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Mitarbeiter finden und binden mit steuerfreien Zuwendungen

Als Arbeitgeber attraktiv zu sein spielt auch in der Landwirtschaft eine zunehmende Rolle, um Arbeitnehmer langfristig zu binden und letztlich: um als Betrieb erfolgreich zu sein. Ein kleiner Zuschlag beim Entgelt kann Wunder bewirken.

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steuerfreiAnke Fröhlich
Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Mitarbeitern wird in den kommenden Jahren steigen, während gleichzeitig der Anteil der Erwerbstätigen in unserer Gesellschaft sinkt. Die Folge ist ein Fachkräftemangel – und der macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Wer also gute Mitarbeiter haben will, muss als Arbeitgeber attraktiv sein. 

Ob das der Fall ist, wird von externen und internen Faktoren bestimmt. Externe Faktoren wie Betriebsstandort, Verkehrslage, Image, Zukunftsaussichten, lassen sich meist nicht durch den Betrieb beeinflussen. Interne Einflussfaktoren dafür umso mehr. Betriebe können an daran arbeiten, um sich von den Mitbewerbern abzusetzen: Arbeitsbedingungen, das Verhältnis von Arbeit zu Freizeit, Vereinbarkeit Beruf und Familie, Flexibilität, Betriebsklima, Regelungen zur Aufgabenverteilung und verbundenen Perspektiven habe Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Was das Gehalt betrifft, so gibt es im Einkommensteuergesetz (EStG) Möglichkeiten für begünstigte Zuwendungen, die einer/m Arbeitnehmer/in neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zufließen können. Es öffnet damit Wege zu variablen Vergütungssystemen.

Die gesetzliche Grundlage sind die Paragrafen 3,8, 22 und 40 EStG. Werden die Voraussetzungen für die jeweilige Zuwendung erfüllt, dann fallen darauf keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge an. Sowohl Arbeitnehmer*in als auch Arbeitgeber*in sind hier also im Vorteil, denn bei Lohnerhöhung, Beteiligungen oder Zulagen werden immer Lohnsteuer bzw. Sozialversicherungsbeiträge fällig.
 

Einige Beispiele für steuerfreie Zuwendungen

Wollen Sie einen Schlosser beschäftigen, der, um Fahrtzeit zu sparen, näher an seinem Wohnort arbeiten möchte, können Sie ihm seinen Lohn über die Nutzung eines Werkzeuggeldes erhöhen. Ein Werkzeuggeld ist die Entschädigung für die betriebliche Benutzung von Werkzeugen eines Arbeitnehmers (§ 3 Nr. 30 EStG)

Sie können Mitarbeiter*innen auch typische Berufskleidung überlassen (§ 3 Nr. 31 EStG). Dazu zählen unter anderem Sicherheitsschuhe, Damit schlagen Sie sogar „zwei Fliegen mit einer Klappe“: Der Arbeitnehmer*in erhält einen zusätzliche Leistung und Sie gewährleisten gleichzeitig den nötigen Arbeitsschutz.

Die Nachwuchsförderung kann damit beginnen, dass Sie ihrem landwirtschaftlichen Azubi die Übernahme der Kosten des Führerscheins (Klasse T oder L) anbieten und sich so den festen Mitarbeiter von morgen zu sichern.

Sogar bei Aktivitäten zur Verbesserung des Betriebsklimas hilft das Lohnsteuergesetz. Um das kollegiale Miteinander zu fördern, können Betriebsveranstaltungen bis zu einem Freibetrag von 110 Euro, einschließlich Mehrwertsteuer je Arbeitnehmer*in und Kalenderjahr in Ansatz gebracht werden.

Ein weitere Mittel ist die betriebliche Altersvorsorge: Betriebe können bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in eine Pensionskasse oder Pensionsfond einzahlen und diese Leistung als Betriebsausgabe geltend machen. Für Mitarbeiter*innen ist diese Möglichkeit der Altersvorsorge sehr interessant, da sie ausschließlich arbeitgeberfinanziert ist, und andere Sparformen nur wenig Zinsen abwerfen.

 

Weitere Möglichkeiten für steuerfreie Zuwendungen

  • Ersatz von Kindergartenbeitrag
  • Aufmerksamkeiten bis 60 € (einschl. USt.) anlässlich eines persönlichen Ereignisses (z.B.  Geschenk)
  • Handyüberlassung ohne Betragsbegrenzung (wichtig: Arbeitgeber bleibt Eigentümer vom Handy)
  • Computerüberlassung für private Zwecke (wichtig: Arbeitgeber bleibt Eigentümer vom PC)
  • Fort- oder Weiterbildungskosten im Interesse des Arbeitgebers
  • Sonn- und Feiertagszuschläge zum Grundlohn
  • Sachbezüge bis 50 € / Monat, z.B. Warengutschein oder Tankgutschein. Wichtig dabei, dass  alle Sachbezüge zusammengerechnet die monatliche Höchstgrenze nicht überschreiten
  • Rabattfreibetrag für Einkauf im Arbeitgeber-Geschäft
     

Verfasser: Hartmut Osterkamp, LWK Nordrhein-Westfalen

Kontakte

Hartmut Osterkamp

 0251 2376 369

  hartmut.osterkamp~lwk.nrw.de


Matthias Brandner
Dipl.-Ing. agr.
Matthias Brandner

Fachreferent Arbeitnehmerberatung

 0441 801-328

  matthias.brandner~lwk-niedersachsen.de


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