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Metall im Holz ruiniert jede Säge

Wer mit der Motorsäge schon einmal unverhofft auf einen alten Nagel getroff en ist, weiß: das macht keine Sägenkette mit. Noch größer wird der Schaden, wenn Fremdkörper im Holz unentdeckt ins Sägewerk gelangen. Berichtet Bezirksförster Dieter Scholz in der Land & Forst 08/21.

Wohl oder übel hat sich die Eiche ein dickes Metallstück einverleibt, das nun Teil des Baumstammes geworden ist.
 Metallstück im Baum Dieter Scholz
Der mit einem Nagel befestigte Nistkasten ist längst nicht mehr nützlich. Man hat jedoch vergessen, ihn zu entfernen.
 Nistkasten am Baum Dieter Scholz
Eine zerrissene Motorsägenkette ist ein Ärgernis bei der Waldarbeit. Doch immerhin bleibt der Ersatz in einem finanziell überschaubaren Rahmen. Gelangen jedoch Fremdkörper, wie Nägel, Drähte oder ähnliches unbemerkt ins Sägewerk, so können beim Auftreffen auf die Gattersägenblätter massive Schäden entstehen. In die Schadensbilanz fließen dann jedoch nicht nur der Ersatz oder zumindest das Nachschärfen der Blätter, sondern auch die Ausfall- bzw. Stillstandszeiten für die notwendigen Montagezeiten, was die Kosten potenzieren kann. Und obendrauf kommt noch der Verlust durch das nicht mehr verwertbare Holz.

Die Entwertung entsteht zum Beispiel durch Verfärbungen rund um die Verletzungsstelle, an der Luft, Krankheitserreger und/oder Pilze eindringen, die im besten Fall vom Holz umkapselt und eingeschlossen werden. Die Eiche gilt als „ehrliche Baumart“, denn sie quittiert durch die Gerbsäure den Schaden mit dunkler Farbe, der an der Schnittfläche gut erkennbar ist. Nicht selten geht ein solcher Schadenfall mit Streitigkeiten einher, da geklärt werden muss, wer für den Schaden aufzukommen hat. Daher gilt es, ein verschärftes Augenmerk auf das Verhindern solcher Fälle zu legen.

Noch vor einigen Jahren waren im gewerblichen Bereich vor allem Bestände im Fokus, die im zweiten Weltkrieg unter Beschuss oder Bombardierungen besonders zu leiden hatten. Als Beispiel sei hier in der Eifel der Hürtgenwald zu nennen, ein besonders umkämpftes Waldgebiet, überwiegend mit Fichten bestockt. Als Folge dieser Kriegshandlungen steckten viele Geschossreste, Bombenfragmente und Splitter im Holz. In den Jahrzehnten danach konnte daher das Holz zum Teil nur unter erheblichen Preisabschlägen vermarktet werden. Der Aufwand zur Identizierung der Metallteile war hoch. Dazu wurden entweder mobile Metallsonden im Wald angewendet oder stationär im Sägewerk vorgeschaltet.

Altersbedingt sind Kriegsschäden zwar immer weniger relevant, doch Metallteile gelangen auch auf andere Weisen ins Holz.

Darauf ist besonders zu achten:

  • An Waldrändern: evtl. verwendete Weidezäune/-isolatoren im Holz;
  • In Kulturen: als Einzelschutz verwendete Fegeschutzstäbe, Stachelbäume oder gar an Bäume genagelter Gatterdraht; vollständiger Abbau der Schutzeinrichtungen;
  • Jagdliche Einrichtungen: mit Nägeln an den Bäumen befestigte Hochsitze;
  • Naturschutz: im Holz befestigte Nistkästen/Hinweistafeln;
  • Gärten: an Bäume genagelte Spielgeräte oder Wäscheleinen;
  • Wald in Stadtnähe: beim Bau von Buden durch Kinder wurden evtl. Nägel verwendet;
  • Ehemalige Manövergebiete: Nägel zur Befestigung von Tarnnetzen etc..

Auch der Fegeschutzstachelbaum hat seinen Schutzzweck lange hinter sich und muss jetzt dringend abgebaut werden.
 Fegeschutz verwachsen Dieter Scholz
Eine beim Hochsitzbau verwendete Kette ist in den Stamm eingewachsen. Faulschäden und Ernteverluste sind die Folge.
 Kette von Hochsitz an Baumstamm Dieter Scholz
Ist beim Holzverkauf bekannt oder wird stark vermutet, dass Metall im Holz sein kann, so muss dies unbedingt als „splitterverdächtig“ angegeben werden, sonst macht sich der Waldbesitzer oder die Waldbesitzerin der arglistigen Täuschung des Holzabnehmers schuldig! Vorbeugend sollte deshalb dieser Grundsatz gelten:


„Kein Metall an Bäume!“

Allzu häufig wird jedoch eingewendet:


„Ach, das entfernen wir hinterher schon wieder“.


Leider ist dieses Vorhaben dann oft doch nicht umsetzbar, wird vergessen oder das Metall kann nicht mehr komplett entfernt werden, da Schrauben und Nägel mit der Zeit verrostet, abgebrochen oder eingewachsen sind. Ein erweiterter Grundsatz lautet deshalb:


„Sollte Metall verwendet werden, so ist es später komplett
wieder zu entfernen.“


In vielen Bereichen gibt zudem sinnvolle Alternativen zur Verwendung von Metall. Bei Kunststoffmaterialien ist allerdings darauf zu achten, dass sie nach Ende der Nutzungszeit ebenfalls aus dem Wald entfernt werden müssen.


In Baumstämmen aus einem Waldstück, das häufig für militärische Manöver genutzt wurde, stecken teilweise noch Nägel.
 Nagel im Baumstamm Dieter Scholz
Durch ihren hohen Gerbsäuregehalt hat die Eiche mit starker Dunkelfärbung auf einen eingewachsenen Stacheldraht reagiert.
 Eingewachsener Stacheldraht im Holz Dieter Scholz
Einige Alternativen zu Metall:

  • Fegeschutzspiralen (anstelle von Metallstachelschutz) oder Wuchshüllen aus Kunststoff;
  • Markierungen mit Farbe oder Flatterband;
  • temporäre Befestigungen mit Schnüren;
  • mit Schlauch ummantelter Zaundraht;
  • Befestigungen nicht am Stamm, sondern an den Ästen des Baumes (z.B. Nistkästen).


Muss aus wichtigen Gründen doch mit Nägeln gearbeitet werden, so bedarf es unbedingt einer Absprache mit den jeweiligen Waldbesitzern bzw. der Försterin oder dem Förster. Zu empfehlen ist, in diesem Fall nur Nägel aus dem weicheren Aluminium zu nutzen und diese nicht komplett einzuschlagen, sondern etwa zwei Zentimeter Spiel zu lassen, um ein zu schnelles Einwachsen zu verhindern.

Kontakte

FA
Dieter Scholz

Bezirksförster

 05565 548

  bezf.hils-vogler-ost~lwk-niedersachsen.de


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