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Rapsblüte: Gelbe Pracht für vier Wochen

Schwierige Wetterbedingungen und niedrige Preise lassen Anbauzahlen nur leicht steigen

Oldenburg – Bald leuchten sie wieder, die Rapsfelder Niedersachsens. Während im Süden des Landes das Gelb immer kräftiger wird, beginnen die Blüten in der Küstenregion erst ganz langsam sich zu öffnen. In voller Blütenpracht werden die Rapsfelder dann für etwa vier Wochen das Landschaftsbild nachhaltig prägen, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Freitag (3. April).

Trotz der Augenweide und vieler pflanzenbaulicher Vorteile hat der Anbau der Ölfrucht in den zurückliegenden Jahren deutlich abgenommen: Standen im Jahr 2007 auf rund 150.000 Hektar (ha) in Niedersachsen blühende Rapspflanzen, so sind es zur Ernte 2020 voraussichtlich nur noch etwa 79.000 ha. Dies entspricht immerhin einem leichten Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019, befindet sich aber im langjährigen Vergleich immer noch auf einem geringen Niveau. 

Dieser nach 2018 erneut sehr geringe Anbauumfang hat mehrere Gründe. Zum einen sorgte auch 2019 die vielerorts noch herrschende Trockenheit zu schlechten Aussaat- und Auflaufbedingungen, so dass viele Landwirte ohne Aussicht auf die benötigte Feuchtigkeit zum Keimen der Pflanzen die Aussaat komplett unterließen.

Zum anderen machen höhere Produktionskosten, die auf den Wegfall bestimmter Pflanzenschutzmittel für die Saatgutbeizung zurückzuführen sind, den Rapsanbau für viele Landwirte uninteressant. Der Rapspreis an den Warenterminmärkten schwankt derzeit aufgrund der globalen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie sehr stark, von einer nachhaltigen Erholung der Preise kann nicht die Rede sein.

In diesem Jahr bleibt außerdem abzuwarten, ob die regional teils strengen Nachtfröste der zurückliegenden Wochen dem Raps so kurz vor Blühbeginn geschadet haben. Einzelne erste blühende Pflanzen sind aber schon zu sehen, und mit zunehmend milder Witterung werden es immer mehr werden.

Aus den leuchtendgelben Rapsblüten entwickeln sich nach der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten Schoten mit zwei Millimeter dicken, schwarzen Körnern. Deren Ölgehalt liegt je nach Rapssorte und Wachstumsbedingungen zwischen 43 und 46 Prozent. Daraus werden zum Beispiel Speiseöl, Margarine, aber auch biologisch abbaubare Schmier- und Treibstoffe wie Hydrauliköl oder Biodiesel hergestellt.
 


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Stand: 03.04.2020