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Verpflichtende Schulung für niedersächsische Putenhalter*innen

In Deutschland werden derzeit nahezu 100 % der konventionell gehaltenen Puten schnabelkupiert, um die Auswirkungen von Kannibalismus maßgeblich zu reduzieren. Gemäß § 6 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) sind Amputationen, dazu zählt auch das Schnabelkupieren, jedoch grundsätzlich verboten. Sie sind nur unter bestimmten Vorausset­zungen und im Einzelfall erlaubt.

Der Tierhalter muss die Unerlässlichkeit des Eingriffes des Schnabelkürzens zum Schutz der Tiere glaubhaft darlegen, damit die zuständigen Behörden das Kürzen der Schnabelspitze zu­künftig weiter erlauben. Die Unerlässlichkeit des Eingriffes gilt nur dann als gegeben, wenn der Tierhalter unter anderem die Empfehlungen zur Vermeidung des Auftretens von Feder­picken und Kannibalismus (Hrsg.: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Land­wirtschaft und Verbraucherschutz (ML Niedersachsen)) einhält. Ebenso muss er bereits Pick­verletzungen im noch kupierten Bestand dokumentieren und die Teilnahme an einer anerkannten Schulungsveranstaltung zu den oben genannten Empfehlungen nachweisen. Die Teilnahme an den Schulungsveranstaltungen muss bis zum 30.06.2021 erfolgt sein.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet in Zusammenarbeit mit der Osnabrücker Poultry Academy (OPA) der Hochschule Osnabrück, dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und der niedersächsischen Geflügelwirtschaft die entsprechenden Schulungsveranstaltungen an.

Putenhalter, die noch nicht an der Schulung teilgenommen haben, können sich online unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/action/vera.html?id=5911 für die nächste Online-Veranstaltung am 14. April 2021 von 10:00 – 15:30 Uhr (Webcode: 33005911) anmelden. Weitere Schulungstermine sind bisher nicht geplant.

Inhalte dieser Schulungen sind unter anderem neben den Hintergründen zur Unerlässlichkeit des Schnabelkürzens, das risikoorientierte Herdenmanagement, die Tiergesundheit und Separation von verletzten Puten, sowie die bedarfsorientierte Beschäftigung der Tiere.

Diese Schulungen sind so ausgelegt bereits jetzt den Putenhalter dahingehend zu sensibilisieren, dass er betriebsindividuelle Vermeidungsstrategien von Federpicken und Kannibalismus erarbeiten kann und diese flexibel in etwaige Pickgeschehen anpassen kann. Denn die Frage ist nicht ob der Ausstieg aus dem Schnabelkupieren bei Puten kommt, sondern wann der Ausstieg kommt. Daher ist es wichtig sich bereits jetzt mit Möglichkeiten zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus bei der Pute auseinanderzusetzen.


Kontakt:
Christina Schulte
Beraterin Geflügelhaltung, EIP-Projekte
Telefon: 0441 801-247
Telefax: 0441 801-634
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Stand: 08.04.2021