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Kleine Hochsee- und Küstenfischerei in Niedersachsen 2018

In Niedersachsen sind derzeit 133 Fischereibetriebe der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei beheimatet. Dies sind in der Küstenfischerei 112 Krabben- und vier Muschelfischer. In der Kleinen Hochseefischerei sind 17 Schiffe unterwegs.

Mit Ausnahme der Muschelfischerei verlief für die Niedersächsischen Fischereibetriebe das Jahr 2018 wirtschaftlich erfolgreich.

Die Muschelfischer hatten neben sehr niedrigen Verkaufsmengen auch mit niedrigen Preisen zu kämpfen. Die in Niedersachsen gefangenen Miesmuscheln werden ausschließlich in den Niederlanden vermarktet und sind dort weder preis- noch marktbestimmend. Zudem wird es für die Muschelfischer immer schwieriger, geeignete Kulturflächen zu finden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Die Baggerarbeiten auf Ems und Jade verschärfen die ungünstigen Bedingungen zunehmend. Hier wird akuter Handlungsbedarf zur Reduzierung der Bagger- und Verklappungsmengen gesehen.

Positiv war für die Niedersächsischen Muschelfischer 2018, nach fünf Jahren die erfolgreiche Rezertifizierung mit dem MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei.

Die Betriebe der Kleinen Hochseefischerei konnten die guten Umsätze des Vorjahres noch steigern. Dabei entwickelten sich sowohl die Fangmengen als auch die Preise positiv. Die wirtschaftlich wichtigsten Zielarten waren Seezunge, Scholle, Kaisergranat, Steinbutt und Kabeljau. Da die Fischerei in diesem Sektor teils mit Elektrobaumkurren betrieben wird, blickt man hier gespannt nach Brüssel. Es ist derzeit unklar, ob und wie von der EU die Vergabe der Lizenzen für die Elektrofischerei künftig fortgeführt wird.

Für die Krabbenfischer war 2018 ein turbulentes Jahr. In der ersten Jahreshälfte setze sich zunächst der Trend der beiden Vorjahre mit sehr niedrigen Fangmengen fort. Ab Juni verkehrte sich dies ins Gegenteil. Die Fänge konnten vom Handel gegen Ende des Jahres, trotz großer Lagerkapazitäten, kaum noch aufgenommen werden. Im Herbst wurden erste Fangbeschränkungen vorgenommen. Die Gesamt-Fangmenge stieg 2018 um mehr als 70 % im Vergleich zu 2017. Dabei fielen die Preise folgerichtig ebenfalls, stabilisierten sich jedoch bei rd. 2,80 €/kg. So konnten auch die Krabbenfischer 2018 wirtschaftlich erfolgreich abschließen.                                                                                                                           

Die 2018 aufgebauten Lagerbestände werden allerdings auch 2019 weiterwirken. Fangmengenbeschränkungen und niedrige Preise werden voraussichtlich die Folge sein und 2019 den wirtschaftlichen Erfolg wesentlich dämpfen.


Kontakt:
Hilke Looden
Fischerei
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Stand: 19.06.2019