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Coronavirus – es geht uns alle an!

Sonntagnachmittag (22. März 2020) auf einem Pferdepensionsbetrieb – „es ging hier zu wie bei einem Schützenfest“, so die Aussage des Leiters des Betriebes. Familien kamen und wollten hier eine gute Zeit verbringen, fern ab von den Sorgen um die zahlreichen Beschränkungen, die momentan uns alle betreffen. Ein absolutes „no go“! Auch auf den Pferdebetrieben gelten die Personenbeschränkungen und es haben nur die Personen Zutritt, die sich um die Versorgung und das Reiten/Bewegen der Pferde kümmern sollen/müssen.

Von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) sind Unterlagen für Betriebe und Vereine bereitgestellt, die hier nicht alle aufgeführt werden sollen. Auf der Internetseite der FN sind sehr viele Informationen zum Umgang mit Pferden während des Corona-Geschehens zusammengetragen. U. a. gibt es unter FAQ auch die Frage: „An wen kann ich mich in meiner finanziellen Notlage wenden.“ Die Informationen werden durch die FN zeitnah ergänzt.

Öffentliche und private Sportstätten sind zu schließen. Das betrifft auch den Reitunterricht, der abzusagen ist, auch wenn es sich nur um „Einzelunterricht“ handelt. Insofern brechen auch hier die Einnahmen dramatisch ab. Die Pferde dürfen noch geritten werden. Nach Auslegung einiger Gesundheitsämter der Landkreise ist das Reiten in Hallen nicht mehr zulässig, außer die Halle wird nur vom Besitzer selbst oder einem seiner Bereiter vor Ort genutzt. Andere Pferdehalter dürften danach die Halle nicht mehr nutzen, sondern müssen ausreiten oder einen offen Reitplatz nutzen.  

Die Fütterung der Pferde kann sich in vielen Fällen am Erhaltungsbedarf orientieren. Dafür reichen meistens Heu bzw. Heulage aus. Beim Heu rechnet man ca. 1,5 kg pro 100 kg Lebendgewicht, bei Heulage entsprechend mehr, da die Heulage eine geringere Trockensubstanz aufweist. Eine Ergänzung mit einem Mineralfutter (Menge nach Herstellerangaben) macht die Fütterung komplett. Reichen die Mengen an Calcium und Phosphor oft schon über die Grundfutterversorgung hinaus aus, so sind dennoch Spurenelemente und Vitamine zu ergänzen.

Um den Personenverkehr auf den Betrieben zu begrenzen, können z. B. Wurmkuren für alle Pferde in Abstimmung mit dem Tierarzt vom Personal des Betriebes gegeben werden. Daran kann sich dann auch das Mistmanagement orientieren, für die allgemeine Hygiene im Stall nur förderlich. Das gleiche kann mit Impfungen z. B. gegen Influenza geschehen. Natürlich gibt es hierbei größere zeitliche Unterschiede nach dem richtigen Zeitpunkt bei den Pferden, aber die Organisation über den Betrieb macht auch hier Sinn.

Zusätzlich sind notwendige tierärztliche Behandlungen weiterhin möglich. Auch möglich sind notwendige Termine mit einem Hufschmied, um der Gesunderhaltung der Pferde aufrecht zu erhalten.

Aufgrund der aktuellen Lage kann nicht ausgeschlossen werden, dass es noch zu Verschärfungen der Restriktionen kommt. Es liegt an uns allen, sich an die bislang veröffentlichten Einschränkungen zu halten, damit die Verbreitung des Virus verlangsamt bzw. irgendwann eingedämmt werden kann. 


Kontakt:
Ulrike Struck
Fachreferentin Pferdezucht und -haltung
Telefon: 0581 8073-300
Telefax: 0581 8073-160
E-Mail:


Stand: 30.03.2020