Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!
Webcode:01036628

Corona - Gartenbau: Vorsicht bei vorschneller Aufnahme günstiger Liquiditätskredite

Viele Gartenbaubetriebe stehen vor erheblichen Schwierigkeiten. Absatzmöglichkeiten und/oder Arbeitskräfte fehlen, Fragen zu Betriebsschließungen stehen möglicher Weise im Raum. Umfassende Hilfsprogramme stehen bereit, um die Folgen der Corona-Krise für die Betriebe abzufangen. Nun stellt sich die Frage: Welche Fördermaßnahmen sollten sinnvoller Weise in Anspruch genommen werden?

 


Unterstützungsangebote gut abwägen

Die Bundes- und Landesregierung hat jeweils umfassende Hilfsprogramme ins Leben gerufen, um die Folgen der Corona-Krise für die Betriebe abzufangen:

  • direkte Zuschüsse wie Liquiditätszuschüsse oder Kurzarbeitergeld
  • Kredite zu relativ günstigen Konditionen, um die Liquidität zu sichern.

Für den oder die Betriebsleiter*in jedes Gartenbaubetriebes stellt sich nun die Frage, ob sie eines oder mehrere der Fördermaßnahmen in Anspruch nehmen sollten.

 

  • Direkte Zuschüsse

Die direkten Zuschüsse sind an die Größe der Unternehmen nach Mitarbeiter*innenzahl gekoppelt. Da Teilzeit- und Saison-AK nur anteilig angerechnet werden, fallen viele Gartenbaubetriebe trotz erheblichem Jahresumsatz und/oder Kapitaleinsatz eher in die kleineren Kategorien der direkten Zuschüsse. Ob sich der Aufwand einer Beantragung für den Betrieb lohnt, oder ob man die Zeit lieber in alternative Produktions- oder Vermarktungsansätze oder kurzfristige Umstrukturierungen des Unternehmens nutzt, müssen Betriebsleiter*innen individuell prüfen.

 

  • Liquiditätskredite

Vor allem aber bei der Aufnahme von Liquiditätskrediten sollten Unternehmer*innen einmal innehalten und in Ruhe die eigenen Bilanzen betrachten. Auch Fremdkapital zu besonders günstigen Konditionen bleibt Fremdkapital. Ausschlaggebend für eine Entscheidung für oder gegen Liquiditätskredite sollte der Grund sein, weshalb man sie beantragt: Ist der Betrieb gesund aufgestellt und man braucht den Kredit nur, um ein ganz konkretes, durch die Krise verursachtes „Loch“ in der diesjährigen Liquiditätsplanung zu überbrücken, kann man über eine solche Kreditaufnahme nachdenken, sofern sie nicht zur Überschuldung führt. Dies könnte zum Beispiel sein, wenn ein Endverkaufsbetrieb im letzten Monat schließen musste und durch die fehlenden Einnahmen der jahresübliche Liquiditätskredit für die unterjährige Finanzierung der Produktionskosten etwas größer ausfallen würde als sonst.

Hat ein Betrieb aber schon viel Fremdkapital in der Bilanz stehen und braucht die Kredite, um z. B. seine laufenden Verpflichtungen noch bedienen zu können, ist Vorsicht geboten. Hier kann günstiges Kapital im Zweifel dazu führen, dass ein nicht profitabler Betrieb künstlich am Leben gehalten wird, oder auch an sich profitable Betriebe ihre Kapitaldienstgrenze überschreiten. Dies ist hochproblematisch, wenn dann bei später einkehrender Zahlungsunfähigkeit noch mehr Schulden aufgehäuft wurden – vor allem wenn die Betriebsleiter*innen selbst dafür haften. Stattdessen bietet sich in solchen Fällen an, dass der oder die Unternehmer*in eine „drohende Zahlungsunfähigkeit“ erklärt und damit ein vorläufiges Insolvenzverfahren initiiert. Das klingt erstmal erschreckend, der Vorteil des vorläufigen Verfahrens ist aber, dass der Fokus auf dem Erhalt des Unternehmens liegt. Lohnfortzahlungen können für bis zu drei Monate durch die Bundesanstalt für Arbeit übernommen werden und mit der Insolvenzverwaltung und betriebswirtschaftlichen Beratung wird der Betrieb zusammen mit dem oder der Unternehmer*in auf seine Rentabilität und Zukunftsfähigkeit geprüft und nach Möglichkeit weiterentwickelt. Selbst wenn in dem Prozess erkennbar wird, dass das Unternehmen wirklich nicht mehr zu retten ist, hat man so wenigstens eine weitere Überschuldung verhindert.

 

Proaktiv der Krise begegnen

Nutzen Sie als Betriebsleiter*in daher diese Krisenzeit, um sich und Ihr Unternehmen zukunftsfest aufzustellen, bestehende Prozesse zu hinterfragen und einen soliden Finanzierungsplan zu erstellen. Ihre betriebswirtschaftliche Beratung hilft Ihnen gerne bei allen Fragen dazu und steht Ihnen bei den notwendigen Entscheidungen zur Seite.

Ansprechpartner:

Dr. Hendrik Führs

Ralf Lüttmann

Dr. Matthias Görgens

Henning Krause

 

Kontakte

Dr. Hendrik Führs
Dipl.-Ing. agr.
Dr. Hendrik Führs

Leiter Fachbereich Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau

0511 4005-2314

0172 3112 635

hendrik.fuehrs~lwk-niedersachsen.de


Henning Krause

0511 4005-2302

henning.krause~lwk-niedersachsen.de

Mehr zum Thema

Friedhofsnachmittag

Ahlemer Friedhofsnachmittag

1. Ahlemer Friedhofsnachmittag

Mehr lesen...
TerZ Logo

Betriebsinformationstag TerZ – Zeit für Herbstzauber!

  

Mehr lesen...
Spargelbroschüre 2022

Die Spargelbroschüre 2022 ist da!

Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer e.V. haben wir auch in diesem Jahr wieder eine aktualisierte und erweiterte Spargelbroschüre: Spargelanbau – Kulturfü…

Mehr lesen...
Dirk Klefer & Wilfried Klefer

Die Saison ist eröffnet!

Auch wenn die Eisheiligen noch nicht vorbei sind, die Beet- und Balkonpflanzen des Nordens stehen in den Betrieben bereit. Die Verbenen Honey & Nanni mit ihrem modernen Farbspiel wurden für 2022 ausgewählt. Bei der Auswahl der …

Mehr lesen...

Zwischenahner Baumschul Seminar: Exoten in der Kritik

Durch die Corona-Pandemie konnte zum zweiten Mal das traditionsreiche Baumschul-Seminar an der LVG Bad Zwischenahn nicht in Präsenz durchgeführt werden, sondern musste als Web-Seminar angeboten werden, wie die Leiterin der LVG, Dr. Gerlinde…

Mehr lesen...
Gemüse

Ins Gemüse neu einsteigen?

Mit Gemüse die betriebliche Fruchtfolge in der Landwirtschaft erweitern und neue Betriebszweige aufbauen? Das sagt sich so leicht. Aber: Gemüsebau ist anders - sowohl in der Produktion, als auch in den Märkten gibt es große …

Mehr lesen...

Veranstaltungen

Seminar zum Zwiebelanbau

23.11.2022

Seminar zum Zwiebelanbau Mittwoch, 23. November 2022 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr Woltorfer Landkrug Am Paradies 12, 31224 Peine - Woltorf   Programm folgt!

Mehr lesen...