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In schwierigen Zeiten richtig handeln!

Momentan erleben wir leider in der Landwirtschaft ein schwieriges Umfeld, was auch auf den Höfen zunehmend zu Problemen und Sorgen führt. Diese reichen von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, über unsichere Zukunftsperspektiven bis hin zu Arbeits- und psychischen Belastungen. Trotz der schweren Rahmenbedingungen gilt es umso mehr, gezielt unternehmerisch vorzugehen, um vermeidbaren Schaden für die Familie und den Betrieb abzuwenden. Die dann eingeschlagenen Veränderungen bieten oftmals auch neue Chancen, die im Vorfeld nicht gesehen wurden.

Sozioökonomische Beratung
Die Sozioökonomische Beratung bietet Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Weg!Marie Oltmanns
Aktuelle Situation

Durch die fehlenden Niederschläge in vielen Regionen in den letzten drei Jahren wurden zum Teil deutlich geringere Ernten erzielt. Die hieraus erzielten geringeren Erlöse kamen oftmals zusammen mit notwendigen Futterzukäufen, um das Futterdefizit auszugleichen.

Die dann auch noch erzielten schlechteren Futterqualitäten führten zum Teil zu geringeren Leistungen in der Tierhaltung insbesondere in der Milchviehhaltung. Dieser Sachverhalt kam dann ergänzend zu den geringen Milchpreisen, die die Milchbauern seit langem ausgezahlt bekommen, hinzu. Auch die Bullenmäster müssen seit langem mit geringen Erlösen auskommen. In einigen Regionen Niedersachsens fielen dann im Frühjahr die ersten Schnitte von den Grünlandflächen ertraglich deutlich geringer aus, da aufgrund von Mäusefraß die Flächen neu angesät werden mussten.

Durch die über mehrere Monate relativ guten Preise für Ferkel und Mastschweine bis zum September des aktuellen Jahres konnten die schweinehaltenden Betriebe die schlechten Erlöse des Zeitraums davor zum Teil kompensieren. Seit diesem September haben wir die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland, was dann sofort auf die Schlachtschweinepreise und insbesondere auf die Ferkelerlöse negativ durchgeschlagen ist. Die coronabedingten geringeren Schlachtkapazitäten führen dann ergänzend erschwerend dazu, dass die Schweine aktuell nicht im notwendigen Umfang geschlachtet werden können und sie sich in den Ställen stauen. Wie lange diese Situation anhält oder wie sie sich auch weiter entwickelt, ist momentan völlig unklar. 

In vielen ferkelerzeugenden Betrieben stellt sich zudem die Frage, ob und wie die neuen Vorgaben der TierschutznutztierhaltungsVO im Zusammenhang mit dem zusätzlichen Platzbedarf in den Sauenställen umgesetzt werden können. Viele Sauenhalter und Sauenhalterinnen werden vermutlich den Ausstieg wählen. Wie groß der Strukturwandel hier sein wird, ist aktuell noch gar nicht abschätzbar. Corona und ASP werden diesen aber noch befeuern!  

Was können Sie machen – wo können wir Ihnen helfen?

Wichtig ist, dass Sie die finanzielle Situation ihres Betriebes jederzeit im Überblick behalten.

Je angespannter die Situation auf dem laufenden Konto ist, umso wichtiger ist dieser Überblick. Eine realistische Vorausschau und eine offene Kommunikation mit Banken und Geschäftspartnern ist da sehr hilfreich. Die Beiträge von den Kollegen Renke Harms und Patrik Meier zu den Themen „Wichtiger denn je - Den Finanzüberblick behalten“ und „Fehlende Liquidität - Wie gehe ich damit um?“ geben einen guten Überblick.

Rechtzeitig gegensteuern!

Wenn die finanzielle Situation so angespannt ist, dass eine Verbesserung nicht mehr alleine durch das Mobilisieren von Reserven und von Optimierungen in der Produktion ausreicht, müssen alternative Schritte überlegt werden. Dieses können z.B. sein:

  • Aufgabe von Betriebszweigen
  • Übergang vom Haupt- in den Nebenerwerb
  • Verpachtung des Betriebes
  • Verkauf von Flächen

Alle diese Schritte bedingen neben den wirtschaftlichen Auswirkungen auch mehr oder weniger starke persönliche Veränderungen beim Unternehmer/der Unternehmerin sowie auch dem Ehepartner und der restlichen Familie. Auch die sich verändernde Absicherung spielt hier eine große Rolle. Sie sollten Alternativen gut abwägen und sich Rat von außen dazu holen. In den Beratungsprozessen stellen wir häufig fest, dass eingeschlagene Veränderungen häufig eine Erleichterung in der Familie hervorrufen und auch den Weg frei machen für bisher nicht gesehene Chancen und Möglichkeiten!

Es gibt nicht den einzig richtigen Weg – wichtig ist, dass der Weg zu Ihnen und zu ihrer Situation passt! Nichts zu tun ist oftmals der falsche Weg! Schlagen Sie den neuen Weg nicht zu spät ein, so dass Sie aktiv noch eigenständig handeln können!

Sprechen Sie uns als Sozioökonomische Berater in den Regionen gerne an.

Kontakte

Stefan Müller
Dipl.-Ing. agr.
Stefan Müller

Betriebswirtschaft, Sozioökonomische Beratung, Mediation

0541 56008-162

stefan.mueller~lwk-niedersachsen.de

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