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Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Tierproduzenten tagte in Verden

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Tierproduzenten (ANT), Wilhelm Willoh, begrüßte Herrn Minister Christian Meyer und die Anwesenden. Die ANT zeigt eine eindrucksvolle Zusammenarbeit der organisierten Tierzucht und Tierhaltung in Niedersachsen. Diese Zusammenarbeit geschieht durch die Verbindung von Politik und Praxis, sowie die Aufklärung von Verbrauchern und Vertretung des Berufstandes in der Öffentlichkeit, so Willoh. Einen großen Dank richtet Herr Willoh an alle Berufskollegen, die ihren Standpunkt in der Öffentlichkeit verteidigen und Einblicke in die Tierhaltung geben. Sie sind Vorbilder und geben der Landwirtschaft ein Gesicht.

Herr W. Willoh, Vorsitzender der ANT, begrüßt Herrn Minister Meyer und die Organisationsvertreter - © N. Schulz, Fb 3.5
 Herr W. Willoh, Vorsitzender der ANT, begrüßt Herrn Minister Meyer und die Organisationsvertreter Nancy Schulz
Herr Dr. Ludwig Diekmann, Leiter des Unternehmensbereichs Tier der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, moderierte die Veranstaltung. In einem Eingangsreferat erläuterte er den ehrenamtlichen Vertretern die Bedeutung und Organisation der Tierzucht und Tierhaltung in Niedersachsen. Dabei macht Diekmann anhand aktueller Zahlen und Fakten die einzigartige Rolle Niedersachsens in Deutschland deutlich.

Herr Dr. Werner Schade (Hannoveraner Verband), Herr Ralf Strassemeyer (Masterrind), Dr. Thorsten Staak (ISN), Herr Klaus Gerdes (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) und Herr Friedrich-Otto Ripke (Niedersächsischer Geflügelwirtschaftsverband) berichteten im Weiteren über die aktuellen Arbeitsschwerpunkte und Probleme der organisierten Tierzucht und Tierhaltung sowie der Leistungsprüfung. Aktuell findet ein massiver Strukturwandel in der Pferdezucht statt. Dr. Schade betonte, dass der Wolf nicht nur bei den Schaf- und Ziegenhaltern, sondern auch in der Pferdehaltung ein Problem sei. Alle Referenten mahnen den Minister an, dass oft Zeithorizonte für geplante Maßnahmen der Politik (z.B. Tierschutzplan) zu knapp gehalten werden und somit nicht endgültig bedachte Maßnahmen dem Tierwohl schaden könnten. Viele Hobbyhalter im Bereich Schaf und Ziege geben aufgrund der steigenden Bürokratie die Tierhaltung auf. Herr Ripke lobt Minister Meyer für die aktuelle Förderung von Projekten, was nicht in allen Bundesländern selbstverständlich ist. Gleichzeitig fordert er weitere Unterstützung für die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Tierhaltung, Verhandlungen mit dem Handel sowie Öffentlichkeitsarbeit und bittet den Minister eine Partnerschaft anzunehmen, um weitreichende Folgeschäden für die Landwirtschaft abzuwenden.

Dr. Diekmann, Leiter Unternehmenesbereich Tier der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (re.) und Minister Meyer (li.) - © N. Schulz, Fb. 3.5
 Dr. Diekmann, Leiter Unternehmenesbereich Tier der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (re.) und Minister Meyer (li.) Nancy Schulz
Herr Minister Christian Meyer beteuert sein Verständnis für die dargestellten Probleme. Besonders die bäuerlichen Betriebe liegen ihm am Herzen und müssen bestehen bleiben. Für ihn steht fest, dass es Veränderungen in der Tierhaltung geben muss. Die bestehenden Verbraucherdebatten müssen mit einbezogen werden. Die geplanten Veränderungen umfassen sowohl die Haltungsformen als auch faire Löhne und Einkommen in der Landwirtschaft. Niedersachsen hatte in der Vergangenheit oftmals eine Vorbildrolle und wird diese auch in Zukunft weiter bekleiden. Weiteres Wachstum soll in Zukunft auf Qualität abzielen. Auch die Neuregelungen für Antibiotika sind notwendig, da mit Antibiotika keine schlechten Haltungsbedingungen ausgebessert werden können und sollen. Ziel ist es, so Meyer, den Dialog zwischen allen Beteiligten und die Akzeptanz der Landwirtschaft bei den Verbrauchern zu verbessern.

Minister Meyer hat vor den rund 100 Vertretern der niedersächsischen Tierzucht- und Tierhaltungsorganisationen betont, dass er keine Maßnahmen zulassen werde, die die Tierschutzprobleme verstärken, statt sie zu vermindern. Gleichzeitig hat er betont, dass die Ökonomie gewahrt bleiben müsse. Auf keinen Fall solle durch seine Politik die Tierproduktion ins Ausland verdrängt werden.

Herr Ruprecht (ZEH) definierte im Schlusswort den Begriff Tierproduzent und relativiert die Begrifflichkeit der industriellen Nutztierhaltung. Eine Diskussion um groß und klein ist nicht zielführend. Er appelliert für eine Diskussion mit mehr Realismus und Rationalität, die weniger emotional geführt wird.

Kontakte

Dr. Ludwig Diekmann

Leiter Fachbereich Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier, Tiergesundheitsdienste

 0441 801-635

  ludwig.diekmann~lwk-niedersachsen.de


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