80.000 Festmeter umgeknickt oder umgerissen. Hauptsächlich betroffen sind flach wurzelnde Fichten, aber auch Kiefern und Laubholz. „Diese 80.000 Festmeter sind gut ein Viertel der Holzmenge, die im Bereich des Forstamtes Weser-Ems normalerweise innerhalb eines ganzen Jahres geschlagen wird“, berichtete Rudolf Alteheld, bei der LWK Leiter des Geschäftsbereichs Forstwirtschaft. „In den Südkreisrevieren, wie etwa hier in Georgsmarienhütte, liegt teilweise eine Jahreseinschlagsmenge und mehr – das sind 8.000 bis 10.000 Festmeter“, verdeutlichte Dr. Florian Stockmann, Leiter des Forstamts Weser-Ems, das Ausmaß der Sturmschäden.

Diese Schäden zu regulieren, ist für die Försterinnen und Förster des Forstamts Weser-Ems eine große organisatorische Herausforderung: Denn vielfach handelt es sich bei den vom Sturm verwüsteten Flächen um Kleinstprivatwald. „Es gibt zum Beispiel 12 bis 16 Meter breite, mehrere 100 Meter lange Waldbesitzflächen nebeneinander und zusätzlich noch Staatswaldflächen in den Privatwaldflächen ­– wenn ein Baum umfällt, liegt er unter Umständen auf zwei bis drei Grundstücken“, erläuterte Friedrich Gleissner, Bezirksförster für Georgsmarienhütte, die Situation.

Trotz der aktuell aufwändigen Organisation und des hohen Arbeitsaufwandes gibt es gute Nachrichten für die Betroffenen: „Ein Großteil der Sturmholzmengen ist im Bereich des Langholzes bis Jahresende vertraglich abgesichert – auch für die übrigen Sortimente gibt es Vertragssicherheit über die Vermarktungsorganisationen“, gab Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Vorsitzender der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd, bekannt. Vermarktet wird das Sturmholz über private Organisationen der Waldbesitzer. Der Holzkoordinator des Forstamts Weser-Ems unterstützt die Aufräumarbeiten, indem er die Holzbereitstellung organisiert.

Das Forstamt Weser-Ems der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit seinen zugeordneten Bezirksförstereien und der Geschäftsstelle in Oldenburg ist Ansprechpartner für rund 14.500  private und kommunale Waldbesitzer und Waldeigentümer und für die von diesen getragenen forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse im Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Weser-Ems, des Landkreises Diepholz sowie der Grafschaft Hoya. Die vom Forstamt betreute Waldfläche umfasst rund 110.000 Hektar. Zu den Hauptaufgaben des Forstamts Weser-Ems gehören unter anderem die Planung und Umsetzung waldbaulicher Maßnahmen, die Beratung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, Waldschutz, Waldkalkung und die Mithilfe bei forstlichen Fördermaßnahmen.

In Niedersachsen steht auf rund 1,1 Millionen Hektar Wald. Das sind gut 23,1 Prozent der Fläche des norddeutschen Bundeslandes. 56 Prozent der Waldfläche befindet sich in Privatbesitz. Landesweit gibt es gut 50.000 private Waldbesitzer, die zu den Kunden der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehören. Nach Angaben des Waldbesitzerverbands bewirtschaften bäuerliche Familien insgesamt 678.000 Hektar Wald in Niedersachsen.

Ausführlicher Bildtext zum Gruppenfoto: Forstexperten der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und Waldbesitzer machten sich am Donnerstag (22. März) in der Nähe von Georgsmarienhütte (Kreis Osnabrück) ein Bild von den durch Sturmtief „Friedrieke“ verursachten Schäden (von links): Dr. Florian Stockmann (Leiter des Forstamts Weser-Ems), Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Vorsitzender der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd, Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Rudolf Alteheld (Leiter LWK-Geschäftsbereich Forstwirtschaft), Kammerdirektor Hans-Joachim Harms, Andreas Wiemer (Holzkoordinator im Forstamt Weser-Ems), Friedrich Gleissner (Bezirksförster Georgsmarienhütte) und Hans-Joachim Ehrig (Leiter der Geschäftsstelle Oldenburg des Forstamts Weser-Ems).


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Stand: 23.03.2018