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Einfuhr von Sendungen mit Verpackungsholz aus Drittländern

Hölzernes Verpackungsmaterial zum Transport und Schutz von Waren findet im weltweiten Handel überall Verwendung. Durch minderwertige Qualität und Befall mit Schädlingen sind in der Vergangenheit gefährliche Schadorganismen (z.B. der Laubholzbockkäfer und der Kiefernholznematode) eingeschleppt und verbreitet worden.

 

Holzverpackungen aus Drittländern (außer der Schweiz) dürfen nur in die EU eingeführt werden, wenn sie die Vorgaben des IPPC-Standards Nr. 15 (ISPM 15) über die vorgeschriebene Holzbehandlung und- markierung erfüllen. Nach dem Brexit gilt diese Regelung seit dem 01.Jan 2021 auch für Sendungen aus Großbritannien.
Geregelt ist Verpackungsmaterial aus und mit Massivholzbestansteilen zum Transport, Schutz und Verstauen von Waren. Das sind z.B. Paletten, Kisten, Verschläge, Trommeln, Fässer, Palettenaufsatzrahmen aber auch Stauholz (z.B. einzelne Holzstücke und Keile zum Befestigen der Waren in Containern).
Holz mit einer Stärke von weniger als 6 mm sowie Verpackungen, die ausschließlich aus Span-, Tischler-, Faserplatten, Sperrholz etc. gebaut sind, unterliegen nicht den Anforderungen des ISPM Nr. 15. 

Anforderungen an geregeltes Verpackungsholz:  

  1. Verpackungsholz muss praktisch rindenfrei sein (d.h. Rindenreste müssen schmaler sein als 3 cm bei beliebiger Länge oder bei einer Breite von mehr als 3 cm nicht über 50 cm2 groß sein).
     
  2. Verpackungsholz muss einer der im ISPM Nr. 15 zulässigen Behandlung unterzogen werden:

                    - Heat treatment (HT): Erhitzung auf mind. 56°C für mind. 30 Minuten oder

                    - Begasung mit Methylbromid (MB) oder Sulfuryldifluorid (SF): geforderte Konzentration in Abhängigkeit von Temperatur und Behandlungsdauer siehe Tabelle im ISPM Nr. 15) oder

                            - Dielectric heating (HD), z.B. Mikrowellenerhitzung: mind. 60°C für mind. 1 Min.

       3.  Verpackungsholz muss entsprechend der Vorgaben des ISPM Nr. 15 eine Kennzeichnung bzw. einen Stempel tragen, aus dem hervorgeht, welcher Behandlung das Holz unterzogen wurde und in welchem Land und Betrieb es behandelt oder markiert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist anmeldepflichtig?

Seit dem 01.10.2020 sind Sendungen mit sogenannten Risikowarenarten (siehe Tabelle und Anhang) anmeldepflichtig, wenn sie auf, in oder mit Verpackungsholz nach ISPM 15 verpackt sind (siehe Zolltarifcodes). Holz mit einer Stärke von weniger als 6 mm sowie Holzwerkstoffe (Span-, Tischler-, Faserplatten, Sperrholz etc.) unterliegen nicht den Anforderungen des ISPM Nr. 15. 


Ab dem 01.03.2021 unterliegen Sendungen bestimmter Warengruppen aus Belarus, China und Indien einer Anmeldepflicht und phytosanitären Kontrollen des Verpackungsholzes bei der Einfuhr (siehe Tabelle und Fachinformation im Anhang) (Durchführungsbeschluss (EU) 2021/127).


Nachstehend sind alle anmeldepflichtigen Waren aufgeführt.

Risikowarenarten 
Zolltarifcodes Herkunftsland
4404400, 44011200, 44014090, 4415  China
68010000, 6802, 680300  China
6907 China 
7210 China
7606 China
2514, 2515, 2516 Belarus, China, Indien
4401 Belarus, China, Indien
4415 Belarus, China, Indien
6801, 6802, 6803 Belarus, China, Indien
6907 Belarus, China, Indien
7606 Belarus, China, Indien

 

 

Wie erfolgt die Anmeldung des VPH ?

Die Anmeldung erfolgt jetzt über die Internetplattform TRACES, indem man für jede Einfuhrsendung ein Pflanzengesundheitseingangsdokument (GGED) erzeugt. Dieses wird vom zuständigen Pflanzenschutzdienst freigegeben (validiert), wodurch sich für den Antragsteller der Ausdruck des Dokumentes aus TRACES heraus ermöglicht (ohne Freigabe ist ein Ausdruck nicht möglich). Der Antragsteller erhält jetzt keine gestempelte und unterschriebene Kopie der Freigabe mehr, sondern er druckt das validierte GGED selbstständig aus und legt es dem Zoll ggf. vor. Der Zoll wird sich die validierten GGEDs stichprobenartig vorlegen lassen.

Eine Anleitung zum Umgang mit Traces und der Erstellung eines GGED wird vom Julius-Kühn-Institut unter folgendem Link zur Verfügung gestellt: https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/traces.html

Ähnlich soll es im Versandverfahren (z.B. T1) ablaufen. Der Einführer muss bei der Einlassstelle ein GGED in TRACES erzeugen und dabei eine Weiterleitung zum Bestimmungsort im Binnenland beantragen (I.7 sowie 7.20 des GGED). Der Pflanzenschutzdienst an der Einlassstelle leitet das GGED an den Pflanzenschutzdienst am Bestimmungsort weiter. Dort erfolgt die Validierung. 

Aufgrund der Anmeldedaten wird der Pflanzenschutzdienst nach Ankündigung stichprobenartige Kontrollen des hölzernen Verpackungsmaterials vornehmen.
Entsprechen die Verpackungshölzer bei diesen Kontrollen nicht den Einfuhranforderungen, d.h. keine ISPM Nr. 15-Markierung und/oder Schädlingsbefall, müssen sie vernichtet werden. 

 


Kontakt:
Jobst Heller, Brunhild Köhler, Mara Haseloh
Pflanzengesundheit, Import, Export, EU-Binnenmarkt, Information
Telefon: 0511 4005-2210
Telefax: 0511 4005-2215
E-Mail:


Stand: 26.02.2021



PDF: 34591 - 437.697265625 KB   Risikowarenliste vom 01.10.2020   - 438 KB