Webcode: 01037698

Biosicherheit wichtiger denn je im Geflügelbestand

In Deutschland wurden Ende Oktober die ersten Fälle von Infektionen mit hochpathogenener aviärer Influenza vom Subtyp H5 bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein und Hamburg nachgewiesen. Zuvor wurden Fälle bei Hausgeflügel und Wildvögeln in Russland, Kasachstan, Israel und in den Niederlanden bekannt. Das Risiko weiterer Einträge nach Deutschland wird als hoch eingestuft. 

 

 

 

 

 

Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung des Virus. Es gibt verschiedene Biosicherheitsmaßnahmen die unbedingt konsequent eingehalten werden sollten. Hierzu ist der Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet, unabhängig von der Größe des Bestandes. Hierzu gibt es Merkblätter auf Bundes-, Landes - und Landkreisebene. 

Biosicherheit bedeutet, alle Maßnahmen zur Einschleppung von Krankheiten in einen gesunden Tierbestand auf ein Minimum zu reduzieren.

Die wichtigsten Kontrollpunkte werden hier noch einmal aufgelistet:

  • Bestandsregister täglich führen. Vor allem sind die Abgänge pro Tag zu beobachten. Bei unter 100 Tieren liegt der Alarmwert bei 3 verendeten Tieren / Tag; bei über 100 Tieren bei 2% und mehr / Tag.
  • Erhebliche Veränderungen der Legeleistung, Tiergewichte oder Wasser- und Futterverbräuche sind zu beobachten.
  • ist alles, womit die Tiere in Kontakt kommen wildvogelsicher gelagert. Hierzu zählen u.a. Einstreu, Futter, Treibhilfen, Einstreumaschinen, mobile Einrichtungsgegenstände und Beschäftigungsmaterialien
  • Schutzmaßnahmen gegen unbefugten Zutritt
  • persönliche Biosicherheit, wie z.B. betriebseigene Stallkleidung für Mitarbeiter und Besucher und Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten sind zwingend erforderlich. 
  • Durchführung einer nachvollziehbaren, regelmäßigen Schadnagerbekämpfung
  • Lagerung, Reinigung und Desinfektion sowie deren Dokumentation von Falltieren
  • Reinigung und Desinfektion nach jedem Durchgang

Das FLI hat Merkblätter  als Richtlinie herausgegeben. Einen Sicherheitscheck kann über das Modul "Risikoampel" der Uni Vechta anonym durchgeführt werden. Das LAVES Niedersachsen hat ebenfalls ein Merkblatt für Kleinstgeflügelhalter herausgegeben. Zusätzliche weitere Info hat das LAVES hier veröffentlicht. Beim FLI  finden Sie weitere Info zur Aviären Influenza.

Eine weitere Ausbreitung des Virus wird die Aufstallung von Freilandgeflügel in den betroffenen Regionen zur Folge haben. Alle Freilandhalter sollten sich daher über die Folgen Gedanken machen, damit die Tiere im geschlossenen Stall nicht Unarten entwickeln. Hier könnten z.B. die Legehnnenhalter auf die Erfahrungen aus dem MUD Projekt unter Mitwirkung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen  „Haltung von Legehennen mit intaktem Schnabel“  zurückgreifen.

Darüber hinaus wurde heute (05.11.2020) die Mitteilung durch die Niedersächsische Geflügelwirtschaft veröffentlicht, dass im niederländischen Ort Puiflijk (Gemeinde Druten, Provinz Gelderland) auf einer Farm mit Legehennen mit ungefähr 100.000 Legehennen die Aviäre Influenza des Typs H5 diagnostiziert wurde. Es wird davon ausgegangen, dass es sich wahrscheinlich um die hoch pathogene Variante der Geflügelpest handelt. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, werden die Tiere des Ausbruchsbetriebes und des weiteren Geflügelbetriebes von der Niederländischen Veterinärbehörde geräumt. Das Landwirtschaftsministerium hat um den betroffenen Legehennenbetrieb in Puiflijk ein Sperrbezirk mit einem 3 km-Radius und ein Beobachtungsgebiet mit einem 10 km-Radius eingerichtet, in denen ab heute ein Transportverbot für Geflügel, Eier, Geflügelmist und Einstreumaterial, aber auch für andere Tiere und tierische Produkte aus Betrieben mit gewerblich gehaltenem Geflügel gelten. Die neuen Restriktionszonen überschneiden sich weitgehend mit dem ersten Gebiet um Altforst.

 

AKTUELLES:

Im Landkreis Aurich in einer Kleinsthaltung mit 41 Legehennen wurde das hochpathogene AI-Virus H5 nachgewiesen. Um den Ausbruchsbestand liegen keine weiteren Geflügelhaltungen, so dass der Landkreis keine Restriktionszonen eingerichtet hat. Der Tierbestand wurde bereits geräumt.

Der Landkreis Cloppenburg weißt noch einmal eindringlich auf die strikte Einhaltung der Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in und um die Geflügelhaltungen hin. Das derzeit in der Wildvogelpopulation grassierende Aviäre Influenzavirus H5 besitzt eine enorm hohe Pathogenität. Das Geschehen entwickelt sich aktuell hoch-dynamisch, die Zahl HPAIV H5- positiv getesteter Vögel steigt täglich weiter an. In den Küstenregionen, insbesondere im schleswig-holsteinischen Wattenmeer wird weiterhin ein hohes Aufkommen an toten Wasservögeln beobachtet.

2. WEBSEMINAR

Zum Thema bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Projekt Netzwerk Fokus Tierwohl kurzfristig ein weiteres Webseminar mit dem Thema

"Aufstallungspflicht in kleinen Geflügelhaltungen - Was kommt auf mich zu?" an. Anmelden könne Sie sich hier.

Insbesondere Mobilstallhalter, aber auch alle anderen Freilandgeflügelhaltungen werden über die Herausforderungen und mögliche Lösungen während der Zeit der Aufstallungspflicht informiert.

Dieses Webseminar ist für Sie kostenfrei. Ermöglicht wird dies durch eine Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Projektes Netzwerk Fokus Tierwohl. Die sonst üblichen Kosten belaufen sich auf 29€.


Kontakt:
Silke Schierhold
Beraterin Geflügelhaltung
Telefon: 0441 801-695
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Dr. Peter Hiller
Fachreferent Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-696
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 02.12.2020