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Vermehrung von Sommerungen, Gräsern, Ölpflanzen und anderen Arten 2020

Sommergetreide wird in Niedersachsen etwas weniger vermehrt als im Vorjahr. Die Fläche erreicht nunmehr 2.220 ha. Die Gräser-Vermehrung dagegen wurde nochmals ausgedehnt auf jetzt 5.334 ha. Die Vermehrung von Leguminosen hat zugenommen.

Die Anmeldungen für die Vermehrung aller Arten der meisten Sommerungen mussten bis zum 30. April bei der Anerkennungsstelle in Hannover vorliegen. Dazu zählen Sommergetreide, Leguminosen (außer Rotklee und Luzerne zur Nutzung des zweiten Samenschnitts), Gräser (außer Weidelgräser zur Nutzung des zweiten Samenschnitts), Öl- und Faserpflanzen ohne Überwinterungsanbau sowie andere Futter- und Gründüngungspflanzen wie z.B. Ölrettich und Phazelia. Die Anmeldetermine ergeben sich unmittelbar aus der deutschen Saatgutverordnung und sind vom Anmelder im Grundsatz einzuhalten. Anmelder sind die Züchter bzw. Sortenschutzinhaber oder von diesen beauftragte Vertriebsfirmen. Bei Sorten ohne Sortenschutzinhaber in Deutschland melden ggf. Vertriebsfirmen in eigener Verantwortung die Vermehrungen an. Da erfahrungsgemäß auch nach den vorgegebenen Terminen Nachmeldungen von Vermehrungsvorhaben erfolgen und auch bei der Feldbesichtigung vom Feldbesichtiger noch Flächenänderungen festgestellt werden, handelt es sich bei allen hier genannten Flächenangaben um vorläufige Werte.

 

Die Vermehrung von Sommergetreide in Niedersachsen hat um 156 ha gegenüber dem Vorjahr abgenommen und beläuft sich auf 2.220 ha. Betroffen ist vor allem Sommergerste mit einem Rückgang der Vermehrung um 447 ha auf 987 ha. Bedeutendste Sorte ist hier Prospect mit 456 ha, gefolgt von RGT Planet mit 137 ha. Die Vermehrung von Sommer-Hafer ist angestiegen auf 539 ha; bedeutendste Sorte im zehnten Jahr in Folge ist Max mit 226 ha. Sommerweizen wird im Umfang von 373 ha vermehrt. Die Vermehrung der „kleinen“ Sommer-Wechselformen von Triticale und Roggen erfolgt im Umfang von 71 ha bzw. 68 ha. Erstmals vermehrt wird auch Sommer-Spelzweizen mit 20 ha.

 

In den Tabellen für die sieben vermehrten Sommergetreidearten sind die Vermehrungsflächen aller Sorten mit einer (in 2020 vorläufigen) Vermehrungsfläche von 10 ha oder mehr genannt.

 

Aufgrund der klimatischen Anforderungen werden bisher nicht vermehrt in Niedersachsen Sommer-Hartweizen sowie Hirse und Mais.

 

 

Die Vermehrung von Gräsern (in der Tabelle sind alle Arten dargestellt) ist in Niedersachsen nochmals angestiegen, gegenüber dem Vorjahr mit 5.346 ha um rund um 376 ha. Die Vermehrung von Großkörnigen Leguminosen mit insgesamt 1.351 ha hat um 315 ha zugenommen. Ebenso werden Kleinkörnige Leguminosen stärker vermehrt, zudem ist bei Rotklee für den 2. Schnitt der Anmeldeschluss noch nicht erreicht.

 

Die Vermehrungsflächen der übrigen Fruchtarten sind ebenfalls in den Tabellen dargestellt. Die Vermehrung von Ölfrüchten (Raps beider Wechselformen und Winterrübsen) ist etwa gleichgeblieben. Unter den sonstigen Arten sind u.a. Zucker- und Futterrüben zu finden. Bei Rübensamen findet unter unseren klimatischen Bedingungen keine Produktion von Zertifiziertem Saatgut statt, es werden nur hohe Stufen auf kleinen Zuchtgartenflächen vermehrt.

 

Willi Thiel und Eric Preuß, Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut


Kontakt:
Willi Thiel
Leiter Sachgebiet Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut und Sachgebiet Kartoffeln: Qualitätskontrolle
Telefon: 0511 3665-4370
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:
Eric Preuß
Anerkennung von Saat- und Pflanzgut
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Stand: 08.06.2020