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Bundesschau LandTageNord in Wüsting

Niedersächsische Züchter erfolgreich auf Bundesschau

Nach 10 Jahren organisierte der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems zum zweiten Mal im Rahmen der Agrarmesse „Landtage Nord“ in Wüsting die Bundesschau für Milchschafe, Texel und Dorper.

Zur Schau waren insgesamt 176 Zuchtschafe aus elf verschiedenen Schafzuchtverbänden angemeldet. Die Preisrichter aus Sachsen, Bayern und Südafrika wurden von hiesigen Nachwuchskräften unterstützt.

Beim Auftrieb wurden alle Tiere gewogen, die Kennzeichnung geprüft, die Klauen desinfiziert und anschließend die Tiere in geräumige Boxen in ein eigens für die Schau errichtetes Zelt verbracht. Schwerstes Tier der Veranstaltung mit 153 kg war ein groß gewachsener und langer zweijähriger Milchschafbock aus Ostfriesland. Zwei kg weniger wog ein gut bemuskelter Altbock der Rasse Texel aus Rheinland-Pfalz. Die Gewichte der Tiere spielten auf der Schau eine besondere Rolle, denn es waren Gewichtsobergrenzen festgelegt worden, damit die in den Rassebeschreibungen und Zuchtprogrammen festgelegten, rassetypischen Gewichte stärker beachtet werden und die Tiere im Vorfeld der Schau nicht übermäßig stark gefüttert werden.

Das größte Kontingent stellte die Rasse Ostfriesisches Milchschaf. Die gemeldeten 20 Böcke und 69 Zuchtschafe wurden in insgesamt 14 Klassen eingeteilt. Bei den Böcken stellten die Züchter Lindeburg aus Großefehn, Markus aus Leezdorf und Brockhaus aus Löningen jeweils einen Klassensieger. Der vierjährige Bock von Lindeburg präsentierte sich am besten und wurde von den Preisrichtern zum Siegerbock erklärt. Lindeburgs waren mit vier Zuchtböcken aus vier verschiedenen Blutlinien auf der Schau vertreten und tragen maßgeblich zum Erhalt der genetischen Vielfalt bei dieser Rasse bei. Reservesieger wurde ein schicker, selbst gezogener Jährlingsbock von Markus. Bei den weiblichen Tieren der Rasse gab es insgesamt elf Klassensieger. Unter den ein-bis zweijährigen Schafen wurde das Siegerschaf der jüngeren Klassen und unter den älteren Tieren das „Siegerschaf alt“, ermittelt. Bei den älteren Milchschafen hatten die Züchter Rüdebusch, Augustgroden (2), Melbaum, Haselünne (2), Veith, Wittmund, Markus, Leezdorf und Jarick, Brandenburg die Klassensieger. Siegerschaf wurde ein typvolles, korrektes und hoch bewertetes Tier von Melbaum vor dem Ia- Schaf von Jarick. Da Melbaum später auch die Siegersammlung, bestehend aus Bock mit drei Mutterschafen, präsentierte, wurde er von Ministerin Otte- Kinast mit der goldenen Plakette des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Die vier Ia-Schafe der jüngeren Klassen kamen aus den Züchterställen von Schröder, Moordorf (2), Winterhalter, Großefehn und Meinert, Sachsen. Die Preisrichter erklärten das zweijährige Tier von Schröder zum Siegerschaf und der Züchter wurde mit der goldenen Preismünze der LWK Niedersachsen geehrt. Der Züchter Meinert erhielt für den Reservesieger eine Medaille der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, VDL. Begeistert waren die Preisrichter von dem Wettbewerb um den Titel Siegersammlung. Hier konnte jeder Züchter eine Kollektion „Bock mit drei Muttertieren“ oder „Drei Mutterschafe ohne Bock“ in den Wettbewerb schicken. Am ersten Sammlungswettbewerb nahmen 12 Züchter mit 48 Tieren teil und der Richtring war gut gefüllt. Die Kollektion von Melbaum konnte sich knapp vor der Kollektion von Lindeburg durchsetzen. Der dritte Platz ging an die Kollektion von Luckmann aus Mecklenburg-Vorpommern, dem einzigen Züchter, der mit schwarzen Milchschafen an der Bundesschau teilnahm. Am zweiten Sammlungswettbewerb nahmen weitere vier Züchter mit 12 Tieren teil. Hier überzeugte die sehr ausgeglichene Gruppe von Rüdebusch aus Augustgroden und behauptete sich knapp vor der Sammlung von Ulferts aus Kringwehrum.

Auch der Auftrieb bei den Texelschafen konnte sich sehen lassen: 55 Zuchttiere aus 6 Verbänden waren gemeldet. Den besten Bock zeigte der Züchter Hoffmann aus Rheinland-Pfalz. Auf den zweiten Platz kam ein wuchtiger Jährlingsbock von Fettköter aus Westerwalsede. Bei den Mutterschafen gab es sieben Klassensieger der Züchter Zießow, Delmenhorst (3), Hoffmann (2), Fettköter und Zahn, Saarland. Ein dreijähriges Schaf von Zießow mit viel Körpertiefe und korrektem Fundament wurde Sieger der älteren Klassen. Zießow präsentierte später auch die Siegersammlung mit drei typvollen und sehr ausgeglichenen Muttertieren und wurde mit der Silbernen Plakette des Ministeriums ausgezeichnet. Das Schaf vom Zuchtbetrieb Zahn wurde Sieger in der jüngeren Gruppe und der Züchter freute sich über die silberne VDL-Medaille. Den Sammlungswettbewerb Bock mit drei Mutterschafen entschied der Züchter Hofmann für sich und Fettköter belegte den zweiten Platz.

Zum Richten der Dorperschafe war ein Experte aus dem Ursprungsland Südafrika angereist. Hier ist die Rasse Mitte des 20. Jahrhunderts aus den beiden Rassen Blackheaded Persian und Dorset Horn entstanden. Der Name dieser Fleischschafrasse setzt sich aus den drei Anfangsbuchstaben der beiden Ursprungsrassen zusammen.  Kopf, Gliedmaßen und Bauch sind bei den Dorpern  unbewollt und die obere Hälfte des Rumpfes trägt eine Mischwolle, die im Frühjahr mehr oder wenig vollständig abgeworfen wird. In fast allen Wettbewerben gab es hier ein Kopf an Kopf Rennen der Zuchtbetriebe Lang aus Baden-Württemberg und Weideland Qualitz GbR aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie gewannen alle Ia und Ib- Preise und stellten auch die besten Sammlungen. Die Züchter wurden mit der goldenen bzw. bronzenen VDL-Medaille geehrt.                                                        Mit dieser Bundesschau wurde der hohe Leistungsstand und die Qualität der deutschen Zuchtprodukte untermauert und sicherlich auch im Ausland Interesse an guten Zuchttieren geweckt. Die drei ausgestellten Rassen werden deshalb auch im November auf der EuroTier in Hannover gezeigt.

In ihrem Grußwort lobte die Ministerin den ausrichtenden Verband nicht nur für die Ausrichtung der Bundesschau, sondern auch für das Rahmenprogramm mit Infostand, Wollverarbeitung Schafschur, Rassedemonstration usw. Der Landes-Schafzuchtverband bedankt sich beim Veranstalter der Agrarmesse, bei den Preisrichtern, Ordnern sowie bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchgeführt werden könnte.


Kontakt:
Klaus Gerdes
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-611
Telefax: 0441 801-634
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Stand: 09.11.2018