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Eine längst überfällige Würdigung

Drei Jahre Trockenheit, massiver Schädlingsbefall und das Holzpreistief: Da ist die neu aufgelegte Bundeswaldprämie eine willkommene Hilfe, zum Beispiel für zwei Forstbetriebsgemeinschaften im LWK-Forstamt Weser-Ems wie Bezirksförster Carl Hesebeck in der Land & Forst 08/21 berichtet.

Große Mengen Schadholz sind in den vergangenen drei Jahren angefallen. Die Bundeswaldprämie kann helfen, einen Teil der Kosten für Wiederaufforstungen zu decken – und honoriert gleichzeitig die vielfältigen Leistungen des Waldes.
 Schadholz Carl Hesebeck
Die Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen im Emsland und in der Grafschaft Bentheim stimmt der Blick auf ihre Flächen sehr nachdenklich, denn viele Fichten- und Lärchenbestände sind stark geschädigte oder gar völlig aufgelöst. „Teilweise decken die Holzerträge aus diesen Wäldern kaum die Kosten für die Holzernte. Schwierig wird es dann auf jeden Fall bei der Aufforstung, aus der sich frühestens in 30 oder 40 Jahren wieder Erlöse erzielen lassen“, sagt Martin Merschel, Vorsitzender der Forstbetriebsge€meinschaft (FBG) Elbergen-Lohne. Ein Lichtblick für viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ergab sich Ende 2020 mit Einführung der sogenannten „Nachhaltigkeitsprämie Wald“. Sie ist ein 500 Mio. € schwerer Bestandteil des Corona-Konjunkturpakets des Bundes. Waldbesitzer können pro Hektar Waldfläche bis zu 120 € beantragen.

Das ist vorzuweisen

Karl Storm (l.) und Bezirksförster Herbert Geers begrüßen die Einführung der Nachhaltigkeitsprämie für den Wald.
 Bezirksförster Herbert Geers Carl Hesebeck

„Als Voraussetzung für die Prämie muss ein Bescheid der Sozialversicherung für Landwirtschaft,  Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Flächennachweis vorliegen und die Waldflächen müssen nach den Systemen PEFC oder FSC zertifiziert sein, die eine nachhaltige Bewirtschaftung bestätigen. Das Zertifikat ist ab dem Zeitpunkt der Auszahlung der Beihilfe zehn Jahre zu halten“, erklärt Karl Storm, derm als Pendant zu Martin Merschel der FBG Emsland-Süd vorsteht. Für einen Antrag brauche man mindestens einen Hektar Waldfläche und die bestätigte Mitgliedschaft in einem forstwirtschaftlichen Zusammenschluss.

Die Mitgliedschaft in der SVLFG ist verpflichtend, kann aber auch nachträglich beantragt werden; vier zurückliegende Beitragsjahre sind dann zu erstatten. Während für eine Zertifizierung nach PEFC pro Hektar 100 € beantragt werden können, sind es mit einer FSC-Zertifizierung sogar 120 €.

Was zunächst kompliziert klingt, ist für die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaften im Emsland und der Grafschaft ein leichter Schritt: Durch ihre Mitgliedschaften sind sie automatisch nach PEFC zertifiziert, eine entsprechende Bestätigung ist bei der jeweiligen FBG oder Waldschutzgenossenschaft erhältlich. Die Zertifizierung nach PEFC setzt eine bodenschonende Bewirtschaftung und die dauerhafte Anlage und Nutzung von Rückegassen im Abstand von 20 Metern voraus, erklärt Herbert Geers, der die Bezirksförsterei Freren der LWK Niedersachsen leitet und die Waldbesitzer der FBG Emsland-Süd betreut.

Antragsfrist: 31. Oktober

Für die Abwicklung der Waldprämie ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zuständig. Anträge sind auf der Homepage www.bundeswaldpraemie.de zu finden und können bis zum 31. Oktober 2021 online gestellt werden. „Wir haben schon viele Anfragen unserer Mitglieder erhalten. Gerade für ältere Waldbesitzer ist die Antragstellung im Internet nicht so leicht zu meistern“, meint Martin Merschel.

Die Prämie stützt damit nicht nur den Aufbau klimastabiler Wälder, sondern fördert auch die Schutz- und Erholungsfunktion „Insbesondere in der Corona-Krise, aber auch schon in der Zeit davor, nutzt die Bevölkerung die Wälder gerne zur Erholung“. Diese kostenlose „Leistung“ werde von Waldbesitzern einfach so erbracht, könne aber im Grunde nicht genug gewürdigt werden, meint Herbert Geers.

Auch Karl Storm und Martin Merschel sind sich einig: „Es wäre ein wichtiges und richtiges Signal, wenn der Waldbesitz für seine vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft dauerhaft finanziell mit einer Art Flächenprämie unterstützt wird“. Besonders aufgrund der schwachen Böden in der Region und des massiven Auftretens der Spätblühenden Traubenkirsche lasse es sich nur schwer wirtschaften. „Das wäre aber wichtig, denn schließlich sollen unsere Wälder auch im Klimawandel Schutz bieten und für die Erholung zur Verfügung stehen“.

Kontakte

Carl Hesebeck
Carl Hesebeck

Bezirksförster

  carl.hesebeck~lwk-niedersachsen.de


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