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Die Geflügelpest breitet sich weiter aus

Die katastrophalen Auswirkungen der Vogelgrippe (aviäre Influenza) in Nutzgeflügelbeständen in unserer Region werden leider durch die Corona-Pandemie stark überschattet bzw. in den Hintergrund gedrängt. Die Öffentlichkeit erfährt Tag taglich über die Sorgen und Nöte um die Corona-Pandemie und den alltäglichen Einschränkungen. Was jedoch für verheerende Folgen der Ausbruch der Geflügelpest im alten Weser-Ems Gebiet anrichtet, wird verdrängt!

 

                                                                                                                                    

Die Zahl der nachweislich an dem hochpathogenen Geflügelvirus H5N8 gekeulten Putenbetrieben in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und im LK Cuxhaven ist dramatisch angestiegen. Damit sind mehr als 20 Ausbrüche in Putenmastbetrieben verzeichnet, dabei handelt es sich oftmals um Puten im Schlachtalter, aber auch jüngere Tiere waren betroffen. Das hochansteckende Virus infiziert nicht nur Putenbestände, in Cloppenburg und auch im Landkreis Aurich wurden Pekingenten infiziert und gekeult. Im Landkreis Oldenburg hat eine Übertragung von einem infizierten Putenbetrieb auf eine Mastelterntierhaltung stattgefunden. Vor wenigen Tagen erreichte uns die Hiobsbotschaft, dass auch ein Masthähnchenbetrieb mit insgesamt 72.000 Tieren getötet werden musste. Auch hier konnte das sehr ansteckende Virus H5N8 nachgewiesen werden.

Der Geflügelpest-Erreger H5N8 wurde auch in einer Putenmast mit 16.000 Puten im Landkreis Prignitz in Brandenburg festgestellt. Auf Anordnung des zuständigen Veterinäramtes musste der Bestand gekeult werden. Es ist der zweite Fall in einem Nutzgeflügelbestand innerhalb weniger Wochen in Brandenburg.

 

Was das Pestgeschehen so dramatisch macht, ist die Tatsache, dass einige Putenbetriebe zum zweiten Mal in Süd-Oldenburg gekeult werden mussten, denn der erstmalige Ausbruch im Jahre 2016/2017 traf auch die Putenbranche in Niedersachsen erheblich. Für viele Betriebe ist der diesjährige Ausbruch Existenz bedrohend. Zwar haben aus dem Pestgeschehen von 2016/2017 die Betriebe in punkto Biosicherheit viel hinzugelernt und so halten es viele Experten für unwahrscheinlich, dass das Pestgeschehen durch vernachlässigte Sicherheitsmaßnahmen in die Ställe eingetragen wurde. Wie der Präsident der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) mitteilte, schützen die Betriebe ihr Stroh vor Wildvogelkontakt, viele Biosicherheitsmaßnahmen würden verhindern, dass Wildvogelkot in Tierställen gelangt. Trotz aller Biosicherheitsmaßnahmen können aber Offenställe in denen Puten überwiegend gehalten werden, nicht hermetisch abgeriegelt werden. Und nur so kann es sein, dass das hochansteckende Virus von einem Stall zum anderen Stall gelangen kann und vor allem Putenbestände infiziert. Auch Pekingenten werden überwiegend in Offenställen gehalten. Warum jetzt auch am 25.01.2021 ein Hähnchenmastbetrieb mit 34 Tagen alten Tieren mit dem Pestvirus infiziert wurde, ist noch nicht geklärt.

Dramatisch wird es, wenn Tierzahlen veröffentlicht werden. Mit der Keulung der 72.000 Masthähnchen in Lastrup (LK CLP) und der Tötung der 25.000 Pekingenten im Landkreis Aurich sind insgesamt mehr als 350.000 Tiere getötet worden, um der Verbreitung des hochpathogenen H5N8 Virus entgegenzuwirken. Eine mögliche Impfung gegen das Geflügelpestvirus ist generell möglich, politisch und wirtschaftlich hat man jedoch Vorbehalte mit dem Konsum und gerade dem Export von Fleisch von geimpften Geflügel.

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Kontakt:
Dr. Peter Hiller
Fachreferent Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-696
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Stand: 27.01.2021