Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!

Erhöhung des Wasserangebotes in Wäldern

Webcode: 01037238

Der Dürresommer 2022 hat auf eine der gravierendsten Klimafolgen hingewiesen: Wassermangel. Dass auch im Wald Wasser eingespart werden kann, belegen Untersuchungen in Nordwestdeutschland.

Im Zuge des Waldumbaus wird der alte Reinbestand durch Beimischung junger Bäume in einen Mischbestand überführt.
Im Zuge des Waldumbaus wird der alte Reinbestand durch Beimischung junger Bäume in einen Mischbestand überführt.Kilian Loesch
In niederschlagsarmen Regionen und auf den sandigen Böden Niedersachsens kommt der sich mit dem Klimawandel abzeichnende Wassermangel besonders zum Tragen. Die gravierenden Folgen für die natürlichen und genutzten Ökosysteme werden immer deutlicher – in der Land- und Forstwirtschaft sind Anpassungen hinsichtlich Kulturen, Baumarten und Anbauverfahren bereits gängige Praxis. Eine Änderung der angespannten Situation erfordert auf allen Seiten der Wassernutzer weitere Verbesserungen sowohl zur Reduzierung des Wasserverbrauches als auch zur Erhöhung des Wasserangebotes.

Waldgebiete stellen aufgrund der bleibend hohen Sickerwasserqualität generell bevorzugte Räume von Wasserschutzgebieten zur Gewinnung von Trinkwasser dar, doch ist die Grundwasserspende insbesondere unter Nadelwald aufgrund seiner hohen Verdunstungsverluste stark reduziert. Zu den Möglichkeiten, die zu einer Erhöhung der Grundwasserspende unter Wald führen, zählt – trotz forstwirtschaftlicher Nachteile – der Umbau von Nadelwäldern zu Laubwald und Nadel-/Laub-Mischbeständen. Die Sickerwassermenge unter Wald hängt außer vom Baumbestand auch von zahlreichen anderen Bedingungen (Boden, Klima etc.) ab, so dass Schätzungen zu dem Wasser-Einsparpotential sehr ungenau und nur bedingt übertragbar sind.

Genauere Daten zur Steigerung der Grundwasserspende werden seit 2018 durch Untersuchungen der in Norddeutschland sehr verbreiteten Kiefernwälder gesammelt. Bislang ließ sich der positive Einfluss der unterpflanzten Rotbuche auf den Bodenwasserhaushalt nur zu einem Teil bestätigen. Der auf die Bodenvegetation und in den Boden fallende Niederschlag erhöht sich zunächst durch die mit der Umbaumaßnahme verbundenen Auflichtung des Kiefer-Hauptbestandes. Mit dem Wachstum der Buchen dunkelt der Boden zunehmend aus und die wasserzehrende Bodenvegetation verschwindet, so dass sich der Bestandsniederschlag in den ersten 2 Jahrzehnten um etwa 20 % erhöht - eine zumindest für die Bäume zusätzliche Wassermenge, die in Trockenperioden für den Wald besonders wichtig ist. Erst mit einer vollständigen Beseitigung der Kiefer nach frühestens 30 Jahren kommen die besonders wassersparenden Eigenschaften der Buche voll zum Tragen, so dass sich die in den Boden gelangenden Niederschläge und Sickerwassermengen fast verdoppeln. Nach den aktuellen Forschungsergebnissen sind dies – je nach der Höhe des Jahresniederschlages –150 mm bis über 300 mm sauberes Sickerwasser pro Jahr. Das entspricht jährlich 1,5 bis über 3 Mio. Liter pro Hektar Wasser. Die Wassermengen, die der Wald selbst nicht verbraucht, versickern in tiefere Bodenschichten oder treten an anderer Stelle wieder aus. Sie stehen künftig anderen Ökosystemen (z.B. Bäche, Flüsse, Seen, Moore) oder dem Menschen z.B. als Trinkwasser oder zur Beregnung zur Verfügung.

Die bislang vorliegenden Ergebnisse zu den von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Untersuchungen können der unten stehenden Datei entnommen werden.

Kontakte

FD
Martin Hillmann

Leiter Fachbereich Forsteinrichtung, Bewertung, Waldinventur Raumordnung, Naturschutz

0511 3665-1441

martin.hillmann~lwk-niedersachsen.de

Dr. Karsten Mohr

Dr. Karsten Mohr

Immissionsschutz, Wasserschutz, Naturschutz, Waldökologie

0441 801-783

karsten.mohr~lwk-niedersachsen.de

Mehr zum Thema

Treibhausgasbericht

Treibhausgasbericht der Landwirtschaft in Niedersachsen

Die Landwirtschaftskammer hat im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Treibhausgasbericht der Landwirtschaft in Niedersachsen erstellt. Die 33-seitige Broschüre gibt …

Mehr lesen...
Förderfähig ist die regenerative Eigenenergieerzeugung zum Beispiel über eine PV-Anlage. Der Überschussstrom kann dann aber nicht nach dem EEG vergütet werden. Voraussetzung sind somit hohe Eigenverbräuche.

Förderung zur Energie- und CO2-Einsparung wird fortgeführt

Neue Förderperiode hat begonnen Seit 2016 können landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland eine Förderung für Investitionsmaßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung und CO2 Einsparung in Anspruch nehmen. Bisher sind nach …

Mehr lesen...
Misst die Stammumfänge bei den Versuchspflanzen: Björn Ehsen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn.

Baumschul-Fachleute der Landwirtschaftskammer suchen Straßenbäume der Zukunft

Der Klimawandel und Krankheiten gefährden die Vitalität der Bäume. Bislang gibt es nur wenige „Allerweltsarten“.

Mehr lesen...
Gasdichte Güllelagerung vermeidet Treibhausgasemissionen

Methan-, Lachgas- und Kohlendioxidemissionen der Niedersächsischen Landwirtschaft von 1990 bis 2018

Wo entstehen Methan-, Lachgas- und Kohlendioxidemissionen in der Landwirtschaft, wie groß sind ihre Anteile und wie können sie verringert werden?

Mehr lesen...
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft in Deutschland und Niedersachsen von 1990 bis 2018

Laut deutschem Klimaschutzgesetz soll die Landwirtschaft die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa 30 % im Vergleich zu 1990 reduzieren. Aktuell liegen endgültige Daten für die Jahre 1990 bis 2018 vor. Was hat die Landwirtschaft bisher …

Mehr lesen...
Batteriespeicher

Stromspeicher in Zukunft interessant für landwirtschaftliche Betriebe ?

Im vergangenen Jahr sind so viele Batteriespeicher installiert worden wie noch nie zuvor. Der Großteil der Speicher wurde in privaten Haushalten als sogenannter Heimspeicher installiert. Kann die Installation eines Speichers auch für einen…

Mehr lesen...

Weitere Arbeitsgebiete

Veranstaltungen

PraxisLabor Digitaler Ackerbau auf der Versuchsstation der LWK Niedersachsen auf der Domäne Schickelsheim

Berufsförderndes Seminar für Arbeitnehmer/innen im Agrarbereich

09.01.2023 - 13.01.2023

Während des einwöchigen Seminars werden aktuelle Themen aus Produktions- und Agrartechnik, Betriebswirtschaft sowie Agrar- und Gesellschaftspolitik praxisnah behandelt. Eine eintägige Fachexkursion ist geplant, aber pandemieabh&…

Mehr lesen...
/media/media/FFDA0961-04D1-05DB-29CDDB8A6DDF03E2.jpg

Seminar zur Pflanzenproduktion 2023

12.01.2023

Bereits seit 1996 ist die Düngung in Deutschland durch die Düngeverordnung geregelt. Im Laufe der Jahre kamen immer neue Einschränkungen und Vorschriften dazu. Die größten Einschränkungen sind dabei auf den Flächen…

Mehr lesen...
PraxisLabor Digitaler Ackerbau auf der Versuchsstation der LWK Niedersachsen auf der Domäne Schickelsheim

Berufsförderndes Seminar für Arbeitnehmer/innen im Agrarbereich

16.01.2023 - 20.01.2023

Während des einwöchigen Seminars werden aktuelle Themen aus Produktions- und Agrartechnik, Betriebswirtschaft sowie Agrar- und Gesellschaftspolitik praxisnah behandelt. Eine eintägige Fachexkursion ist geplant, aber pandemieabh&…

Mehr lesen...
/media/media/2FB45110-D0BE-712F-3EA8582EB2A8B864.jpg

Gartenbau ohne Torf – Wie geht das?

19.01.2023

Im YouTube-Livestream Die Gartenbaubranche steht vor der großen Herausforderung, in den nächsten Jahren einen großen Anteil des Torfs in den Substraten für die Topfpflanzenproduktion durch alternative Rohstoffe ersetzen zu m&…

Mehr lesen...
Buchsbaumzünsler-Puppe

Plagen im Garten – Apfelwickler, Buchsbaumzünsler und Co

02.02.2023

Welche neuen Krankheiten und Schädlinge sind mittlerweile auch in Norddeutschland zu finden? Wie kann man Krankheiten und Schädlinge im eignen Garten erkennen und vor allem - was kann man dagegen tun? Tipps zum Thema Pflanzenschutz …

Mehr lesen...
Sitzplatz im Sommer

Grüne Garten-Oase statt grauer Steinwüste!

02.02.2023

Schottergärten sind in vielen Gemeinden schon verboten, dennoch sind sie immer wieder als Neuanlage zu finden. Diesen unschönen Trend möchten wir stoppen! Eine Gartengestaltung sollte natürlich, attraktiv und …

Mehr lesen...