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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Hafer 2020

Hafer genießt als Lebensmittel mit seinen ernährungsphysiologischen Vorzügen derzeit eine echte Renaissance. Der Bedarf an Bio-Hafer für die menschliche Ernährung hat deutlich zugenommen.

Öko-Hafer wird in erster Linie zu Konsumzwecken angebaut. Futterhafer spielt eine untergeordnete Rolle. Die Erzeugerpreise für Speisehafer bewegen sich derzeit auf einem erfreulichen Niveau. Partien mit einem hohen Hektolitergewicht sind gefragt. Von den Verarbeitern werden 52 bis 54 kg/hl gefordert. Daran orientiert sich in der Regel auch die Preisbildung. Daneben spielt für die Haferflockenproduktion auch noch der Spelzenanteil eine Rolle. Hier wird von den Verarbeitern Wert auf einen möglichst geringen Anteil an Spelzen, also einer hohen Kernausbeute, gelegt.

 

Bei der Sortenwahl sollte deshalb in erster Linie auf diese Qualitätsparameter geachtet werden. Die Anforderungen der abnehmenden Hand an Sorte und Qualität sollten gegebenenfalls vor dem Anbau geklärt werden. Zu beachten sind bei der Sortenwahl ferner die Ertragsstabilität, Mehltauanfälligkeit und die Halmstabilität.

Die Erträge fallen in diesem Jahr in den Versuchen überwiegend sehr erfreulich aus. Die Hektolitergewichte erreichen ein höheres Niveau gegenüber dem vergleichsweise schwachen Vorjahr.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Hafer 2020 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Seit dem 1. Oktober 2019 gilt beim Saatgutbezug für Sommerhafer (außer Zwergtypen) die Kategorie I. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

 

Versuche mit Winterhafer gestartet

Im Jahr 2020 hat der Fachbereich Ökolandbau der LWK Niedersachsen Versuche mit Winterhafer gestartet. Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) ist an dem Vorhaben beteiligt. Die Versuche werden aus Mitteln des Landes Niedersachsen, Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziell unterstützt.

Das zunehmende Anbaurisiko bei Sommerhafer durch Frühsommer- oder Sommertrockenheit führte zu der Überlegung ob der Winterhafer im veränderten Klima mit milden, feuchten Wintern und frühen, trockenen Sommern eine Alternative mit sicheren Qualitäten und besserer Ertragsstabilität bieten kann. Winterhafer kann im Vergleich zu Sommerhafer die Winterfeuchtigkeit gut ausnutzen und hat im Frühjahr einen Entwicklungsvorsprung. Er leidet dadurch im Vergleich zu Sommerhafer weniger unter Vorsommertrockenheit und kann möglicherweise unter diesen Bedingungen höhere Erträge und Qualitäten realisieren.

Zu beachten ist die eingeschränkte Winterfestigkeit. Kahlfrost- oder Spätfrostlagen sind zu meiden. Auch Böden mit Verdichtungen und Strukturschäden sind für Winterhafer ungeeignet. Hafer ist sehr konkurrenzstark und hat i.d.R. wenig Probleme mit der Beikrautkonkurrenz.

Mit dem Projekt sollen verfügbare Winterhafersorten für niedersächsische Anbauverhältnisse hinsichtlich Ertragsniveau, Winterhärte und Qualitätsparameter geprüft werden. Zielgruppe der Versuchsergebnisse sind Öko-Betriebe, die sichere Haferqualitäten und – Erträge für die steigende Nachfrage der Flockenproduzenten erzeugen wollen und den Vorteil der besseren Wasserausnutzung der Winterform auf ihrem Standort nutzen müssen.

Die Parzellenversuche der LWK Niedersachsen wurden im Herbst 2020 auf den Öko-Versuchsstandorten Wiebrechtshausen (Lkr. Northeim) und Oldendorf II (Lkr. Uelzen) mit insgesamt fünf Sorten angelegt.

 

Hafer
 Hafer Anne Schuchert

Kontakte

Markus Mücke
Markus Mücke

Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

 0511 3665-4378

  markus.muecke~lwk-niedersachsen.de


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