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Vergleich von Verfahren zur Kraut- und Stärkeregulierung in Biokartoffeln

Versuche des Fachbereiches Ökologischer Landbau haben gezeigt, dass sich das Kartoffelkraut sehr gut mit der Abflammtechnik beseitigen lässt. Positiver Nebeneffekt: Das Beikraut wird größtenteil auch gut erfasst, was die spätere Ernte erleichtert und eine Erhöhung des Samenpotentials im Boden verhindern dürfte. Nachteil: Die Technik ist nicht billig und lohnt sich oft nur im überbetrieblichen Einsatz.



Bild: Moderne Abflammtechnik im Einsatz

Die Kartoffel besitzt im Ökologischen Landbau eine außerordentlich hohe Bedeu­tung. In erster Linie werden Speisekartoffeln erzeugt. Deren Qualität wird nicht uner­heblich durch den Stärkegehalt bestimmt.

Besonders bei festkochenden Sorten in sonnenreichen Jahren, bei langer Wachstumsphase und bei geringem Phytophthorabefall kann es vermehrt zu höheren Stärkegehalten in den Knollen kommen. Sehr hohe Stärkegehalte können die Kocheigenschaften negativ beeinflussen.

Mit beginnender Abreife kann innerhalb einer Woche der Stärkegehalt um 1 bis 1,5 % zunehmen. Bei entsprechender Sonneneinstrahlung ist nur noch ein Zuwachs des Stärkegehaltes und kein Ertragszuwachs mehr zu erwarten. Ab diesem Zeitpunkt muss zeitnah durch Stärkemessungen kontrolliert werden, wann die obere Grenze des Optimalbereiches – dieser ist sortenabhängig - bei der Stärke erreicht wird. Ist dies der Fall, muss durch Entfernen des Kartoffelkrautes weitere Stärkeeinlagerung verhindert werden.

Falls das Kartoffelkraut vorzeitig beseitigt werden muss, geschieht das i. d. R. durch abschlegeln. Insbesondere unter feuchten Witterungsbedingungen besteht jedoch die Gefahr des Wiederaustriebs. Außerdem werden die Beikräuter durch das Schlegeln nicht vollständig entfernt, sondern treiben durch die wegfallende Beschattung des Kartoffelkrautes umso stärker aus. Manche Beikrautarten können dann bis zur Kartoffelernte noch zur Samenreife gelangen. Dies ist aber auch in Jahren zu erwarten, wenn das Kartoffelkraut durch Phytophthorabefall frühzeitig abstirbt. Das Jahr 2007 dürfte diesbezüglich noch in schlechter Erinnerung sein. Ein erhöhter Beikrautdruck in nachfolgenden Kulturen wie z.B. Feldgemüse ist dann vorprogrammiert.

Mit Hilfe der Abflammtechnik, die im Öko-Feldgemüseanbau im zunehmenden Maße zum Einsatz kommt, könnte die Regulierung des Stärkegehaltes und die Beseitigung des Kartoffelkrautes bzw. der Beikräuter in einem Arbeitsgang erfolgen.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat dazu in 2006 und 2007 Versuche, mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, durchgeführt.

Der Versuchsbericht steht nachfolgend zum Download zur Verfügung.

 

Kontakte

Markus Mücke
Dipl.-Ing. agr.
Markus Mücke

Berater Ökologischer Ackerbau, Mechanische Beikrautregulierung, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

0511 3665-4378

markus.muecke~lwk-niedersachsen.de


Andreas Scholvin

0581 8073-137

andreas.scholvin~lwk-niedersachsen.de

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