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Grünland - 200 °C – deutliche Abkühlung verzögert den Vegetationsstart

Frostige Nächte und vielerorts bis in den Tag anhaltender Nebel ermöglichten in der ersten Märzwoche nur sehr geringe Tagestemperaturen und bewirken eine verzögerte Zunahme der korrigierten Temperatusummen an den einzelnen Orten.

Die Werte lagen am 8. März noch zwischen 106 C° im östlichen Niedersachsen (Faßberg) bis 170 C° an der Station Bückeburg im Schaumburger Land (Tabelle 2). In den Klimaregionen werden jeweils alle verfügbaren Meßwerte gemittelt dargestellt, so dass sich die Angaben in der Tabelle 1 etwas relativieren. Bei dem aktuell zu erwartenden Temperaturverlauf wird der nach diesem Modell prognostizierte allgemeine Vegetationsbeginn erst in der zweiten Märzhälfte erwartet.

Die positiven Tages-Temperaturmittel werden ab 1. Januar in den Monaten Januar (1/2) und Februar (3/4) nur anteilig addiert, daher der Begriff korrigierte Temperatursumme. Ab März werden die positiven Tages-Temperaturmittel zu den aktuellen Temperatursummen voll hinzuaddiert. Abzüge werden nicht vorgenommen, auch nicht bei Frost.

In den kommenden Tagen werden die geringsten Tagestemperaturen im nördlichen und nordöstlichen Niedersachsen (durchschnittlich 4,3-4,6 °C) erwartet, während die küstennahen Standorte und westliche Regionen mit durchschnittlichen Tagestemperaturen von 5,0 (Weser Leine Bergland) bis 5,2 °C etwas milder ausfallen.

Insgesamt geht es noch zögerlich voran und eine allgemeine und deutliche Erwärmung könnte mit einsetzenden Niederschlägen einhergehen. Mit einsetzenden Niederschlägen ist die Befahrbarkeit dann wieder eingeschränkt, so dass in günstigen Lagen bei trockenen Grünlandbeständen die idealen Bedingungen für Pflege- und Düngungsmaßnahmen genutzt werden sollten. Der Vegetationsbeginn ist auch vom Einzelstandort abhängig, und der unterscheidet sich mitunter deutlich.  Weniger wüchsige Grünlandlagen (Moore, Mittelgebirge, kalte oder feuchte Standorte) sollten deshalb noch bis mindestens Mitte März mit der mineralischen Düngung (insbesondere Stickstoff) abwarten. Auch für die Pflegearbeiten steht hier noch ein größeres Zeitfenster zur Verfügung, denn insbesondere bei hohem Wühlmausaufkommen ist mit weiterer Vorschädigung zu rechnen.


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
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Stand: 10.03.2021



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