Webcode: 01039595

1. Maisreifprüfung: Mais reift bislang harmonisch ab, zum Teil spätere Ernte als normal

Die LWK Niedersachsen führt, wie in jedem Jahr, eine Maisreifeprüfung für Silomais durch. Daten werden hierzu in den verschiedenen niedersächsischen Bodenklimaräumen an insgesamt 12 Standorten erhoben.

Maissilage soll vor dem Hintergrund der anzustrebenden Fütterungsparameter und Lagerungseigenschaften einen Trockensubstanzgehalt von 32 – 35 % erreichen. In diesem Bereich ist, je nach Sorte, die Stärkebildung und -einlagerung weitgehend abgeschlossen und die Restpflanze noch relativ gut verdaulich. Bei zu früher Ernte ist das Ertragspotenzial des Maises noch nicht ausgeschöpft, zudem steigt die Gefahr von unerwünschter Sickersaftbildung. Die Bedeutung des Erntezeitpunktes ist somit entscheidend für die Erzeugung hochwertigen Grundfutters und das Erzielen hoher Erträge.  

Die Maisreifeprüfung der LWK Niedersachsen soll den Landwirten helfen, den optimalen Erntezeitpunkt des Silomaises zu treffen. Hierfür werden Versuche an insgesamt zwölf Standorten angelegt und jetzt wöchentlich beprobt. Für die drei in Norddeutschland bedeutsamen Reifegruppen im Silomais werden stellvertretend jeweils zwei Sorten getestet; diese sind Agro Ileo (S 200) und SY Skandik (S 220), Benedictio KWS (S 230) sowie ES Joker (S 250), Farmirage (S 260) und LG 31285 (S 280).

Eine erste Beprobung wurde bereits am 24. August durchgeführt; im nördlichen Kammergebiet wurde mit der Reifeermittlung erst zum jetzigen zweiten Termin am 31. August begonnen.

Die Standortergebnisse für die Reifegruppen finden sich in der Tabelle, die regionalen Durchschnittwerte gibt die Grafik für die jeweiligen Bodenklimaräume wieder. Unterhalb dieser Grafik gibt es darüber hinaus eine Reifeprognose, die auf das Erreichen eines TS-Gehalts von ca. 32 % abzielt.

Die Entwicklung der niedersächsischen Maisbestände ist bislang recht heterogen. Es gibt deutliche Einflüsse auf die Abreife sowohl durch den Aussaattermin als auch durch die Standortbedingungen und Region. Aprilsaaten zeigen i.d.R. trotz der sehr langen Auflaufphase und schwieriger Jugendentwicklung einen Reifevorsprung in den jeweiligen Regionen. Jedoch ist die Reifeentwicklung der erst Mitte Mai gesäten Bestände, bedingt durch deren zügigeres Auflaufen, nicht so stark verzögert wie anfangs befürchtet. Derzeit lassen die TS-Gehalte der Gesamtpflanze kaum eine Beurteilung der Reife und somit eine Reifeprognose zu. Betrachtet man jedoch den Entwicklungsstand der Kolben, ergibt sich ein sehr viel deutlicheres Bild. Hier zeigen sich sehr klare Unterschiede in der physiologischen Entwicklung der Reifegruppen und Regionen. Da die TS-Gehalte der Kolben weniger auf Witterungseinflüsse reagieren als die der Restpflanze, liefern diese Werte einen guten Anhaltspunkt für die Reifeentwicklung. Die Kolben sollten zur Ernte TS-Gehalte von 55 – 60 % erreicht haben. Bei gesicherter Wasserversorgung und septembertypischer Witterung steigen diese Gehalte wöchentlich um ca. 5 %.

Die Region Ost wird durch zwei beregnete Standorte repräsentiert. In 2021 war eine Beregnung jedoch in aller Regel nicht notwendig. Die Reifeprüfung zeigt für diese Region die am weitesten entwickelten Bestände. Bei frühen Sorten kann bereits ab ca. 20.09.2021 mit dem Erreichen der Silierreife gerechnet werden. Früh gesäte Bestände im südlichen und westlichen Niedersachsen sind ebenfalls bereits weit in ihrer Reife vorangeschritten und nähern sich sichtbar dem Erntetermin. Dies gilt auch hier besonders für Sorten der frühen Reifegruppe. Mittelfrühe Sorten erreichen das Erntefenster ca. eine Woche später, mittelspäte Sorten eine weitere Woche später. Somit ergibt sich eine klare Differenzierung zwischen den Reifegruppen.

Im nördlichen Niedersachsen sind die Bestände noch nicht ganz so weit; erste Bestände werden jedoch schon mit Beginn der dritten Dekade den Erntebereich erreichen, vielfach werden aber erst im Oktober die anzustrebenden TS-Gehalte erzielt werden können.

In der Region Nord und besonders in küstennahen Gebieten spielen die Standortbedingungen und der Aussaattermin in diesem Jahr eine besonders große Rolle. Die Reifeprognose der LWK Niedersachsen kann nur eine Hilfestellung für bis ca. Mitte Mai gesäte Bestände sein (siehe Tabelle). Der Mais wurde hier jedoch aufgrund sehr ungünstiger Witterungsverhältnisse zum Teil erst im Juni gesät und ist in der Entwicklung deutlich verzögert.

Die Witterung der kommenden Wochen wird für die weitere Entwicklung und Abreife entscheidend sein. Die derzeitigen Prognosen sind gut und lassen eine weiterhin harmonische Abreife ohne Wassermangel erwarten. Gleichzeitig trocknen die Böden derzeit gut ab, so dass die Befahrbarkeit der Böden wieder besser wird.


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 10.09.2021



PDF: 36341 - 331.59375 KB   Maisanbauregionen NDS 2021   - 332 KB  
PDF: 36343 - 231.536132812 KB   Reifeprüfung Grafik 2-21   - 232 KB  
PDF: 36342 - 377.09765625 KB   Ortsübersicht 2. Termin 2021   - 377 KB