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Silagewettbewerb Niedersachsen 2017 - Ihre Ergebnisse im Überblick und die Preisträger

Hochwertige Gras- und Maissilagen sind wesentliche Grundlage dafür, dass die Tiere das Gärfutter gern fressen. Eine hohe Futteraufnahme aus diesen beiden Grundfuttermitteln hat zugleich eine gute Milch- oder Mastleistung und ein effizientes Wirtschaften zur Folge, da im Allgemeinen weniger Zukauffutter benötigt wird.

Vor dem Hintergrund befasst sich der Silagewettbewerb seit über 25 Jahren mit der Qualität von Gras- und Maissilagen.

 

Ziel des Silagewettbewerbes als öffentlichkeitswirksame Maßnahme ist es, das Bewusstsein und den Sachverstand für die Futtererzeugung zu schärfen, sich im Wettbewerb mit anderen Landwirten der Region zu messen und sich auf diesem Weg aktuelle Tipps zu pflanzenbauliche sowie siliertechnischen Fragen einzuholen.

Die Teilnahme am Silagewettbewerb ist prinzipiell freiwillig. Dabei wird von der LUFA Nord-West der Nährstoff- und Energiewert, sowie bei der Grassilage zusätzlich die Gärqualität und bei der Maissilage zusätzlich die Pilzkeimzahl untersucht.

Die Befunde werden durch den Fachbereich Grünland und Futterbau der Landwirtschaftskammer ausgewertet und die besten Silagen im Rahmen des Grünlandtages vorgestellt und prämiert.

In dem Bewertungssystem kann eine Silage mit herausragender Analyse mindestens 200 Punkte erlangen. Um diese Punktzahl zu erreichen, müssen die Futterwertkenngrößen in einigen Fällen sogar besser sein als die Empfehlungen zu allgemeinen Zielwerten. Für eine Prämierung der Silagen genügt das Prädikat „sehr gut“ demzufolge nicht, sondern es muss ein „ausgezeichnet“ erreicht werden.

Für herausragende Silagequaliltäten waren die Witterungsbedingungen in 2017 nicht leicht.

Zwar waren die Startbedingungen für das Grünland anfänglich noch gut, doch frostige Temperaturen im April bis Anfang Mai verzögerten das Wachstum. Kurz vor dem optimalen Erntetermin kündigte sich dann bereits die Niederschläge an. So gab es zwei Tendenzen. Entweder erfolgte der erste Schnitt in einem sehr jungen Entwicklungsstadium der Gräser zu Lasten des Ertrages oder es konnte infolge der anhaltenden Regentätigkeit erst spät geerntet werden. Letzteres brachte zwar bessere Erträge, doch es litt der Futterwert des für die Winterfütterung wichtigen Aufwuchses.

Der zweite Aufwuchs brachte ebenfalls nur geringe Erträge und Futterqualitäten. Im weiteren Vegetationsverlauf sorgten regelmäßige Niederschläge und sommerliche Temperaturen zwar für stetes Wachstums, allerdings waren die Erntebedingungen alles andere als günstig. Starkniederschläge im Sommer erschwerten die Ernte. Bei anhaltend hohem Grundwasserstand oder gar Überschwemmungen kam es zudem zu Schäden an der Grasnarbe.

Eine große Herausforderung für unsere Landwirte stellte die Futterbergung des Silomaises dar. Die Erträge waren größtenteils überdurchschnittlich, denn die Pflanzen konnten den vielen Regen ideal nutzen und in Pflanzenmasse umsetzen. Kurz vor Erreichen der Silierreife wütete am 13. September Sturmtief „Sebastian“ und brachte etliche Maisbestände zum Erliegen. Der abgeknickte Mais konnte vielfach noch mit hohem Aufwand und zum Glück überschaubaren Verlusten geerntet worden. Am 5. Oktober fegte allerdings das zweite Sturmtief „Xavier“ über das Land. Wieder knickten ganze Bestände ab, und die Flächen waren durch den Regen kaum noch zu befahren. Hier wurde mit Spezialtechnik versucht, die sehr hohen Erträge von nicht selten 60 t/ha von den Feldern zu bergen.

Trotz der Witterungskapriolen war die Teilnahme am Silagewettbewerb mehr als zufriedenstellend. Für einige Landwirte hat sich die Beteiligung am niedersächsischen Silagewettbewerb besonders gelohnt, denn sie werden zum Grünlandtag als Sieger für ihre sehr guten Silagequalitäten geehrt.

So konnte Johannes Hempen aus Wippingen (LK Emsland) 190 Punkte von den möglichen 200 Punkten bei den Grassilagen des ersten und zweiten Aufwuchses erreichen. Den zweiten Platz in dieser Kategorie „Erster und Zweiter Grasaufwuchs 2017“ teilten sich zwei Landwirte mit jeweils 185 Punkten: Gerald Bakker aus Nordhorn (LK Grafschaft Bentheim) und Franz-Bernd Meyer aus Damme (LK Vechtaq). Das Feld der Drittplatzierten folgte mit ebenfalls beachtlichen 180 Punkten. Diese Punktzahl erreichten Mechthild Rolfes (LK Cloppenburg), Heiner Tannen (LK Grafschaft Bentheim), Gerhard Reinink (LK Grafschaft Bentheim), Cord Spannhake (LK Diepholz) und Friedrich Kinast (LK Cloppenburg).

Bei den Grassilagen der nachfolgenden Grasaufwüchse (ab 3. Schnitt) errang Heiner Hesselink aus Emlichheim (LK Grafschaft Bentheim) den ersten Platz mit 160 Punkten. Mit nur fünf Punkten Unterschied zum Erstplatzierten folgte A. Ortmann aus Barßel (LK Cloppenburg). Zu den Drittplatzierten gehören: Henri Koopmam (LK Aurich), Bernd Kuck (LK Rotenburg) sowie die Seeger GbR (LK Emsland).

Bei den Maissilagen ist es sowohl Petra Both-Schulz/Schulz GbR aus Wittingen (LK Gifhorn) als auch Florian Schween aus Elmlohe (LK Cuxhaven) gelungen, die Maximalpunktzahl von 200 Punkten zu erzielen. Dieses Ziel verfehlte Heinrich Wiemann mit 195 Punkten nur knapp und belegte mit einem gleichfalls herausragenden Ergebnis den zweiten Platz. Gleichfalls nur knapp darunter folgte Hans Blendermann (LK Osterholz) mit 190 Punkten.

Alle Gewinner des Silagewettbewerbes legen auf gut gepflegte und gesunde Pflanzenbestände sowie eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Grünland- und Maisflächen sehr hohen Wert. Gleichfalls sind die Landwirte trotz der Witterungsgebaren bemüht, den richtigen Erntezeitpunkt möglichst einzuhalten. Viel Obacht kommt zudem einer schmutzarmen Futterwerbung sowie der Sorgfalt beim Silierverfahren zu.
 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 05.02.2018



PDF: 29303 - 99.2734375 KB   SWB 2017 - Gras Folgeschnitte   - 99 KB  
PDF: 29305 - 33.09765625 KB   SWB 2017 - Maissilagen   - 33 KB