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Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG

Im Rahmen der landesweiten Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz (§ 28 NWG) führt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Versuche zur grundwasserschutzorientierten Landbewirtschaftung durch, die durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aus der Wasserentnahmegebühr finanziert werden. Erkenntnisse über die exakten Zusammenhänge zwischen Stickstoffdynamik im Boden, und der Nitratkonzentration im Sickerwasser liefern Versuche mit ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen.

Beispielhafter Aufbau einer Sickerwasseranlage
Beispielhafter Aufbau einer SickerwasseranlageMarie-Christin Albers
Der Schutz des Grundwassers und vor allem der Erhalt der Trinkwasserqualität sind wichtige Kriterien für eine nachhaltige Landbewirtschaftung. Die Ziele sind EU-weit in der EU-Wasserrahmenrichtlinie beschrieben. Die deutsche Trinkwasserverordnung schreibt für Nitrat einen Grenzwert von 50 mg/l vor. Mithilfe der Wasserschutzversuche sollen die Auswirkungen der Landbewirtschaftung und Möglichkeiten zur Reduktion der Nitrateinträge in das Grundwasser untersucht und erläutert werden. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) wird an vier Versuchsstandorten mit Hilfe von Saugsondenanlagen die Nitratkonzentration im Sickerwasser unter verschiedenen Bewirtschaftungsmaßnahmen gemessen. Insbesondere die Höhe der Stickstoffdüngung (N-Düngung), die Auswirkungen verschiedener Fruchtfolgen oder des Zwischenfruchtanbaus werden dabei erfasst.

Bodenwasser-Untersuchungen geben Auskunft über den Einfluss von Bewirtschaftungsmaßnahmen, insbesondere zur Stickstoffdüngung auf die Sickerwasserqualität. Dabei wird mit Hilfe von Saugsonden dem Boden durch den Anschluss an eine Unterdruckpumpe Sickerwasser entzogen. Das Sickerwasser wird in den Sammelflaschen aufgefangen und anschließend auf Nitrat analysiert.


Grundwasserschutzorientierte N-Düngung

Sickerwasseranlage LBEG in Hamerstorf
Sickerwasseranlage in HamerstorfWolfgang Ehrecke
Im Wasserschutzgebiet Thülsfelde (Landkreis Cloppenburg) wird seit Herbst 1995 ein Feldversuch zur grundwasserschutzorientierten Landbewirtschaftung mit unterschiedlichen N-Düngungsvarianten in vierfacher Wiederholung durchgeführt. So können auch langfristige Effekte zuverlässig erfasst werden. Zur Erfassung des Wasser- und Stickstoffhaushalts wurden 1995 eine bodenhydrologisch-meteorologische Messstation, eine Saugsondenanlage und im Jahr 2000 eine Lysimeterstation, bestehend aus zwei Einzellysimetern, installiert. Es wird untersucht wie sich reduzierte und überhöhte N-Düngung auf Sickerwasserqualität, N-Dynamik im Boden, Erträge und Qualitätsparameter auswirken sowie welchen Einfluss die Fruchtfolge auf die Stickstoffdynamik im Boden hat. Im Jahr 2020 wurde eine gemeinsame Auswertung und Berichtserstellung von LWK und LBEG über den Zeitraum von 1998 bis 2018 vorgenommen. Die langjährigen Ergebnisse zeigen, dass eine reduzierte N-Düngung im Maisanbau eine effektive Strategie zur Senkung von Nitratausträgen ins Grundwasser ist.

 


Grundwasserschutzorientierter Zwischenfruchtanbau

Vorstellung der Sickerwasseranlage LBEG Feldtag 2017 in Hamerstorf
Vorstellung der Sickerwasseranlage durch das LBEG beim Feldtag am 01.06.2017 in HamerstorfWolfgang Ehrecke
Der Versuch in Wehnen zu den Auswirkungen des Zwischenfruchtanbaus wurde 2012 neu angelegt. Als Fazit kann bisher festgehalten werden, dass ein Zwischenfruchtanbau nach Winterroggen die Nitratausträge deutlich reduziert. Der durch die Zwischenfrucht konservierte Stickstoff wird dem nachfolgenden Mais in Teilen zur Verfügung gestellt und kann die N-Austräge nach Mais erhöhen sofern er bei der N-Düngung zu Mais nicht entsprechend berücksichtigt wird. Der Zwischenfruchtanbau, ob gedüngt oder ungedüngt, führt in der Fruchtfolge Winterroggen-Zwischenfrucht-Mais zu einer Reduzierung der N-Austräge und der Nitratkonzentrationen im Sickerwasser. Werden die Empfehlungen zur N-Düngung sowohl bei der Düngung der Zwischenfrucht, als auch bei der Maisdüngung beachtet, führt der Zwischenfruchtanbau zu verringerten Nitratausträgen.


In den im jeweiligen Downloadbereich angefügten Berichten werden langjährige Ergebnisse und Entwicklungen sowie aktuelle Ergebnisse dargestellt.

Standort Thülsfelde

Standort Wehnen

Standort Hamerstorf

Standort Schickelsheim

Kontakte

Dr. Norbert Bischoff

 0511 643 -2398

  norbert.bischoff~lbeg.niedersachsen.de


Linda Noltemeyer

 0511 643 -3941

  linda.noltemeyer~lbeg.niedersachsen.de


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