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Vorabveröffentlichung der Ernte- und Herbst-Nmin-Werte 2017

Die Reststickstoffgehalte im Boden direkt nach der Ernte und zu Beginn der Sickerwasserperiode geben Hinweise auf die potentielle Nitratauswaschung und Hinweise zur Beurteilung der vorangegangenen Bewirtschaftung bzw. den Erfolg von Maßnahmen zum Grundwasserschutz, wie beispielsweise reduzierte N-Düngung oder Zwischenfruchtanbau.

Nmin-Werte 2017
Versuchsstandorte 2017Marie-Christin Albers
Seit 2016 werden die Nmin-Werte direkt nach der Ernte 2017 und wenn möglich zu Beginn der Sickerwasserspende (Herbst-Nmin-Wert) aus den Wasserschutzversuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, finanziert im Rahmen der landesweiten Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz gem. § 28 NWG aus der Wasserentnahmegebühr, und aus Pflanzenbauversuchen mit grundwasserschutzorientierten Fragestellungen vorab online veröffentlicht. Je nach Fragestellung variiert die Anzahl der Standorte und Varianten. Da in den Wasserschutzversuchen der Zusammenhang zwischen der Höhe der N-Düngung und N-Dynamik im Boden bzw. N-Austrag untersucht wird, ist hier der Untersuchungsumfang deutlich höher als in den Versuchen mit pflanzenbaulichen Fragestellungen wie z.B. Beregnung. Alle Ergebnisse aus den Wasserschutzversuchen sowie weitere Informationen zur Versuchsdurchführung und zum Witterungsverlauf sowie Standorteigenschaften werden nach Abschluss der Auswertung im Versuchsbericht 2017 veröffentlicht.

Bei der Interpretation der Ergebnisse aus dem Versuchsjahr 2017 ist zu beachten, dass regional bereits Niederschläge im Juli/August zu einer Nitratverlagerung vor der Ernte geführt haben können. Das heißt, es wurde ggf. nicht der gesamte mineralische Nmin-Gehalt im Boden erfasst. Der zweite Probenahme-Termin im Herbst (Ende der Vegetationsperiode) wurde trotzdem Anfang November durchgeführt, um in allen Kulturen eine evtl. Nachmineralisation zu erfassen. Dabei ist zu beachten, dass es auch regional unterschiedliche Niederschlagsmengen im Versuchsjahr 2017 gab. Daher kommt bei einer Interpretation der Standortfrage eine noch höhere Bedeutung zu. Die Auswertung des LBEG 2017 über den Beginn der Sickerwasserspende und Nitratfrachten können ggfs. bei einer genaueren Interpretation helfen.


 

Den ausführlichen Bericht mit den vorab veröffentlichten Nmin-Werten der Versuchsstandorte in 2017 finden Sie unten als PDF-Datei zum Downlaod.

 


 1.  Nmin-Werte nach Silomais

 Silomais-Versuchsstandorte 2017: Thülsfelde (LK Cloppenburg), Wehnen (LK Ammerland), Rockstedt (LK Bremervörde), Werlte (LK Emsland), Ihlow (LK Aurich), Wettmar (LK Celle)

Langfristige Auswirkungen unterschiedlicher N-Düngung (Thülsfelde, 644)

Am Versuchsstandort Thülsfelde (644), einem schwach tonigen Sand, werden seit 1995 in einer festen, mineralisch gedüngten N-Düngestaffel sowie in einer Vergleichsvariante mit organisch-mineralischer Sollwertdüngung in drei Versuchen Ernte- und Herbst-Nmin-Proben gezogen. Dabei wird zwischen einer Fruchtfolge mit ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen (644a), einer konventionellen Fruchtfolge (644b) und einer grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge (644c) unterschieden. Im Jahr 2017 wurde Silomais in Engsaat (37,5 cm) und in Normalsaat (75 cm) angebaut. Bei der Beurteilung der Ergebnisse der Nmin-Untersuchungen am Versuchsstandort Thülsfelde muss berücksichtigt werden, dass es sich hier um einen Langzeitversuch handelt, der an diesem Standort bereits seit 1995 mit gleicher N-Düngung der einzelnen Parzellen durchgeführt wird.

Ergebnisse im Teilstück mit der Variante 644a: Im Teilstück a (644a) mit Engsaat wurde ein Frühjahrs-Nmin-Gehalt am 13.03.2017 von 11 kg Nmin/ha ermittelt. In der Variante ohne N-Düngung der Fruchtfolge mit Sickerwasseruntersuchungen lag der Ernte-Nmin-Wert bei 12 kg Nmin/ha. Bis zu einer N-Düngung von 100 kg N/ha konnte kein Anstieg der Ernte-Nmin-Werte festgestellt werden. Mit einer Steigerung der N-Düngung darüber hinaus stiegen auch die Ernte-Nmin-Werte. In der mit 150 kg N/ha gedüngten Variante lag der Ernte-Nmin-Wert bei 32 kg Nmin/ha, ähnlich wie die nach N-Sollwert (180 kg N/ha) gedüngte Variante, bei der dieser bei 28 kg Nmin/ha lag. Bei einer überhöhten N-Düngung mit 200 kg N/ha stieg der Nmin auf 85 kg Nmin/ha an. Am 10.11.2017 erfolgte eine zweite Probenahme im Herbst um ggf. eine Stickstoffmineralisation zu erfassen. Bis zu einer N-Düngung von 150 kg N/ha lagen die Nmin-Gehalte zwischen 23 und 40 kg Nmin/ha. Die höchste N-Düngungsstufe wies dabei einen Nmin-Gehalt von 76 kg Nmin/ha auf. Die nach Sollwert (org. + min.) gedüngte Variante hatte einen Reststickstoffgehalt von 38 kg Nmin/ha.

Ergebnisse im Teilstück mit der Variante 644c: In der grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge mit Engsaat (644c) ist der Nmin-Verlauf ähnlich wie in der Variante im Teilstück A. In der 160 kg N/ha und 200 kg N/ha gedüngten Variante stiegen die Nmin-Werte allerdings auf 150 und 107 kg Nmin/ha an. Die Sollwertvariante lag mit 32 kg Nmin/ha auf ähnlich niedrigem Niveau wie in der Fruchtfolge mit ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen. Beim zweiten Probenahme-Termin am 10.11.2017 lagen die Herbst-Nmin-Gehalte in den Varianten mit einer N-Düngung von bis zu 120 kg N/ha zwischen 28 und 41 kg Nmin/ha. Bei einer N-Düngung oberhalb des Sollwertes waren die Herbst-Nmin-Gehalte mit 84 (160 kg N/ha) bzw. 151 kg Nmin/ha höher. In der nach N-Sollwert gedüngten Variante aus Schweinegülle mit mineralischer Ergänzung wurde ein Nmin-Wert von 65 kg Nmin/ha ermittelt.

Ergebnisse im Teilstück mit der Variante 644b: In der konventionellen Fruchtfolge (644b) mit Normalsaat bis zu einer N-Düngung von 150 kg N/ha lag der Nmin-Wert auf einem niedrigen Niveau unter 24 kg Nmin/ha. In der mit 200 kg N/ha gedüngten Variante stieg der Nmin-Wert auf 45 kg Nmin/ha. In der deutlich überhöhten mit 250 kg N/ha gedüngten Variante stieg der Nmin-Wert drastisch auf 168 kg Nmin/ha. Der Frühjahrs-Nmin-Wert lag in 2017 zwischen 11 bzw. 19 kg Nmin/ha. Die Herbst-Nmin-Werte vom 10.11.2017 in den bis in Höhe des Sollwertes gedüngten Varianten liegen zwischen 24 bzw. 33 kg Nmin/ha. Die hoch bzw. sehr hoch gedüngten Varianten weisen einen Herbst-Nmin-Gehalt von 60 (200 kg N/ha) bzw. 83 kg Nmin/ha (250 kg N/ha) auf. Die nach Sollwert gedüngte Variante hat dabei nur einen Herbst-Nmin-Gehalt von 29 kg Nmin/ha. In der sehr hoch gedüngten Variante zeigt die deutliche Abnahme des Nmin-Wertes, dass zwischen dem Ernte-Zeitpunkt und dem Zeitpunkt der Messung des Herbst-Nmin-Gehaltes eine Auswaschung stattgefunden haben muss.

Um weiterhin beurteilen zu können, inwieweit eine eventuelle Auswaschung die N-Mineralisationseffekte überlagert hat, kann der Abgleich mit den ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG helfen.

Grundwasserschutzorientierter Zwischenfruchtanbau - Berücksichtigung der N-Nachlieferung aus Zwischenfrüchten an die darauffolgende Hauptfrucht Silomais (Wehnen, 645)

Am Versuchsstandort Wehnen, einem leichten Sandstandort, werden seit 2012 in einer festen, mineralisch gedüngten N-Düngestaffel im Silomais Ernte-Nmin-Proben gezogen. Im Spätsommer 2016/2017 wurden vor Mais unterschiedliche Zwischenfruchtvarianten angelegt. Neben einer mineralisch gedüngten Zwischenfrucht und einer organisch (Schweinegülle) gedüngten Zwischenfrucht wurde auch die ungedüngte Zwischenfrucht getestet. Die vierte Variante war eine Kontrollvariante ohne vorangegangene Zwischenfrucht. So ergeben sich hier insgesamt 24 Varianten. Zum Zeitpunkt der Frühjahrs-Nmin-Beprobung (30.03.2017) lag der Nmin-Wert zwischen 12 (ungedüngte Zwischenfrucht) und 24 kg Nmin/ha (organisch gedüngte Zwischenfrucht).

Bei der Nachernte-Beprobung im Mais lagen die Nmin-Werte in allen Varianten, unabhängig von der vorangegangenen Zwischenfrucht, bis zur N-Düngungshöhe im Bereich des N-Sollwertes unter 20 kg Nmin/ha. Mit Zunahme der N-Düngung (ab 240 bzw. 300 kg N/ha) verdrei- bis vervierfachte sich der Nmin-Wert. Der höchste Nmin-Werte wurde dabei in der mit 300 kg N/ha mineralisch gedüngten Variante (nach einer mineralisch gedüngten Zwischenfrucht) gemessen. Die Ergebnisse zeigen, wie auch schon in den Vorjahren, dass sich bei einer N-Düngung oberhalb der N-Sollwertempfehlungen (zukünftig N-Bedarfswert) und bei einer zusätzlichen N-Nachlieferung durch die vorangegangene Zwischenfrucht die auswaschungsgefährdeten Reststickstoffgehalte im Herbst im Boden erhöhen.

Die Herbst-Nmin-Beprobung wurde am 14.11.2017 trotz frühem Beginn der Sickerwasserperiode durchgeführt, um ggf. Nachmineralisationseffekte zu erfassen. Dabei lagen alle Nmin-Werte auf insgesamt niedrigem Niveau zwischen 21 und 29 kg Nmin/ha in den bis 180 kg N/ha gedüngten Varianten. Die zum Teil deutlich höheren Nmin-Werten in den mit 240 bzw. 300 kg N/ha gedüngten Varianten nach der Ernte fanden sich zum zweiten Probetermin nur in der Tendenz wieder. Hier hat mit großer Wahrscheinlichkeit bedingt durch die hohen Niederschläge am Standort in Wehnen eine Nitratverlagerung zur Verringerung des im Boden vorhandenen mineralischen Stickstoffs geführt. Dies ist teilweise auch in der Verteilung des Nmin-Gehaltes in den untersuchten Bodenschichten ablesbar. Weitere Erkenntnisse zur Stickstoffverlagerung werden die ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen des LBEG bringen, die insbesondere in Jahren mit hohen Herbstniederschlägen wichtig für die Deutung des Verlagerungsverlaufes sind.

Strategien zur grundwasserschutzorientierten N-Düngung von Silomais (Rockstedt, Werlte, 648)

An den Versuchsstandorten Rockstedt und Werlte (lehmig sandige Standorte) wurden neben einer festen N-Düngestaffel unterschiedliche Strategien zur N-Düngebedarfsermittlung verglichen und die Auswirkungen einer späten Wirtschaftsdüngergabe untersucht.

Der Frühjahrs-Nmin-Gehalt am Versuchsstandort in Rockstedt wurde am 18.03.2017 mit 19 kg Nmin/ha ermittelt. Die späten Frühjahrs-Nmin-Gehalte (05.07.2017) lagen auf deutlich höherem Niveau als am Standort in Werlte. Bis zu einer N-Düngung von 120 kg N/ha waren diese unter 50 kg Nmin/ha. Mit zunehmender N-Düngung stiegen die Gehalte von 90 auf bis zu 154 kg Nmin/ha (mineralische N-Düngung mit 300 kg N/ha) an. Dabei wurden alle Varianten am 03.05.2017 je nach Düngungsstufe bis maximal 120 kg N/ha gedüngt. Der zweite N-Düngungstermin in den höheren Düngungsstufen war am 15.06.2017. Aufgrund von Sturmschäden konnte der Versuch in Rockstedt in 2017 nicht beerntet werden.

Am Versuchsstandort in Werlte lag der Frühjahrs-Nmin-Wert (31.03.2017) bei 30 kg Nmin/ha. Nach der Ernte stieg der Nmin-Wert mit steigender N-Düngung an. Bis zu einer N-Düngung bis zu 180 kg N/ha lag der Nmin-Wert bis 25 kg Nmin/ha auf einem niedrigen Niveau. Dabei unterschieden sich die Variante 120 kg N/ha mineralisch und 120 kg Gesamt-N aus Schweinegülle nicht. Ab einer Düngungshöhe von 240 kg N/ha lag der Nmin-Wert bei 70 bzw. 82 kg Nmin/ha (mineralische N-Düngung mit 300 kg N/ha). Auffallend war, dass die Methode „N-Düngung anhand der späten Nmin-Probenahme“ bei einer N-Düngung von 90 kg N/ha mit 57 kg Nmin/ha nach der Ernte über den vergleichbaren Varianten lag. Hier wurde evtl. die N-Nachlieferung des Standortes unterschätzt. Daher bleibt die ausführliche Auswertung des Versuchsberichtes 2017 abzuwarten.

Grundwasserschutzorientierte Maisdüngung auf humusreichen Standorten (Wettmar, Ihlow, 916)

An den Versuchsstandorten in Wettmar und Ihlow werden N-Düngestrategien auf humusreichen Standorten mit höherer N-Nachlieferung getestet. Dabei werden neben einer festen N-Düngestaffel, Varianten mit Abschlägen in der Höhe der N-Düngung untersucht, mit dem Ziel die N-Nachlieferung dieser Standorte besser einschätzen zu können und hohe Reststickstoffgehalte nach der Ernte bzw. zu Beginn der Sickerwasserspende zu vermeiden. Neben der N-Sollwert-Düngung werden Abschläge entsprechend des landesweiten Modells „L5“ und eine regionalspezifische Beratervariante untersucht.

Am Versuchsstandort Wettmar konnte aufgrund der Witterungen in diesem Jahr keine Beerntung und keine Nmin-Beprobung stattfinden.

Am Versuchsstandort in Ihlow (13,74% Corg) lag der Frühjahrs-Nmin-Wert mit 84 kg Nmin/ha (0-90 cm) auf hohem Niveau. Dabei variierten die Nmin-Werte nach der Ernte (26.10.2017) in der N-Düngestaffel bis 120 kg N/ha und den Beratervarianten zwischen 33 und 46 kg N/ha und waren damit auf relativ niedrigem Niveau. Ab einer N-Düngungshöhe von 180 kg N/ha (exkl. Nmin) stieg der Nmin-Gehalt von 78 auf 180 kg Nmin/ha bei einer deutlich überhöhten N-Düngung (240 kg N/ha) an. Obwohl schon aufgrund der Niederschläge eine Verlagerung des Nitrats vor dem Erntetermin aufgetreten ist, bilden die Nmin-Werte auch die ansteigende N-Düngung ab. Die Ergebnisse der Nmin-Untersuchungen direkt nach der Maisernte 2017 im Versuch zur Anpassung der Maisdüngung auf humusreichen Standorten bestätigen, dass auf diesen Standorten eine überhöhte N-Düngung einen Anstieg der Ernte-Nmin-Werte zur Folge hat. Aufgrund der anhaltender Niederschläge konnte der Silomaisversuch erst Ende Oktober beerntet werden. Somit erübrigte sich auch der späte Nmin-Probenahme-Termin im Herbst. Der Versuch soll auch in 2018 weitergeführt werden.

Auswirkungen der Düngung mit verschiedenen Misten auf die N-Dynamik im Boden (Wehnen, 461)

In dem am Standort Wehnen langjährig angelegten Versuch zur N-Düngung mit unterschiedlichen Festmisten (mit 60 kg N/ha mineralischer Ergänzung) im Vergleich zu einer mineralischen N-Düngestaffel wurde 2017 Silomais angebaut. Im Frühjahr wurde der Nmin-Gehalt des Bodens untersucht, dieser lag am 23.03.2017 bei 27 kg Nmin/ha.

Bis zu einer N-Düngungshöhe von 120 kg N/ha unterschieden sich die Ernte-Nmin-Gehalte (Probenahme 13.10.2017) mit Gehalten zwischen 20 und 24 kg N/ha nicht. Ab einer N Düngungshöhe von 180 kg N/ha stieg der ermittelte Ernte-Nmin auf 75 kg Nmin/ha bis auf 147 kg Nmin/ha in der stark überdüngten Variante mit 300 kg N/ha an. In den mit 100 kg Gesamt-N/ha aus Festmist und mit 60 kg N/ha mineralisch über KAS ergänzten Düngungsvarianten gibt es z.T. große Unterschiede zwischen den Varianten. In der mit Hühnertrockenkot (HTK) gedüngten Variante liegt der Ernte-Nmin-Gehalt bei 50 kg Nmin/ha. In der mit strohreichem Entenmist (EM) gedüngten Variante wurde der niedrigste Wert mit 37 kg Nmin/ha erreicht. Hühnertrockenkot bzw. Putenmist (PM) wiesen mit 91 bzw. 129 kg Nmin/ha die höchsten Nmin-Gehalte auf, welche vergleichbar mit der in der N-Düngestaffel 240 kg N/ha gedüngten Variante sind. Es ist zu beachten, dass an diesem Standort, wie regional auch in ganz Niedersachsen, bereits Sickerwasser und damit eine Nitratverlagerung vor dem Erntetermin aufgetreten ist. Hier kann u. U. der in Wehnen angelegte Versuch mit begleitenden Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG weitere Interpretationshilfe geben.

Der zweite Probenahme-Termin wurde zur Erfassung einer evtl. weiteren Nachmineralisation bis zum Termin am 15.11.2017 durchgeführt. Während die Nmin-Werte der mineralischen N-Düngestaffel annähernd gleich waren, konnte bei den organisch gedüngten Varianten eher eine Zunahme der Nmin-Gehalte gemessen werden. So wurde bei der Variante mit Putenmist ein Nmin-Gehalt festgestellt, der um 20 kg Nmin/ha höher lag, als zum Termin direkt nach der Ernte, obwohl vermutlich bereits vor der Ernte eine Nitratverlagerung stattgefunden hat.


 2. Nmin-Werte nach Sommer- und Wintergerste

Gerste-Versuchsstandorte 2017: Hamerstorf (LK Uelzen), Wehnen (LK Ammerland)

Vergleich von Fruchtfolgestrategien – mit und ohne Untersaaten (Hamerstorf, 643)

Am Versuchsstandort in Hamerstorf (643) wird eine konventionelle mit einer grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge bei unterschiedlich hohen N-Düngungsstufen verglichen. Neben der mineralischen N-Düngestaffel werden eine organische, organisch-mineralische und eine Variante mit stabilisierten N-Dünger geprüft. In einigen Varianten werden begleitende Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG durchgeführt. In 2017 wurde in der konventionellen Fruchtfolge Braugerste nach Silomais, in der grundwasserschutzorientierten Fruchtfolge Braugerste mit anschließender Zwischenfrucht nach Silomais mit Grasuntersaat getestet. Bei dem Standort in Hamerstorf handelt es sich um einen Sand mit der Ackerzahl 29.

Die im Frühjahr gemessenen Nmin-Werte lagen in den Varianten zwischen 18 und 21 kg Nmin/ha. Die Ernte-Nmin-Werte wurden am 02.08.2017 ermittelt. Dabei lagen diese in allen Varianten auf einem sehr niedrigen Niveau zwischen 15 und 23 kg Nmin/ha. Die Unterschiede zwischen den N-Düngungsstufen lagen innerhalb der Fehlergrenze der Nmin-Methode.

Auswirkungen verschiedener N-Düngestrategien und der Einfluss von Beregnungsgaben (mit und ohne Beregnung) (Hamerstorf, 227)

In einem Beregnungsversuch am Standort in Hamerstorf (227) wird neben dem N-Düngungseinfluss (3 Düngungsstufen, davon ungedüngt, Sollwertdüngung und Sollwertdüngung + 60 kg N/ha) auch der Einfluss der Beregnungsintensität (ohne und mit Beregnungsgabe) untersucht. Der Frühjahrs-Nmin lag in 2017 bei 19 kg Nmin/ha. Nach der Ernte der Sommergerste wurde am 16.08.2017 Ölrettich als nachfolgende Zwischenfrucht angebaut. Die Ernte-Nmin-Werte lagen auf etwas höherem Niveau zwischen 30 und 35 kg Nmin/ha. Am Versuchsstandort Hamerstorf hatten nach dem Anbau von Sommergerste, wie auch im Versuchsjahr 2016, weder die Höhe der N-Düngung, noch die Beregnung einen durchgängigen Einfluss auf die Höhe der Ernte-Nmin-Werte. Um einen evtl. Nachmineralisations-Effekt bzw. den beginnenden Nitrataustrag erfassen zu können, wurde im weiteren Verlauf der Vegetation der Herbst-Nmin-Werte (09.11.2017) ermittelt. Dieser lag in allen Varianten bedingt durch den Anbau der Zwischenfrucht unabhängig von der vorangegangene N-Düngung auf einem sehr niedrigen Niveau zwischen 11 bis 14 kg Nmin/ha. Aufgrund der sehr späten Probenahme für das regenreiche Jahr 2017 trat bereits vor der Ernte eine Nitratverlagerung im Boden auf, sodass die Höhe des Nitrataustrags nur unter zur Hilfenahme der Sickerwasseruntersuchungen des LBEG abgeschätzt werden können.

Vergleich von organischer und mineralischer N-Düngung (Wehnen, 421)

Am Standort in Wehnen (421) wurde im Rahmen eines Versuchs zur organischen N-Düngung Wintergerste im Versuchsjahr 2017 angebaut. Die am 03.02.2017 durchgeführte Nmin-Untersuchung im Frühjahr ergab einen relativ hohen Wert von 78 kg Nmin/ha. Die Ernte-Nmin-Werte vom 21.07.2017 lagen zwischen 46 und 117 kg Nmin/ha und damit auf einem insgesamt höheren Niveau als nach Sommergerste an diesem Standort. Dabei zeigte sich ein deutlicher Einfluss der Höhe der N-Düngung. Mit zunehmender N-Düngung steigen die Nmin-Werte im Boden an. Unter der Sollwertvariante (N-Sollwert 190 kg N/ha) wurden direkt nach der Ernte 95 kg Nmin/ha ermittelt, in der überdüngten Variante (240 kg N/ha) 117 kg Nmin/ha. Am 25.08.2017 wurde nach der Wintergerste als Zwischenfrucht ein Ölrettich-Senf-Gemisch ausgesät. Im weiteren Verlauf der Vegetation beim zweiten Probenahme-Termin am 15.11.2017 im Zwischenfruchtbestand sanken die Nmin-Werte auf 19 bis 25 kg Nmin/ha ab.


3. Nmin-Werte nach Winterweizen

Weizen-Versuchsstandorte 2017: Hamerstorf (LK Uelzen), Otterham (LK Aurich), Borwede (LK Oldenburg), Otterndorf (LK Cuxhaven), Königslutter (LK Braunschweig), Höckelheim (LK Northeim), Poppenburg (LK Hildesheim), Martinsbüttel (LK Gifthorn), Groß Steinum (LK Helmstedt)

Regionalspezifische Strategien zur grundwasserschutzorientierten N­­-Düngung im Winterweizen (Hamerstorf, Otterham, Borwede, Otterndorf, Königslutter, Höckelheim, Poppenburg, 612, Martinsbüttel, Groß Steinum, 614)

In einem Pflanzenbauversuch zur N-Düngung von Winterweizen wurden in 2017 an verschiedenen Standorten (612 und 614) neben der festen N-Düngestaffel auch unterschiedliche, regionalspezifische Strategien zur grundwasserschutzorientierten N-Düngung untersucht. In dem Versuch konnten neben den Auswirkungen regionalspezifischer Strategien zur grundwasserschutzorientierten Winterweizendüngung die Auswirkungen reduzierter und überhöhter N-Düngung an verschiedenen Versuchsstandorten auf den Ernte-Nmin-Wert erfasst werden. Eine Variante ohne jegliche N-Düngung wurde ebenfalls an allen Versuchsstandorten angelegt.

Am Versuchsstandort Hamerstorf (612) 08.02.2017 wurde ein Frühjahrs-Nmin-Wert von 12 kg Nmin/ha ermittelt. Am 03.08.2017 lagen die Ernte-Nmin-Werte nach Winterweizen (Blattweizen) auf einem relativ niedrigen Niveau zwischen 33 kg Nmin/ha und 44 kg Nmin/ha. Zwischen der Höhe der N-Düngung und dem festgestellten Nmin-Wert nach der Ernte gab es kaum Unterschiede. Nach der Ernte des Winterweizens in Hamerstorf erfolgte Mitte Ausgust die Einsaat einer mineralisch gedüngten Zwischenfrucht (50 kg N/ha). Die Herbst-Nmin-Beprobung wurde am 07.11.2017 durchgeführt, um neben Auswaschungs- und Nachmineralisationseffekte nach der Ernte, die N-Aufnahme durch die Zwischenfrucht zu erfassen. Dabei lagen alle Nmin-Werte auf einem sehr niedrigen Niveau zwischen 13 und 16 kg Nmin/ha. Die N-Düngungsstufen fanden sich dabei, wie auch schon beim Nmin-Probenahme-Termin nach der Ernte nicht wieder. Die niedrigen Nmin-Werte können auf eine N-Aufnahme über die gut entwickelte Zwischenfrucht zurückzuführen sein, sodass ein großer Teil des Stickstoffs in der Zwischenfrucht gespeichert wurde. Aufgrund der hohen Niederschläge in 2017 und den Standorteigenschaften eines Sandbodens kann u. U. der in Hamerstorf angelegte Versuch mit begleitenden Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG weitere Interpretationshilfe über eine evtl. Nitratauswaschung geben.

Am Versuchsstandort in Borwede (612) (Blattweizen) wurde der Frühjahrs-Nmin (15.03.2017) mit 45 kg Nmin/ha ermittelt. Die Ernte-Nmin-Werte (15.08.2017) lagen zwischen 37 kg Nmin/ha in der Variante ohne N-Düngung und 101 kg Nmin/ha (SW + 30 kg N/ha) und 137 kg Nmin/ha in der Variante mit deutlich überhöhter N-Düngung (Sollwert + 60 kg N/ha). In der Sollwertvariante lag der Ernte-Nmin-Wert bei 67 kg Nmin/ha. In der Wasserschutzvariante mit vorgezogener Spätgabe und einer N-Düngung in Höhe von 165 kg N/ha lag der Nmin-Wert mit 44 kg Nmin/ha auf dem gleichen Niveau, wie in der Variante ohne N-Düngung. Der relativ hohe Anteil des Nitratstickstoffs in der Bodenschicht 30-60 cm deutet auf die beginnende Nitrat-Verlagerung hin.

Auf dem Marschstandort (Bodenart: uT) Otterham (612) (Blattweizen) lag der Frühjahrs-Nmin-Wert (26.01.2017) bei 96 kg N/ha. Die Beprobung der Ernte-Nmin-Werte fand am 09.08.2017 statt. Die ermittelten Wert lagen zwischen 39 und 54 kg N/ha. Dabei war kein Einfluss einer steigenden N-Düngung feststellbar. Der gemessene Stickstoff lag zum großen Teil in der in ersten beprobten Schicht (0-30 cm) auf einem relativ hohen Niveau. In der Variante mit N-Sollwertdüngung wurden 144 kg N/ha gedüngt. Hier lag der Ernte-Nmin-Wert bei 44 kg Nmin/ha. In der Variante ohne N-Düngung war der Ernte-Nmin-Wert mit 54 kg Nmin/ha höher, lag aber auf einem vergleichbaren Niveau.

Im Versuch in Otterndorf (612), (Blattweizen) ist auf dem lehmig tonigen Versuchsstandort ein Frühjahrs-Nmin-Wert am 06.02.2017 von 91 kg Nmin/ha ermittelt worden. Die Ernte-Nmin-Werte (Probenahme-Termin 17.08.2017) lagen unabhängig von der N-Düngung auf annähernd ähnlichem Niveau zwischen 28 bis 56 kg Nmin/ha. In der Variante mit N-Sollwertdüngung (N-Düngung 150 kg N/ha) wurden 35 kg Nmin/ha in der Variante ohne N-Düngung 31 kg Nmin/ha ermittelt. Der höchste Wert wurde unter der Variante Sollwert plus 30 kg N/ha gemessen. Auf diesem Standort wurde aufgrund der Bodenart Marsch keine explizite Wasserschutzvariante angelegt. Als Vergleich dient dort die Sollwert minus 30 kg N/ha, also reduziert gedüngte Variante.

Am Versuchsstandort Höckelheim (612) (Stoppelweizen) wurden auf einem lehmigen Schluff (Ackerzahl 75) am 19.02.2017 ein Frühjahrs-Nmin-Gehalt von 38 kg Nmin/ha ermittelt. Die Ernte erfolgte am 03.08.2017. Die Ernte-Nmin-Werte (16.08.2017) wurden vor der Aussaat der Zwischenfrucht am 22.08.2017 ermittelt. Als Zwischenfrucht folgte in 2017 eine Senf-Ölrettich-Phacelia-Mischung, die mit 60 kg Gesamt-N über Gärrest gedüngt wurde. Die Ernte-Nmin-Werte nach Winterweizen nehmen bis zu einer Steigerung auf den N-Sollwert von 46 auf 71 kg Nmin/ha zu. Der höchste Wert wurde unter der überhöht gedüngten Variante (Sollwert + 30 kg N/ha) mit 116 kg Nmin/ha gemessen.  In der Wasserschutzvariante (N-Düngung von 152 kg N/ha) wurde der Wert von 55 kg Nmin/ha festgestellt. Neben der ungedüngten Variante wurde in der N-Sollwert minus 60 kg N/ha der niedrigste Wert ermittelt. In der Wasserschutzvariante mit vorgezogener Spätgabe (152 kg N/ha) lag der Ernte-Nmin-Wert mit 55 kg Nmin/ha jedoch ebenfalls auf einem relativ niedrigen Niveau. In der Variante mit N-Sollwertdüngung (152 kg N/ha) lag der Ernte-Nmin-Wert bei 71 kg Nmin/ha. Die Herbst-Nmin-Beprobung (Stoppelweizen) wurde am 15.11.2017 über eine GPS-Ortung des Standortes durchgeführt. Dabei lagen alle Nmin-Werte unabhängig von der vorangegangenen N-Düngung zwischen 18 und 30 kg Nmin/ha. Dabei war kein eindeutiger Unterschied im Herbst-Nmin-Wert zwischen der vorangegangenen N-Düngung deutlich. Vom Zeitpunkt der Ernte bis zum zweiten Probenahme-Termin Mitte November kam es zu einer Abnahme der Nmin-Werte. In der Sollwert-Variante kam es zu einer Abnahme um 48 kg Nmin/ha. Die größte Verlagerung wurde in der hoch gedüngten Variante (SW + 60 kg N/ha) mit 86 kg Nmin/ha festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil des Stickstoffs durch die Zwischenfrucht aufgenommen wurde. Das zeigte sich auch durch die geringen Nmin-Wert in der untersten Schicht. Nach dem mit BOWAB (Bodenwasserbilanzierung, LBEG) ermittelten Beginn der Sickerwasserperiode trat bereits mit dem Erntetermin Sickerwasser auf, sodass neben der N-Aufnahme durch die Zwischenfrucht auch eine Nitratverlagerung nicht auszuschließen ist.

Weiterhin wurde am Versuchsstandort Höckelheim (612) neben dem Stoppelweizen- auch ein Blattweizenversuch (Vorfrucht Zuckerrübe) durchgeführt. Hier wurde am 21.03.2017 ein Frühjahrs-Nmin-Gehalt von 98 kg Nmin/ha ermittelt. Die Ernte-Nmin-Werte (16.08.2017) unterscheiden sich dabei, im Gegensatz zum Versuch in Höckelheim mit Stoppelweizen kaum. Insgesamt liegen die Nmin-Werte nach der Ernte auf einem Niveau zwischen 41 (Beratervariante) und 63 (ISIP) kg Nmin/ha. Dabei ist kein Einfluss der Höhe der N-Düngung erkennbar. In der Wasserschutzvariante (N-Düngung von 172 kg N/ha) wurde der Wert von 58 kg Nmin/ha festgestellt. In der nach Sollwert (212 kg N/ha) gedüngten Variante lag der Nmin-Wert nach der Ernte bei 43 kg Nmin/ha.  Die Herbst-Nmin-Beprobung (Blattweizen) wurde am 15.11.2017 durchgeführt, um Auswaschungs- und Nachmineralisationseffekte nach der Ernte zu erfassen. Dabei lagen alle Nmin-Werte unabhängig von der vorangegangenen N-Düngung zwischen 57 und 63 kg Nmin/ha. Es wird deutlich, dass es vom Zeitpunkt der Ernte bis zum zweiten Probenahme-Termin Mitte November aufgrund der Witterung zu einer Zunahme der Nmin-Werte gekommen ist und folglich eine Nachmineralisation stattgefunden hat. Lediglich in der ISIP-Variante nahm der Nmin-Wert von 63 auf 61 kg Nmin/ha ab. Im Durchschnitt aller 9 Varianten betrug die Differenz zwischen Ernte-Nmin und Herbst-Nmin 11 kg N/ha. Aufgrund der eher gemäßigten kühlen Temperaturen und der relativ hohen Niederschläge werden die geringfügig höheren Nmin-Werte zum Herbst die Folge einer geringen Mineralisation bei hoher Verlagerung sein. Dieses deuten die höheren Nmin-Werte in der Schicht von 60 – 90 cm an. Dabei ist zu beachten. Dass bereits zum Ernte-Termin am Standort in Höckelheim in 2017 Sickerwasser auftrat.

Am Versuchsstandort Königslutter (612) (Stoppelweizen), einem Lehmstandort mit der Ackerzahl 89, wurden ein Frühjahrs Nmin-Wert (27.02.2017) von 75 kg Nmin/ha gemessen. Die Ernte-Nmin-Werte (gemessen am 13.08.2017) lagen wie in 2016 auf relativ hohem Niveau. Dabei variieren die Werte zwischen 59 kg Nmin/ha in der Variante Sollwert minus 60 kg N/ha und 107 kg Nmin/ha in der Variante mit deutlich überhöhter N-Düngung. In der Wasserschutzvariante wurde die N-Düngung im Vergleich zur Sollwertvariante um 20 kg N/ha auf 155 kg N/ha reduziert. Die N-Sollwertvariante am Versuchsstandort Königslutter wurde 2016 mit 175 kg N/ha gedüngt. Die Steigerung der N-Düngung führte auch 2017 zum Anstieg der Ernte-Nmin-Werte. Aufgrund der hohen standörtlichen N-Mineralisation, begünstigt durch den Witterungsverlauf, den Lehmboden, auch nach Abschluss der N-Aufnahme des Weizens, kam es in allen Varianten zu hohen Ernte-Nmin-Werten. Auch in der Variante ohne N-Düngung lag der Ernte-Nmin-Wert mit 87 kg Nmin/ha auf einem sehr hohen Niveau.

Am Versuchsstandort in Poppenburg (612) mit der Ackerzahl 90 wurde in 2017 ein Stoppelweizen angebaut, dabei ergab die Bodenuntersuchung im Frühjahr (am 16.03.2017) einen Nmin-Wert von 30 kg N/ha. Bei einer Steigerung der N-Düngung bis in Höhe des N-Sollwertes gab es keine Unterschiede zwischen den Varianten hinsichtlich der Höhe des Rest-Nmin-Gehaltes nach der Ernte (24.08.2017). Dabei lagen die Werte zwischen 61 und 66 Ernte-Nmin-Wert/ha. Bei einer weiteren Steigerung der N-Düngung über den Sollwert hinaus, stiegen auch die Nmin-Werte auf 96 (Sollwert plus 30 kg N/ha) bzw. 119 (Sollwert plus 60 kg N/ha) kg Nmin/ha an. Die Sollwertvariante wurde 2017 mit 220 kg N/ha gedüngt. Der niedrigste Nmin-Wert (57 kg Nmin/ha) wurde – wie schon in 2016 - in der Wasserschutzvariante ermittelt. Im Vergleich zur N-Sollwertvariante wurde in der Wasserschutzvariante die N-Düngung auf 180 kg N/ha reduziert und es wurde auf die Spätgabe verzichtet.  In der Variante ohne N-Düngung lag der Ernte-Nmin-Wert bei 62 kg Nmin/ha. Dies zeigt das hohe standörtliche N-Mineralisationspotential des Versuchsstandortes, vergleichbar mit dem Versuchsstandort in Königslutter.

Der Vergleich der acht Versuchsstandorte zeigt, dass neben der N-Düngungshöhe vor allem der Standort, möglicherweise auch in Kombination mit einer Vorfruchtwirkung einen Einfluss auf den Nmin-Wert nach der Ernte hat. Dabei lagen an fast allen Standorten die Ernte-Nmin-Werte bei Blattweizen deutlich niedriger als bei den Stoppelweizen-Varianten. Im Mittel der Standorte lag der Nmin-Wert nach der Ernte beim Blattweizen zwischen 38 und 61 kg Nmin/ha, während die Nmin-Werte beim Stoppelweizen je nach vorangegangener N-Düngung zwischen 58 und 107 kg Nmin/ha lagen. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass der Standorteffekt einen Einfluss auf die Nmin-Werte nach der Ernte hat. Alle Weizenversuche mit Getreidevorfrucht lagen auf Lössstandorten mit einem hohen Mineralisierungspotential, deshalb waren dort auch schon bei der Ernte (nach Ende der N-Aufnahme) hohe Nmin-Werte zu finden. Dafür spricht ebenfalls, das die Nmin-Werte in den ungedüngten bzw. geringer gedüngten Varianten in gleicher Größenordnung lagen, wie die Nmin-Werte der nach Sollwert gedüngten Variante. Wird nach der Ernte eine Zwischenfrucht angesät, so kann diese den mineralisierten Stickstoff nutzen (z.B. Höckelheim).  Die Weizenstandorte mit Blattvorfrucht liegen in der Regel auf den eher leichteren Standorten (Ausnahme Höckelheim), die tendenziell eher durch geringere Mineralisationsraten geringere Ernte-Nmin-Werte zeigen. Für genaue Aussagen zu den N-Entzüge bleiben die Erträge (Versuchsbericht 2017) abzuwarten.

An zwei leichteren Standorten (lehmiger Sand, Ackerzahl 49 in Martinsbüttel und Ackerzahl 38 in Groß Steinum) wurden 2017 N-Düngungsvarianten u.a. mit stabilisierten Stickstoffdünger angelegt. Neben der ungedüngten Variante wurde in drei weiteren Varianten (Sollwert, Sollwert plus 30 kg N/ha sowie Sollwert mit stabilisiertem Stickstoffdünger) auf Nmin nach der Ernte untersucht. Zu beachten ist, dass 2017 im Juni 97 mm und im Juli 126 mm Niederschlag schon zu Verlagerungsprozessen vor der Ernte im August geführt haben.

Am Versuchsstandort Martinsbüttel (614) (Stoppelweizen) wurde am 20.02.2017 ein Frühjahrs-Nmin-Wert von 42 kg Nmin/ha ermittelt. Am 13.08.2017 wurden die Ernte-Nmin-Werte nach Winterweizen gemessen. Diese lagen unabhängig von der Höhe der N-Düngung wie auch in 2016 auf einem einheitlichen Niveau zwischen 51 kg Nmin/ha in der Variante mit Sollwertdüngung, in der Variante mit überhöhter N-Düngung bei 51 kg Nmin/ha und in der Variante mit stabilisierter N-Düngung bei 55 kg Nmin/ha. In der Variante ohne N-Düngung lag der Ernte-Nmin-Wert bei 40 kg/ha. Für 2017 wurde ein N-Sollwert für diesen Standort von 250 kg N/ha errechnet.

Die gleichen N Düngungs-Varianten wurden am Standort in Groß Steinum (614) (Stoppelweizen) angelegt. Der im Frühjahr am 02.03.2017 ermittelte Nmin-Wert lag bei 23 kg N/ha. Dabei wurde an diesem Standort in 2017 mit einem Sollwert von 230 kg N/ha gerechnet. Die Nmin-Beprobung nach der Ernte am 13.08.2017 ergab kaum Unterschiede zwischen den Varianten. Diese lagen alle zwischen 37 (ungedüngt) und 49 (Sollwert plus 30 kg N/ha) kg Nmin/ha.

Die beiden Versuche an den Standorten Martinsbüttel und Groß Steinum wurden auf Praxisflächen durchgeführt. Daher konnte kein zweiter Probetermin im Herbst realisiert werden.

Eine N-Steigerung spiegelt sich in fast allen Versuchen und Standorten zur N-Düngungsstrategie im Weizen aufgrund steigender Nmin-Werte zur Ernte wieder. Dabei zeigen die Ergebnisse, dass die Wasserschutz- und Sollwert-Varianten häufig besser in Bezug auf den Ernte-Nmin-Werte (niedriger) abschneiden. Der Ernte-Nmin Wert bis zu einer Höhe der Sollwert-Düngung lag stets auf gleichem Niveau (auch ungedüngt), erst ab einer Düngung über N-Bedarfswert stiegen die Nmin-Werte an. Dies bestätigen langjährige Ergebnisse. Hier bleibt die Auswertung über die Auswirkung auf den Ertrag abzuwarten, um abschließend den gesamten Effekt der N-Düngung abschätzen zu können.


4. NminWerte nach Winterroggen

Roggen-Versuchsstandorte 2017: Wehnen (LK Ammerland), Werlte (LK Emsland)

Auswirkungen unterschiedlicher N-Düngestrategien im Winterroggen (Wehnen, 401)

In einem Pflanzenbauversuch am Versuchsstandort Wehnen (401), einem leichten auswaschungsgefährdeten Sandstandort, wurden die Auswirkungen unterschiedlicher N-Düngung zu Winterroggen untersucht. Nmin-Untersuchungen wurden in einer festen N-Düngestaffel, bei N-Sollwertdüngung und in einer Variante mit organisch-mineralischer Düngung durchgeführt.

Der Frühjahrs-Nmin-Wert wurde am 03.02.2017 mit 69 kg Nmin/ha ermittelt. Die Ernte-Nmin-Werte (07.08.2017) nach Winterroggen lagen in den Varianten der mineralisch gedüngten N-Düngestaffel bis zu einer N-Düngung von 150 kg N/ha zwischen 26 kg Nmin/ha und 35 kg Nmin/ha. Bei der Variante mit der höchsten der N-Düngung konnte jedoch ein für Winterroggen eher untypischer Anstieg des Ernte-Nmin-Wertes auf 76 kg Nmin/ha (davon rd. 30 kg N/ha in der Schicht 60 bis 90 cm) beobachtet werden.  Der niedrigste Ernte-Nmin-Wert wurde in den Varianten mit 50 kg N/ha und in der Kontrollvariante „ungedüngt“ ermittelt. In der Sollwertvariante (190 kg N/ha) lag der Ernte-Nmin-Wert bei 32 kg Nmin/ha. Der Ernte-Nmin-Wert in der Variante mit organischer Düngung entsprach mit 29 kg Nmin/ha dem Ernte-Nmin-Wert bei mineralischer N-Düngung in vergleichbarer Höhe.

Der zweite Probetermin im Herbst (14.11.2017) wurde durchgeführt, um ggf. eine Nachmineralisation zu erfassen. Dabei lagen die Herbst-Nmin-Werte auf gleichem Niveau zwischen 45 und 51 (überdüngte Variante) kg Nmin/ha. Hier hatte vom Zeitpunkt der Ernte bis zum zweiten Probetermin eine N-Mineralisation im Boden stattgefunden. In der mit 200 kg N/ha gedüngten Variante nahmen die Rest-Nmin-Gehalte allerdings ab. Um beurteilen zu können, inwieweit eine Auswaschung die N-Mineralisationseffekt überlagert hat, kann der Abgleich mit den ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG in den Wasserschutzversuchen vergleichbarer Standorte helfen.

Ertragswirkung unterschiedlicher N-Düngungsstrategien bei unterschiedlicher Ausbringtechnik (Werlte, 414)

In einen N-Düngungsversuch in Werlte (414) wird die Ertragswirkung einer Gärrestdüngung zu Winterroggen mit unterschiedlicher Ausbringungstechnik bei einer kombinierten organisch-mineralischen Düngung im Hinblick auf N-Dynamik im Boden und Auswirkungen auf den Ertrag untersucht. Dabei wird unter anderem eine Variante mit ASL geprüft, in der 40 kg Gesamt-N zu 60% angerechnet werden.

Die zum Erntetermin am 17.08.2017 ermittelte Nmin-Gehalte liegen mit 29 kg N/ha (ungedüngt) und 34 kg N/ha in der Sollwert-Variante auf für Winterroggen typischen Niveau. In der Variante Sollwert weist die Schicht 60 bis 90 cm den höchsten mineralischen Stickstoffgehalt auf.

Vergleich von organischer und mineralischer N-Düngung und Auswirkungen auf die Nmin-Werte (Wehnen, 649)

Seit 2014 wird am Versuchsstandort in Wehnen (649) ein Wasserschutzversuch mit ergänzenden Sickerwasseruntersuchungen durch das LBEG durchgeführt. Dabei werden die Auswirkungen mineralischer und organischer Düngung in unterschiedlicher Höhe auf die Nitratkonzentration im Sickerwasser, die N-Dynamik im Boden, sowie Erträge und Qualitätsparameter untersucht. Am 11.10.2016 wurde Winterroggen angebaut.

Am 22.02.2017 wurde ein Frühjahrs-Nmin-Wert von 14 kg Nmin/ha gemessen. Die Ergebnisse der Ernte-Nmin-Untersuchungen zeigen, dass diese bei mineralischer N-Düngung und entsprechender anrechenbarer organischer N-Düngung auf einem vergleichbaren Niveau liegen. Die Ernte Nmin-Werte lagen 2017 zwischen 33 kg Nmin/ha (bei einer Düngung mit 120 kg Gesamt-N/ha aus Schweinegülle in Kombination mit einer mineralischen Ergänzungsdüngung von 60 kg N/ha) und 44 kg Nmin/ha in einer Variante mit 120 kg gesamt-N/ha aus Schweinegülle in Kombination mit einer überhöhten mineralischen Ergänzungsdüngung von 240 kg N/ha.

Am 09.11.2017 wurden in einem zweiten Termin Herbst-Nmin-Werte ermittelt. Dabei liegen alle Werte unabhängig von der N-Düngungsstufe auf gleichem Niveau zwischen 44 und 55 kg Nmin/ha. Alle Nmin-Werte sind zwischen dem Termin der Erntebeprobung und dem Herbsttermin um ca. 20 kg Nmin/ ha angestiegen. Inwieweit bereits Nitrat zu diesem Termin in tiefere Schichten ausgewaschen wurde, können die Sickerwasseruntersuchungen und Berechnungen zur Nitratfracht des LBEG nach Abschluss der Sickerwasserperiode 2017/2018 Auskunft geben.


5. Nmin-Werte nach Raps

Raps-Versuchsstandorte 2017: Astrup (LK Osnabrück), Otterham (LK Aurich)

Auswirkungen unterschiedlicher N-Düngungsstrategien auf Raps an verschiedenen Standorten (Astrup, Aurich, 653)

In einem Pflanzenbauversuch zur N-Düngung von Winterraps wurden 2017 an den Versuchsstandorten Astrup, und Otterham Ernte-Nmin-Proben gezogen. Um die Auswirkungen der Höhe der N-Düngung auf den Ernte-Nmin-Wert zu erfassen wurden jeweils eine ungedüngte Variante, eine Variante mit Sollwertdüngung, Varianten mit reduzierter Sollwertdüngung und Varianten mit überhöhter N-Düngung untersucht.

Am Versuchsstandort in Astrup wurde ein Frühjahrs-Nmin-Wert (01.02.2017) von 16 kg Nmin/ha ermittelt. Die Ernte-Nmin-Werte am 31.07.2017 lagen insgesamt auf einem Niveau zwischen 17 kg Nmin/ha und 61 kg Nmin/ha. Dabei wird deutlich, dass mit steigender N-Düngung auch der Ernte-Nmin-Wert zugenommen hat. Die nach Sollwert (Sollwert 2017: 184 kg N/ha) organisch gedüngte Variante wies mit 44 kg Nmin/ha einen etwas geringeren Nmin-Gehalt nach der Ernte auf, als die rein mineralisch gedüngte Sollwert-Variante mit 53 kg Nmin/ha. In Astrup handelt es sich um einen sandigen Lehm mit rel. hohem Tonanteil.  Dieser Standort ist bisher nicht organisch gedüngt. Unter anderem auf Grund des rel. hohen Tonanteiles weist der Standort eine geringe bis mittlere Mineralisationsrate auf und ist in der Stickstoffnachlieferung je nach Witterungsverhältnissen eher verhalten. Unter den diesjährigen Witterungsbedingungen mit z.T. extremen und heftigen Niederschlägen kann es auf diesem Standort zur Verschlämmung mit nachfolgender Dichtlagerung im Oberboden kommen. Dadurch ist die Mineralisation sehr eingeschränkt und die Werte bleiben häufig auf relativ niedrigem Niveau.

Auf dem Marschstandort in Otterham wurde der Frühjahrs-Nmin-Wert von 23 kg Nmin/ha am 26.01.2017 ermittelt. Die höchsten Ernte-Nmin-Werte nach Winterraps traten unter der nach Sollwert (177 kg N/ha) gedüngten Variante mit 73 kg Nmin/ha auf. In allen anderen Varianten liegen die Nmin-Werte zwischen 47 kg Nmin/ha und 66 kg Nmin/ha.  Die vollständige Auswertung der N-Entzüge bleibt abzuwarten, um die Ergebnisse der Ernte-Nmin-Untersuchungen abschließend beurteilen zu können und eine Nachlieferung an die Folgekultur oder Zwischenfrucht abschätzen zu können. Der Standort Otterham ist ein Marschboden mit vorherrschender Bodenart schluffiger Ton. Diese Böden liefern aufgrund hoher Nt-Gehalte ebenfalls viel Stickstoff nach. Zudem wurde dieser Standort bereits langjährig organisch gedüngt. In 2016 lagen die Nmin-Werte allerdings auf einem höheren Niveau. Aufgrund der Witterungsverhältnisse in 2017 kann also davon auszugehen sein, dass bereits vor dem Nmin-Probenahme-Termin der Ernte eine Nitratverlagerung stattgefunden hat.

Die beiden Versuche an den Standorten Astrup und Otterham wurden auf Praxisflächen durchgeführt. Daher konnte kein zweiter Probetermin im Herbst realisiert werden.


Alle Angaben zu den Standorteigenschaften der jeweiligen Versuche, sowie zu weiteren Versuchsergebnissen (Erträge, Nmin-Werte, N-Bilanzen) werden im ausführlichen Versuchsbericht 2017 veröffentlicht.

 

Kontakte

Andrea Knigge-Sievers
Dipl.-Ing. agr.
Andrea Knigge-Sievers

landesweite Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz §28 NWG

 0441 801-431

  andrea.knigge-sievers~lwk-niedersachsen.de


Marie-Christin Albers
M.Sc.
Marie-Christin Albers

Koordinatorin Zentrale Ansprechstelle Landesdüngeverordnung (ZALD)

 0441 801-412

  marie-christin.albers~lwk-niedersachsen.de


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