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​​​​​​​Bewährungsprobe für die „Ackerbüffel“

Landwirtschaftskammer Niedersachsen prüft vier Schlepper der 400-PS-Klasse – Ergebnisse erscheinen in zahlreichen landwirtschaftlichen Fachzeitschriften

Westerstede – Sie stehen bei vielen Herstellern an der Spitze der Produktpalette, eignen sich als „Ackerbüffel“ besonders für schwere Arbeiten auf dem Feld und werden bei Lohnunternehmen wie bei größeren landwirtschaftlichen Betrieben immer beliebter: Schlepper der 400-PS-Klasse machen vor Pflügen, Drillmaschinen und anderem großem Gerät eine gute Figur.

Vier dieser leistungsstarken Schlepper hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Westerstede (Kreis Ammerland) bei einem mehrtägigen Test intensiv auf ihre Praxistauglichkeit untersucht. Die Testergebnisse werden in den nächsten Wochen aufwendig ausgewertet.

Auf dem Gelände der Agrartechnik-Lehreinrichtung DEULA und bei Fahrten auf einer Teststrecke rund um Westerstede untersuchten Experten des LWK-Fachbereiches Energie, Bauen, Technik folgende Modelle: Fendt 942 Vario, John Deere 7R 350, Massey Ferguson 8740 S und Valtra S394. Dabei ging es nicht nur um reine Leistungsdaten, sondern auch um die Bedienungsfreundlichkeit der „Ackerbüffel“.

Unter anderem wurden Motor, Getriebe, Zapfwelle, Hydraulik, Fahrwerk und Kabine der Testfahrzeuge intensiv untersucht. Gemessen, beurteilt und verglichen haben die LWK-Landtechnikfachleute anhand eines 60 Punkte umfassenden Fragenkatalogs, der unter Praxisbedingungen abgearbeitet wurde. Viel Wert legten sie dabei auf die Alltagserfahrung von Landtechnik-Praktikern, die an den Untersuchungen beteiligt waren.

„Wie geschaffen sind diese Schlepper zum Beispiel fürs Pflügen, für die Saatbettvorbereitung, für die Aussaat mit einer Drillkombination“, berichtete LWK-Test-Organisator Martin Vaupel. „Aber auch der Einsatz vor Großpackenpressen, vor leistungsstarken Holzhackern oder vor Güllewagen mit direkter Einarbeitung der Gülle in den Boden gehört zum Aufgabenprofil dieser Großtraktoren.“

Im LWK-Testparcours ging es zum Beispiel um die Kraftstoffverbräuche bei Zapfwellenarbeiten, um die Leistung der Klimaanlage und der Heizung sowie um den Wendekreis.

Auch bei dieser Leistungsklasse neu in den Testzyklus aufgenommen wurde die Prüfung digitaler Anwendungen und der Konnektivität insgesamt. „Der fortschreitenden Entwicklung der Digitalisierung in der Landtechnik tragen wir also auch im altbewährten Schleppertest Rechnung“, betonte LWK-Fachbereichsleiter Dr. Harm Drücker.

„Immer öfter kommt es darauf an, dass sich Landmaschinen für computergestützte Anwendungen etwa bei Düngung und Pflanzenschutz reibungslos in den Maschinenpark und in den Produktionsprozess integrieren lassen“, berichtete Drücker.

So untersuchten die Experten in Zusammenarbeit mit dem LWK-eigenen PraxisLabor Digitaler Ackerbau unter anderem, wie schnell die „Ackerbüffel“ eine Verbindung zu einem Stickstoffsensor und einem Düngerstreuer aufbauten. Getestet wurden weiterhin die drahtlose Datenübertragung einer Feldgrenze mit Leitspur und Applikationskarte über das entsprechende Herstellerportal zum Schlepper sowie das Abarbeiten einer Applikationskarte. Darüber hinaus erfassten die Tester die schleppereigenen Telemetriedaten und werteten diese aus.

Die Testergebnisse werden in den folgenden Monaten in zahlreichen landwirtschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Vaupel: „Wer knapp 350.000 Euro für einen 400-PS-Schlepper auf den Tisch legt, sollte sich vorher intensiv und neutral informieren.“ Da die Kammer bereits zum 19. Mal Fahrzeuge im großen Stil teste, könne sie bei ihren Empfehlungen und Einschätzungen auf eine Fülle von Daten zurückgreifen. Auf dem Prüfstand standen bereits weit über 120 Modelle aller namhaften Hersteller und Leistungsklassen.

Ein großes Lob zollte Vaupel der DEULA und ihren Mitarbeiter*innen: „Die Zusammenarbeit hat wieder einmal hervorragend geklappt.“ Das DEULA-Gelände und das Umland böten ideale Voraussetzungen für die aufwendigen Tests der Fahrzeuge.

 

 


 


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Stand: 06.07.2021