Webcode: 01035859

ENNI - Meldepflicht, Zugang und Vollmachten

Am 07.05.2021 wurde die Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat (Landesdüngeverordnung NDüngGewNPVO) vom Land Niedersachsen veröffentlicht. Für Betriebe, die mit Ihren Flächen von den nieders. Gebietskulissen "mit Nitrat belastete Gebiete" und/oder "eutrophierte Gebiete" ("rote" & "gelbe" Gebiete) in größerem Umfang betroffen sind, entstehen damit Meldepflichten für düngerechtliche Aufzeichnungen des Düngejahrs 2021 mit Frist bis zum 31.03.2022. Darüber hinaus plant das Land Niedersachsen eine Wiedereinführung landesweiter Meldepflichten für düngerechtliche Aufzeichnungen des Düngejahrs 2021 durch eine Novelle der ENNI-Meldeverordnung aus dem Jahr 2019 (NDüngMeldVO).

Über die zu übermittelnden Daten werden wir an dieser Stelle und in weiteren Artikeln der Düngebehörde demnächst informieren.

Erstmalig hatte das Land Niedersachsen im September 2019 per Landesverordnung die Einführung einer elektronischer Meldung des Nährstoffvergleich und der Düngebedarfsermittlungen beschlossen, wirksam zum 30.04. und 31.05.2020 für die Aufzeichnungen aus dem vorhergehenden Düngejahr 2019. Zur Erfassung der Daten wurde von der Landwirtschaftskammer im Auftrag des Landes das  Programm ENNI kostenlos bereitgestellt.

Demgegenüber bestand zum Meldetermin 31.03.2021 nach Wegfall des Nährstoffvergleichs auch für die Düngebedarfsermittlungsdaten des Düngejahrs 2020 keine Meldepflicht.

 

 

Meldepflichten 2019 - 2021:

Wer war für das Düngejahr 2019 meldepflichtig?

Meldepflichtig waren alle Betriebe, die mindestens auf einem Schlag mehr als 50 kg N/ha bzw. 30 kg P2O5/ha düngten und mehr als 2 ha Gemüse bzw. mehr als 15 ha landwirtschaftliche Fläche (Acker/Grünland) bewirtschafteten. Hinzu kamen düngende Betriebe mit weniger Fläche, bei denen aus eigener Tierhaltung pro Jahr mehr als 750 kgN /Betrieb anfielen, sowie Betriebe, die Wirtschaftsdünger oder Gärrest aufnahmen. Ausgenommen von den Aufzeichnungs- und Meldepflichten waren eine reine Weidehaltung ohne zusätzliche Düngung, sowie Flächen mit bestimmten Dauerkulturen. Einzelheiten zu den Aufzeichnungspflichten, die für das Düngejahr 2019 zu einer Meldepflicht führten, finden Sie unter dem Webcode 01033201.

Was war wann zu melden?

Für das Düngejahr 2019 (z.B. Wirtschaftsjahr 18/19 bzw. Kalenderjahr 2019) waren der Nährstoffvergleich spätestens bis zum 30. April 2020 und die Düngebedarfsermittlung rückwirkend für das gleiche Düngejahr bis zum 31. Mai 2020 zu melden.

Was gilt für die Düngejahre 2020 und 2021?

Für das Düngejahr 2020 (WJ 19/20 und KJ 2020) entfiel nach vollständigem Wegfall des Nährstoffvergleichs auch die Meldepflicht für die nach wie vor aufzeichnungspflichtige Düngebedarfsermittlung. Für das Düngejahr 2021 (WJ 20/21 und KJ 2021) ist mit der NDüngGewNPVO vom 07.05.2021 demgegenüber bereits eine erneute Meldepflicht der Düngebedarsermittlung in Kraft getreten, zunächst nur für von den nieders. Gebeitskulissen betroffene Betriebe (mit Nitrat belastete Gebiete und eutrophierte Gebiete).

Betroffen von den ENNI-Meldepflichten aus der NDüngGewNPVO für das Düngejahr 2021 sind demnach
-    Betriebe mit Sitz innerhalb und außerhalb Niedersachsen, deren Flächen
-    vollständig in der Gebietskulisse Grundwasser (nitratbelastete „rote" Gebiete) oder Oberflächengewässer (eutrophierte "gelbe" Gebiete), oder
-    teilweise in den o.g. Kulissen liegen.

Für nur teilbetroffene Betriebe gelten bzgl. der Meldepflicht folgende Bagatellgrenzen:
-    bei 30 ha LNF und mehr in den Kulissen ist der Betrieb meldepflichtig
-    bei weniger als 10 ha LNF in den Kulissen ist der Betrieb nicht meldepflichtig
-    bei 10 ha bis unter 30 ha LNF in den Kulissen ist der Betrieb dann meldepflichtig, wenn diese Flächen mind. 30% der Gesamtfläche des Betriebs ausmachen. Bei 10 ha bis unter 30 ha LNF in den Kulissen ist der Betrieb ist dann nicht meldepflichtig, wenn diese Flächen < 30% der Gesamtfläche ausmachen.

Einzelheiten zu den weiteren düngerechtlichen Vorgaben, die gem. NDüngGewNPVO in den nitratbelasteten und eutrophierten Gebieten gelten, finden Sie in unserem Artikel unter webcode 01036365 .

Da unabhängig von der Meldepflicht weiterhin vor jeder Düngung ein Düngebedarf ermittelt und dokumentiert werden muss, ist eine Berechnung und Dokumentation der Düngebedarfsermittlungen für die Düngejahre 2020 und 2021 in ENNI auch weiterhin für alle Betriebe möglich. 

Informationen zur Düngebedarfsermittlung für das Düngejahr 2021 in ENNI finden Sie in unserem Artikel unter webcode 01039086 .

 

Geplante Wiedereinführung einer landesweiten Meldepflicht für das Düngejahr 2021

Darüber hinaus plant das Land Niedersachsen eine Novellierung der landesweiten ENNI-Meldeverordnung aus 2019 (NDüngMeldVO), um diese - nach Aussetzung der Meldepflicht zum 31.03.2021 (Düngejahr 2020) - an den aktuellen Rechtsrahmen der Bundesdüngeverordnung anzupassen. Somit ist auch für Betriebe, die nicht von den Gebietskulissen betroffen sind, mit dem Eintreten düngerechtlicher Meldepflichten für Aufzeichnungen des Düngejahrs 2021 zu rechnen. Wird eine Düngebedarfsermittlung für das Düngejahr 2021 bereits jetzt in ENNI erfasst, kann diese vorbehaltlich einer Anpassung der NDüngMeldVO zur voraussichtlichen Meldefrist 2022 ohne weiteren Aufwand an die Düngebehörde gemeldet werden. Die Importmöglichkeit von Düngebedarfsermittlungsdaten aus Drittprogrammen wird bei Eintreten einer Meldepflicht für das Düngejahr 2021 ebenfalls zur voraussichtlichen Meldefrist 2022 gewährleisetet.

 

 

Zugang zum ENNI-System:

ENNI-Zugang für Betriebe

Für die Anmeldung werden die Betriebsnummer und das Passwort benötigt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: 

  1. Betriebsnummer und PIN für die Antragstellung Agrarförderung,
  2. Registrier­nummer und PIN für Hi-Tier und
  3. Betriebsnummer und Passwort für das Meldeprogramm für Wirtschaftsdünger. 

Alle Betriebe, die über eine gültige HIT/ZID-Nummer verfügen, sind in der Datenbank unserer Meldeprogramme hinterlegt. Betriebsnummern, die bei Neugründungen und Betriebsübergaben seitens VIT-Verden vergeben werden, gelangen über einen monatlichen Datenabgleich automatisch in unsere Meldeprogramme. Eine separate Anmeldung für ENNI seitens des Betriebsleiters ist somit nicht notwendig.

 

ENNI-Zugang für Berater und Vollmachtvergabe

Berater können bei uns als Meldestelle eine personenbezogene Zugangsnummer (sog. LWK-Nummer) beantragen. Hierzu nutzen Sie bitte das Antragsformular Vergabe einer Betriebsnummer in unserem Formular-Bereich auf dieser Webseite.

Beratungskunden haben dann die Möglichkeit, eine Vollmacht für ihren Betriebsberater einzurichten. Für die Vollmachtsvergabe wird die Zugangsnummer (LWK-Nummer oder Betriebsnummer) des Bevollmächtigten benötigt. Diese muss durch den vollmachtgebenden Betrieb im ENNI-Menü „Vollmacht bearbeiten/anzeigen“ eingetragen werden. Vollmachten können pro Betriebsnummer an mehrere Bevollmächtigte vergeben werden. Ein Bevollmächtigter kann zeitgleich über Vollmachten für verschiedene Betriebe verfügen. Alle in ENNI hinterlegten Betriebsdaten eines Vollmachtgebers können durch den Bevollmächtigten (Berater) eingesehen, bearbeitet und gemeldet werden. Auch der Vollmachtgeber behält alle Zugriffsmöglichkeiten und kann die Vollmacht jederzeit direkt in ENNI widerrufen.

Ob ein Bearbeitungsstand in ENNI durch den Betriebszugang oder einen Bevollmächtigten gespeichert wurde und insbesondere durch wen ein Ausdruck oder eine Meldung erfolgt, wird vom System kenntlich gemacht.

 

Videoanleitungen

Videoanleitungen zur Vollmachtvergabe, zu ersten Schritten im ENNI-System und weiteren Themen, wie Import von Bodenuntersuchungen, Erstellung einer Düngebedarfsermittlung und Abgleich der Schlagdaten mit den aktuellen GAP-Daten finden Sie unter der Rubrik "Videoanleitungen" im Navigations-Menü auf dieser Seite zu Ihrer Linken.

 

 


Kontakt:
ENNI Hotline
Mo. - Do. 8:00-16:00; Fr. 8:00-12:00
Telefon: 0441 801-660
E-Mail:


Stand: 17.09.2021