Webcode: 01021568

Beratungsangebot in der Maßnahmenkulisse der EG-Wasserrahmenrichtlinie

Das Land Niedersachsen fördert seit 2010 in der Maßnahmenkulisse zur Reduktion des Nitrateintrags eine spezielle Gewässerschutzberatung, die in heute elf Beratungsgebieten von verschiedenen Beratungsinstitutionen wahrgenommen wird. Die Maßnahmenkulisse entspricht etwa 34 % der Landesfläche Niedersachsens.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde vom NLWKN in den Gebieten Mittlere Ems Nord, Mittlere Ems Süd sowie Hunte mit der Beratung beauftragt.

Innerhalb dreier Pilotgebiete (Mittlere Weser, Mittlere Ems Süd und Aller links) findet seit Anfang 2014 eine kombinierte Grund- und Oberflächengewässerschutzberatung gemäß WRRL statt. In 2016 ist das Gebiet Ems/ Nordradde hinzugekommen. Hier zielt das Beratungsangebot darauf ab, neben der für die Grundwasserqualität bedeutenden Senkung der Nitratbelastung, die Belastung mit Phosphat aus der Düngung in die Oberflächengewässer zu reduzieren.

Die LWK Niedersachsen bietet für die landwirtschaftlichen Betriebe folgende kostenfreie Beratungsleistungen an:

  • Einzelbetriebliche Düngeberatung
  • Düngeplanungen für den Gesamtbetrieb oder Bewirtschaftungseinheiten
  • Management der organischen Dünger
  • Wirtschaftsdüngeruntersuchungen
  • Vegetationsbegleitende Düngeberatung
  • Einzelbetriebliche Beratung zu den Agrarumweltmaßnahmen
  • Infoveranstaltungen und Feldführungen zu aktuellen Themen
  • Rundschreiben

Voraussetzung für eine einzelbetriebliche Beratung ist, dass mindestens 25 % oder 10 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebes in der Maßnahmenkulisse liegen.

Modell-,  Beratungs- und Nachfragebetriebe

Auf Modell- und Beratungsbetrieben erfolgt eine kontinuierliche bzw. mehrfache, intensive einzelbetriebliche Beratung zur Verbesserung der gesamtbetrieblichen Nährstoffeffizienz. Dazu werden Betriebsdaten analysiert und gesamtbetriebliche Nährstoffbilanzen ermittelt. Auch beinhaltet das Angebot eine schlagspezifische Düngeplanung. Betriebe in der Kategorie "Nachfragebetrieb" erhalten eine reduzierte einzelbetriebliche Beratung.

Auf Demonstrationsflächen der Modellbetriebe besteht für interessierte Berufskollegen und Berater im Rahmen von Feldbegängen die Möglichkeit, sich am praktischen Beispiel unmittelbar über die Umsetzung gewässerschutzorientierter Maßnahmen zu informieren. Darüber hinaus kann eine Beratung zur Düngung und dem bestehenden Angebot von Agrarumweltmaßnahmen in Anspruch genommen werden.

Gewässerschutzkreise als Informations- und Austauschplattform

Zweimal jährlich richtet die LWK Niedersachsen in den Beratungsgebieten Mittlere Ems Nord und Hunte die sogenannten GrundWasserKreise bzw. in Mittlere Ems Süd den WasserKreis aus, um Modellbetriebe, Berater und Multiplikatoren persönlich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und somit den regelmäßigen Austausch zwischen den Beteiligten zu ermöglichen.

DerGrundWasserKreis bzw. der WasserKreis setzt sich aus Modellbetriebsleitern und Teilnehmern zusammen, die von den jeweiligen Institutionen der Berater und Multiplikatoren als Vertreter benannt werden:

  • Vertreter der Unterhaltungsverbände (im Pilotgebiet Mittlere Ems Süd mit dem Angebot der kombinierten Oberflächen- und Grundwasserschutzberatung)
  • Vertreter des Landvolkverbandes
  • Vertreter der Beratungsringe
  • Vertreter der LWK Bezirksstellen
  • Vertreter der Lohnunternehmer
  • Vertreter der Maschinenringe
  • Vertreter der Berufsbildenden Schulen für den Agrarbereich
  • Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
  • Gewässerschutzberatung der LWK Niedersachsen (Geschäftsführung)

Der Erfahrungs- und Informationsaustausch innerhalb der GrundWasserKreise bzw. des WasserKreises umfasst die Berichterstattung und Abstimmung zu den Beratungstätigkeiten.

Einen hohen Stellenwert nehmen die Rückmeldungen aus der Praxis auch hinsichtlich der Akzeptanz von Agrarumweltmaßnahmen ein. Hier besteht die Möglichkeit sowohl Vorschläge zur Optimierung bestehender Maßnahmen als auch neue Vorschläge für Agrarumweltmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

 

 

 

 

 

 


Kontakt:
Beate Thomann
Nachhaltige Landnutzung, Ländlicher Raum
Telefon: 0441 801-388
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 21.03.2017