Webcode: 01035076

Ackergras nach Ostern ernten

Die im Herbst 2018 bestellten Ackergrasbestände in Niedersachsen zeigten sich nach sehr frühem Vegetationsbeginn bereits in der ersten Aprilwoche insgesamt gut entwickelt. Viele Futterbaubetriebe bereiten sich bereits auf eine baldige Ernte der Feldgrasbestände vor. Wie die Lage insgesamt einzuschätzen ist, berichten wir seit Anfang April in wöchentlicher Folge.

 

Aktuelle Ergebnisse

Aufgrund der kühlen Tage und Nächte in der zurückliegenden Woche war die weitere Entwicklung der Ackergrasbestände verhalten. So fielen die Rohfasergehalte zu Beginn der 15. Kalenderwoche in den drei untersuchten Regionen mit einer Spannbreite von  17,7 - 18,9 % noch gering aus. Dementsprechend wurden auch noch hohe  Eiweißgehalte mit > 20 % analysiert. Die Untersuchungsbefunde weisen damit noch ein junges Futter aus, welches noch Potential für weiteren Ertragszuwachs hat. Das wird auch mit Blick auf die bislang ermittelte Ertragslage deutlich. Gemäß den Untersuchungen der Reifeprüfung erreichten die sehr gut entwickelten Welsch Weidelgrasbestände einen Ertrag von 35-38 dt TM/ha. Der im Weser-Leine Bergland untersuchte Bestand befindet sich im zweiten Hauptnutzungsjahr und kann nicht mit den Ackergrasbeständen im ersten Nutzungsjahr verglichen werden. Bekanntlich lässt die Ertragsleistung  im zweiten Nutzungsjahr nach. Dennoch: dieser Bestand zeigt sich unter diesen Optionen gut entwickelt und die Aufwüchshöhe von 25 cm ist als gut zu werten, zumal der Standort durch kältere Bedingungen im Vergleich zu den beiden anderen Regionen geprägt ist. 

Für den Futterroggen in Bassum-Bramstedt gab es trotz der kühlen Bedingungen einen weiteren Wachstumsschub. Für ihn wurde nun ein Ertrag zwischen 55 bis 60 dt TM/ha ermittelt. Mit einem Rohfasergehalt von  knapp 24 % Rohfaser und einem Rohproteingehalt von 17,5% Rohprotein ist die Silierreife erreicht. Der ausgewiesene Energiegehalt des Futterroggens kann aufgrund der guten Verdaulichkeit dieses als GPS genutzten Bestandstyps für unseren Prüfbestand höher angenommen werden, als in unserer Energiebewertung für Frischgras hier berechnet.

Für die an hohe Futterwerte interessierten Praktiker gilt es nun aufzupassen: Um noch gute Energiekonzentrationen mit dem Futterroggen zu ernten, sollten die Grünroggenbestände aktuell genau beobachtet werden, denn ihre Entwicklung hängt stark vom Saattermin, der Anfangsentwicklung nach der Saat unter den trockenen Verhältnissen und dem Sortentyp im Allgemeinen ab.

Ernteprognose

Die in Tabelle 1 dargestellten Untersuchungsdaten und Mittelwerte für das Welsche Weidelgras dienen dem Deutschen Wetterdienst Braunschweig für die Prognose der Wachstums- und Reifeentwicklung. Mit Hilfe dieses langjährig erprobten und angepassten Prognosemodells wird in Tabelle 2 die Weiterentwicklung von Futterwert und Ertrag bis zum 18. April (16. KW) fortgeschrieben. Hierbei werden die Temperaturzunahmen seit Wochenanfang (KW  16) berücksichtigt. Vor dem Hintergrund nimmt die Ertragsentwicklung allmählich Fahrt auf. Gemäß der Nährstoffzusammensetzung kann die Woche vor Ostern wohl  im Allgemeinen noch zur Vorbereitung der Silierung dienen. Die Entwicklung des Ackergrases sollte im Osterzeitraum gut verfolgt werden, denn das Ährenschieben und damit der günstige Zeitpunkt für die Ernte kündigen sich an.

Die Futterernte des Grases im Rohfaserbereich zwischen 21% bis 23% in der Trockenmasse gilt als optimal und guter Kompromiss zwischen einem hohen Ertrag einerseits und einem sehr guten Futterwert für hochleistende Milchviehherden andererseits. Dieser Bereich wird für das Ackergras voraussichtlich um den Osterzeitraum bzw. kurz nach Ostern erreicht sein. Die aktuelle Hochdruckwetterlage sollte auch vor dem Hintergrund besonders günstiger Silierbedingungen (Anwelken, schmutzarme Ernte) genutzt werden, im Falle eines Winterzwischenfruchtanbaus kann dann auch noch eine Folgefrucht (z.B. Mais) bis Anfang Mai bestellt werden.

 


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665 4508
E-Mail:


Stand: 15.04.2019



PDF: 31861 - 533.741210938 KB   GRP - Standortkarte 2019   - 534 KB  
PDF: 31860 - 126.857421875 KB   Ackergras 2.Tabelle 2019   - 127 KB