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Starke Vermittlerin zwischen Gesellschaft und Praxisbetrieben

Kammerversammlung: Präsident Schwetje betont Bedeutung der Landwirtschaftskammer beim Artenschutz-Abkommen „Der Niedersächsische Weg“ – Ministerin: Landwirte brauchen Partner und Allianzen

Oldenburg – „Bei allen Veränderungen bleibt eines gleich: Das ist die Rolle unserer Landwirtschaftskammer als kompetente Mittlerin zwischen gesellschaftlichen Debatten, politischen Veränderungen und den Anforderungen und Bedürfnissen der Praxis in Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und Fischerei.“ Mit diesen Worten hat Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, am Donnerstag (26. November) vor der Kammerversammlung auf die große strategische Bedeutung der LWK für die gesamte Branche hingewiesen.

Die Kammerversammlung, das höchste Exekutivorgan der LWK, trat aus Gründen des Corona-Infektionsschutzes erstmals via Videokonferenz zusammen. Die insgesamt 166 Mitglieder stammen aus allen Teilen Niedersachsens und sind zu zwei Dritteln Unternehmer*innen und zu einem Drittel Arbeitnehmer*innen aus Landwirtschaft, Fischerei, Forst und Gartenbau.

Kammergesetz, Düngeverordnung, Dürre: Rückblick auf ablaufende Wahlperiode

Erstes Haushaltsdefizit der Geschichte, intensive Verhandlungen zum neuen Kammergesetz, Beratungsoffensive zur strengeren Düngeverordnung, Stürme, Hitze und Dürre – und nun die Corona-Pandemie: Zum Ende der laufenden Wahlperiode (2015 bis 2021) erinnerte Schwetje die Delegierten an die Herausforderungen der zurückliegenden sechs Jahre. „In dieser Zeit haben wir so manche schwierige Situation gemeinsam gut gemeistert“, hob der Kammerpräsident hervor.

Betriebe mit hohem Beratungsbedarf

Angesichts der aktuellen Marktturbulenzen seien die wirtschaftlichen Aussichten der niedersächsischen Betriebe eher ungewiss und der Beratungsbedarf entsprechend groß, ergänzte Schwetje. (Siehe dazu auch unsere Pressemitteilung zu den Ergebnissen des Wirtschaftsjahrs 2019/20.)

Landwirtschaftsministerin: Mehr Wertschätzung für wichtige Arbeit

„Es sollte selbstverständlich sein, dass Landwirtinnen und Landwirte von ihrer Hände Arbeit leben können – und die Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren, die sie verdienen“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, die der Kammerversammlung als Ehrengast zugeschaltet war. „Eines meiner Kernanliegen ist daher ein neuer Gesellschaftsvertrag: Er soll die Akzeptanz erhöhen – Landwirte brauchen Partner und Allianzen“, betonte die Ministerin in ihrem Statement.

Starke Mitwirkung am Niedersächsischen Weg

Ihrer Arbeitsweise, aus tiefgreifenden Veränderungen gut umsetzbare Handlungsempfehlungen für ihre Mitglieder zu entwickeln, werde die LWK auch beim Artenschutz-Abkommen „Der Niedersächsische Weg“ treu bleiben, versicherte der Kammerpräsident: „Mit dem ,Niedersächsischen Weg‘ haben wir von Anfang an an Gesetzen und Vereinbarungen mitgewirkt, die unseren Mitgliedern auf lange Sicht verlässliche Rahmenbedingungen für den Natur-, Arten- und Gewässerschutz bieten soll.“

Das Abkommen zwischen Landesregierung, Landwirtschaft und Naturschutzverbänden, das der Niedersächsische Landtag unlängst mittels mehrerer Gesetzesänderungen verabschiedet hat, sieht unter anderem einen rechtssicheren finanziellen Ausgleich für die Betriebe vor, die sich für den Artenschutz stark machen und dafür zum Beispiel auf Anbaufläche verzichten müssen.

Schwetje: „Wir setzen auf unsere Beratung, die unseren Kundinnen und Kunden dabei hilft, die für den jeweiligen Betrieb beste Lösung für mehr Artenschutz und für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu erarbeiten.“

Umweltminister: Kammer als verlässliche Partnerin

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies erinnerte die Delegierten daran, dass es SPD und CDU mit der Arbeit von Landwirtschaft und Umweltverbänden gelungen sei, den „Niedersächsischen Weg“ zu erarbeiten und als Gesetz einstimmig im Landtag zu verabschieden. „Das ist ein wichtiger Schritt für den Natur- und Artenschutz in Niedersachsen. Ein Beweis dafür ist, dass sich jetzt viele diesen Erfolg auch zu eigen machen. Damit ist erstmals ein gemeinsamer Erfolg von Landwirtschaft und Naturschutz gelungen“, so Lies, „und ein Gewinn für alle. Vor allem für die Natur.“

In dem langen und intensiv diskutierten Prozess sei die Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine verlässliche Partnerin und wichtig für den Erfolg gewesen, so Lies. Die Landwirtschaftskammer habe vor allem bei fachlichen Fragen tatkräftig unterstützt: Wenn es also zum Beispiel um Verordnungen zu Gewässerrandstreifen, Wiesenvogelschutz und Pflanzenschutzmitteln ging, war das Wissen der LWK entscheidend. „Darum bleibt sie für die Umsetzung der Maßnahmen weiterhin wichtig“, so der Umweltminister.

Beteiligung an zahlreichen Forschungsprojekten

Durch ihre Beteiligung an zahlreichen Forschungsprojekten zur zukunftssicheren Nutztierhaltung, zur Digitalisierung sowie für mehr Nachhaltigkeit gehöre die Landwirtschaftskammer zu den Treiberinnen des Fortschritts in der Branche, sagte Kammerdirektor Hans-Joachim Harms: Über das PraxisLabor Digitaler Ackerbau zum Beispiel sollten neue Möglichkeiten der Arbeitswirtschaft und der Arbeitstechnik aufgezeigt werden.

„Wir werden damit unseren Landwirt*innen und der Branche ein modernes Schulungskonzept und Schulungszentrum für den digitalen Ackerbau anbieten können“, blickte Harms optimistisch nach vorn.

Vizepräsident: Corona zeigt große Bedeutung der Arbeitnehmer*innen

Wie wichtig Arbeitnehmer*innen in Landwirtschaft und Gartenbau seien, habe dieses Jahr die Corona-Pandemie gezeigt, als in Frühjahr und Sommer Saisonkräfte fehlten, berichtete Kammer-Vizepräsident Heinrich Grupe: „So wie Ärzte und Pflegekräfte unverzichtbare und systemrelevante Arbeit im Krankenhaus leisten, so übernehmen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtige Funktionen im Bereich der Landwirtschaft.“

Diese gewachsene Wertschätzung sollte nach Grupes Überzeugung auch dann zum Tragen kommen, wenn es in Zukunft um die Neugestaltung der Altersvorsorge für die Landwirtschaft gehe.

Neue Kammerversammlung tritt im Februar 2021 zusammen

Die neue Kammerversammlung wird im Februar 2021 zusammenkommen. „Auch das künftige Gremium wird die Aufgabe haben, die bedeutende Rolle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als führende Beratungsorganisation weiterzuentwickeln“, kündigte Kammerpräsident Schwetje an. „Wir freuen uns auf viele neue Mitglieder und eine weiterhin so erfolgreiche Zusammenarbeit.“

 


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Stand: 27.11.2020