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Ammoniakemissionen von Mastschweinen bei dreiphasiger Fütterung - Ergebnisse des 4. Durchgangs

Die Eiweißversorgung der Mastschweine wirkt sich auf die Höhe der Ammoniakemissionen aus. Der Emissionsfaktor in der TA Luft beträgt derzeit 3,64 kg NH3 je Mastplatz und Jahr, für eine stark N-/P-reduzierte Fütterung sieht die novellierte TA Luft ein Minderungspotenzial von 20 % vor. Das entspricht einem Emissionsfaktor von 2,91 kg je Mastplatz und Jahr. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ermittelt regelmäßig die Ammoniakemissionen von Mastschweinen im Transparenten Stall der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück.

In einer 4. Messreihe wurden 200 Ferkel nach Gewicht und Geschlecht (50 % Eber, 50 % weibliche Tiere) im Juni 2020 in fünf baugleichen Abteilen verteilt. Pro Abteil wurden in vier Buchten je zehn Tiere gehalten. In jeder Bucht ist eine Futterstation (Fa. Hokofarm Group) mit Einzeltiererkennung über Transponder-Ohrmarken installiert. Die Trockenfütterung mit pelletiertem Fertigfutter erfolgte dreiphasig ad libitum.

Tabelle 1: Rohproteingehalte der drei Futterphasen

Mastabschnitt

Rohproteingehalt (%)

28 – 60 kg

60 – 80 kg

80 – 122 kg

16,5

16,0

15,5

Die Rohproteingehalte wurden durch die Analysen bestätigt.

Versuchsergebnisse

Insgesamt wurde ein sehr hohes Leistungsniveau erreicht. Die Tageszunahmen betrugen 1062 g, der Futteraufwand/kg Zuwachs lag bei 2,41 kg.

Die Ammoniakemissionen je Mastplatz und Jahr unterschieden sich in den fünf Stallabteilen. Im Mittel wurden 3,12 kg NH3 ausgeschieden. Damit lag der Wert knapp 15 % unter dem Wert der TA Luft von 3,64 kg.

Tabelle 2: NH3-Emissionen je Mastplatz und Jahr

Mittelwert

Min.  -  Max.

3,12 kg

2,77  -  3,68

In den ersten drei Versuchen schwankten die Emissionswerte der Kontrolltiere, deren Futter 16,5 % Rohprotein enthielt und damit nahezu dem N-/P-reduzierten Futter nach Düngeverordnung entsprach, von 2,40 bis 3,41 kg NH3 (Ø 2,94 kg). Die mittlere Mastmischung im aktuellen Durchgang enthielt 15,9 % Rohprotein. Im Versuchszeitraum von Juni bis September 2020 herrschten sehr hohe Temperaturen im August, was die z.T. hohen Emissionswerte erklären könnte.

In dem Durchgang wurde auch der Gülleanfall sowie der Verbrauch an Tränk- und Prozesswasser in den fünf Abteilen ermittelt.

Tabelle 3: Gülleanfall, Tränk- und Prozesswasserverbrauch pro Mastschwein

 

Gülleanfall

m3

Tränkwasserverbrauch

m3

Prozesswasserverbrauch

m3

             Ø

min.                      max.  

0,516

0,453                              0,606

0,778

0,700                                   0,881

0,0602

 0,056                                  0,063


Kontakt:
Andrea Meyer (Geschäftsbereich Landwirtschaft, Fachbereich 3.5)
Rinderfütterung, Schweinefütterung, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4525
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Wolfgang Vogt
Leiter LPA Quakenbrück, Koordination Versuche Schwein
Telefon: 05431 90309-12
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Stand: 15.06.2021