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Silomais ist vielerorts schon erntereif

 

Die Maisreifeprüfung zeigt für normal entwickelte Bestände bei üblichen Saatterminen bereits für das südliche und östliche Niedersachsen das Erreichen der anzustrebenden TS-Gehalte. Sogar im Norden haben Bestände mit frühen Sorten nicht selten schon das Erntefenster erreicht. Lediglich auf schweren Böden in Küstennähe brauchen die Bestände noch 10 – 14 Tage bis zur Silierreife.

Die Maisreifeprüfung zeigt für gut entwickelte Bestände bei üblichen Saatterminen bereits für das südliche und östliche Niedersachsen das Erreichen der anzustrebenden TS-Gehalte. Sogar im Norden haben frühe Sorten zum Teil die Erntereife erlangt. Lediglich auf schweren Böden in Küstennähe brauchen die Bestände noch 10 – 14 Tage bis zur Silierreife.

Nur im Norden muss z.T. noch gewartet werden

Die Beprobung vom 10.September zur Maisreifeprüfung wurde nur noch im nördlichen und westlichen Niedersachsen durchgeführt. Erwartungsgemäß zeigte sich, dass nur die Bestände im Norden noch nicht alle erntereif sind. Frühe Sorten bis S 220 hatten jedoch an den Prüforten Wehnen bei Oldenburg und Rockstedt bei Zeven zur Beprobung die Silierreife etwa erreicht. Mittelfrühe Sorten (S 230 – S 250) sind ca. eine Woche später dran und gelangen ab der Monatsmitte in das Erntefenster. Mittelspäte Sorten (ab S 260) werden kaum vor dem 20.09. erntereif sein können. Weiter nördlich wird es bis zur Silierreife jeweils noch einige Tage mehr brauchen, immer davon ausgehend, dass der Mais zu üblichen Saatterminen bis Anfang Mai gesät wurde. Auf den Marschböden entlang der Küste sollte die Ernte frühestens gegen Ende September beginnen. Frühe Sorten werden hier erst kurz vor der Monatswende weit genug entwickelt sein. Mittelfrühe Sorte würden hier trotz des warmen Sommers erst Anfang Oktober geerntet werden können, was deutlich zeigt, dass mittelfrühe Sorten auf solchen Standorten nicht angebaut werden sollten.

Besonderes Abreifeverhalten bei Trockenschäden

Bei den Reifeprüfungsdaten ist der Standort Rockstedt auffällig, welcher durch die Trockenheit beeinflusst ist. Das Verhältnis der Kolben- und Gesamt-TS-Gehalte passt nicht zusammen, da die Restpflanzen offenbar deutlich unter Wassermangel leiden und kaum noch Saft im Stängel haben. Auch die Daten vom Standort Borgholt zeigen Ungewöhnliches: Während sich die beiden frühen Testsorten normal entwickeln konnten und eine repräsentative Abreife zeigen, sind die mittelfrühen und mittelspäten Sorten an diesem Standort, bodenbedingt, von deutlichen Trockenschäden beeinflusst. Aufgrund der Niederschläge am vorangegangenen Wochenende haben sich hier die Pflanzen voll Wasser gesogen, was in Verbindung mit den stark unterentwickelten Kolben zu erstaunlich geringen TS-Gehalten im Erntegut führt. Dadurch wird deutlich, dass kolbenarme Bestände bei zur Ernte guter Wasserversorgung unweigerlich die Gefahr der Sickersaftbildung mit sich bringen.

Auf Praxisschlägen lässt sich der Einfluss der Restpflanze auf den TS-Gehalt des Ernteguts grob abschätzen, indem im unteren Stängelabschnitt eine Wringprobe durchgeführt wird. Hierzu wird dieser Bereich von Hand gegeneinander verdreht und regelrecht ausgewrungen. Tritt dabei kein Pflanzensaft aus, ist die Pflanze bereits seit mehreren Tagen von einer ausreichenden Wasserversorgung abgeschnitten. Dies führt unweigerlich zum deutlichen Ansteigen der TS-Gehalte, auch wenn die physiologische Entwicklung des Kolbens noch rückständig ist.

Beide Effekte sind bei kolbenarmem Mais möglich und machen das Einschätzen des TS-Gehaltes im Erntegut schwierig.

Abreife im Süden und Osten

In allen anderen Regionen Niedersachsens, inklusiver der Höhenlagen, haben die Maisbestände die Silierreife erreicht, bzw. im Grenzgebiet zu Nordrheinwestfalen mitunter auch schon überschritten. Erste Flächen kommen hier bereits in der CCM-Reife.

Dreschen oder häckseln?

Ob der Maisdrusch in diesem Jahr sinnvoll ist, hängt maßgeblich von der Kolbenentwicklung und der Marktsituation für den Körner- bzw. Silomais ab. Nicht selten ist die Kolbenentwicklung aufgrund der trocken-heißen Witterung zur Blüte deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gleichzeitig zeichnet sich erneut ein deutlicher Grundfuttermangel bei den Rinderhaltern in Norddeutschland ab. Die Silomaispreise befinden sich trotz Erntebeginn noch immer auf einem Höhenflug, während die Körnermaispreise sehr verhalten agieren. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen sollte über eine Nutzung und Vermarktung als Silomais nachgedacht werden.

 


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 18.09.2019



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