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LSV-Sortenergebnisse Silomais können ab jetzt schneller ermittelt werden

Seit rund 10 Jahren arbeitet ein kleines Team von Fachleuten der LWK Niedersachsen daran, die Maisproben aus den Kleinparzellen der Landessortenversuche mit Hilfe der Nah-InfraRot-Spektroskopie (NIRS) direkt auf der Erntemaschine auf ihre Inhaltstoffe zu analysieren.

Während auf großen Praxishäckslern diese Technik genutzt wird, um über eine Ermittlung des TS-Gehalts die Häcksellänge automatisch zu optimieren, geht es der LWK um mehr. Um die Sorteneigenschaften für die Fütterungs- und Biogaseignung zu ermitteln müssen 11 Merkmale im Häckselgut korrekt gemessen werden. Dreh- und Angelpunkt hierfür ist neben der absoluten Gleichschaltung der Erntetechnik und deren Einstellungen die Erarbeitung einer hierauf abgestimmten Kalibration, die auch einer statistischen Validierung (Überprüfung) standhält. Dies wurde gemeinsam mit einem hierauf spezialisierten Dienstleiter in den letzten Jahren zum Erfolg geführt.

Bisher wurden aus jeder Parzelle systematisch Proben entnommen. Diese wurden getrocknet, vermahlen und geteilt, und dann in einem LUFA-Labor, ebenfalls mit NIRS-Geräten, untersucht. Ein vielstufiger Prozess, der viel Zeit und Aufwand beansprucht.

In diesem Jahr war es nun erstmals möglich, die neue Technik für die Auswertung der LSV Silomais zu nutzen und die langwierige und aufwendige Untersuchung von rund 4000 Proben im Labor zu vermeiden. Parallel zur Messung auf den Parzellenhäckslern werden weiterhin Kontrollproben sowie eigens hierfür angelegte Kalibrationsversuche durchgeführt, so dass auch ein möglicher Jahreseffekt auf die NIRS-Messung durch Witterungseinflüsse mittels parallel im Labor durchgeführter nasschemischer Analysen (Weender Analyse) berücksichtigt werden kann. Hierdurch ist eine fortwährende und auf die aktuellen Bedingungen abgestimmte Qualitätssicherung in diesem neuen Untersuchungssystem gegeben.

Neben der deutlich schnelleren Datenverfügbarkeit hat das System den großen Vorteil, dass durch die Messung direkt auf der Erntemaschine deutlich weniger Fehlerquellen entstehen, was mögliche Nachteile einer Messung an frischem Material kompensiert.

Gut zu wissen: Wie bei allen Sortenempfehlungen der LWK Niedersachsen werden auch die Ergebnisse der LSV Mais von mehreren Versuchsstandorten verrechnet.

Dabei wird jede Sorte bei exakter Bestandesdichte auf jedem Standort in einer zufälligen Verteilung von Versuchsparzellen mit 3 bis 4 Wiederholungen ausgesät. Addiert man die Einzelwerte der Standorte und Wiederholungen auf, so liegen hinter einer sortenbezogenen Aussage zu Ertrag, Qualität oder auch zu Eigenschaften wie z.B. Jugendentwicklung, Abreife, Krankheiten usw. jeweils mindestens 12 Einzelwerte pro Jahr und Anbauregion zugrunde. Ergänzt werden die Daten der LWK Niedersachsen durch Versuchsergebnisse angrenzender Bundesländer, in denen sich die Anbauregionen fortsetzen sowie durch die Wert- und EU-Prüfungen der Region.

Da einzelne Sorten auf Klima- und Witterungseinflüssen unterschiedlich reagieren, werden die Ergebnisse mehrerer Versuchsjahre mit in die Auswertungen einbezogen. Gerade diese Mehrjährigkeit der Daten hilft dem Landwirt bei der Auswahl einer an seine Region angepassten Sorte und verschafft ihm mehr Anbausicherheit. Hier lohnt der Blick in die ausführliche Darstellung auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die in Kürze erscheint.

Hinter den Sortenempfehlungen der LWK-Niedersachsen steht somit ein intensives Versuchswesen mit hohem Qualitätsanspruch, auf das sich Landwirte und Betreiber von Biogasanlagen verlassen können. Denn aus über 800 Sorten finden nur „die Besten der Guten“ den Weg zu einer neutralen Empfehlung! Es kann sich also auszahlen, ein wenig zu warten, bis die Sortenergebnisse der LWK Niedersachsen vorliegen und in Ruhe die passende Sorte für seinen Betrieb auszusuchen (weitere Informationen in Kürze auf: www.lwk-niedersachsen.de, Portal: Pflanze => Mais sowie in der LWK-APP).


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 20.11.2020