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Spargelernte kurz vor dem Start – Betriebe setzen vermehrt auf Direktvermarktung

Die niedersächsischen Spargelanbauer*innen haben sich laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen gut auf die kommende Saison während der Corona-Pandemie vorbereitet

Spargelfeld mit Folie
Letzte Vorbereitungen für den Start der Spargelsaison in Niedersachsen: Auf einem Spargelfeld im Raum Nienburg werden Folien auf die Dämme gelegt. Friederike Herberg
Oldenburg – Bald ist wieder Spargelzeit: In diesen Tagen beginnt die Spargelernte auf den Flächen mit Folientunneln. Und dann dauert es auch nicht mehr lange mit der Ernte auf den übrigen Feldern.

Durch den Frost im Februar hat der Spargel ausreichend Kältereiz erhalten und kann die hoffentlich wärmeren Tage Ende März dementsprechend nutzen. Der Kältereiz hilft dem Edel-Gemüse bei steigenden Temperaturen kräftig zu wachsen, um die Spargelsaison mit einer ansprechenden Menge zu beginnen, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) erläutert.

Den Anfang machten bereits Ende Februar die feinen, weißen Stangen von einzelnen direktvermarktenden Betrieben, die beheizte Felder haben. Ebenfalls geerntet wird inzwischen schon auf den Spargelflächen mit Dreifachabdeckung: Bei diesen Flächen wird über dem Tunnel, in denen die Dämme mit schwarzer Folie abgedeckt sind, noch eine weitere Folie aufgelegt. Dadurch erwärmen sich auch noch die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern zusätzlich Wärme.

Ob es zu Ostern schon ausreichend Spargel geben wird, hängt vor allem vom Wetter in den nächsten Tagen ab.

Bei der Vermarktung des Edel-Gemüses setzen die Betriebe vermehrt auf die Direktvermarktung, da momentan nicht ersichtlich ist, wann sich die Corona-Lage entspannt und insbesondere die Gastronomie wieder öffnen darf. Spargelbetriebe und Hofläden, die ihre frische Ware direkt an Endkunden verkaufen, finden Verbraucher*innen auf unserer Website "Service vom Hof", die auch als Smartphone-App verfügbar ist.

Reges Treiben auf den Betrieben

Die Vorbereitung der Flächen beginnt teilweise bereits im Vorjahr: Im Herbst ziehen die Spargelanbauer*innen die Dämme, legen Folie und stecken bereits Stäbe für die spätere Tunnelfolie. Hintergrund dieser Vorbereitungen ist nicht ausschließlich ein früher Erntebeginn des Edel-Gemüses, sondern auch die bessere Befahrbarkeit der einzelnen Schläge. Denn teilweise ist der Boden zu Beginn des Jahres so wassergesättigt, dass eine Bearbeitung dann nicht möglich oder erschwert ist.

Es gibt aber auch Felder, auf denen jetzt erst die Dämme gezogen werden. Vorbereitet wird außerdem die Vermarktung, und das Personal muss geschult werden. Zur Unterstützung befinden sich bereits Saisonarbeitskräfte auf den Betrieben. Unter strikten Vorkehrungen für den Gesundheitsschutz herrscht reges Treiben, damit die Saison 2021 auch in Zeiten von Corona gut vonstattengeht.

Ernte in Zeiten der Corona-Pandemie

2018 und 2019 waren Ausnahmejahre mit trockenen und heißen Sommermonaten und sehr wenig Niederschlag in vielen Regionen. Somit waren die Spargelanlagen auf zusätzliche Bewässerung angewiesen. Die Saison 2020 hatte einen äußerst erfreulichen Ernteverlauf: Pünktlich zu den Osterfeiertagen waren die Temperaturen gut, so dass eine anständige Erntemenge zur Verfügung stand.

Nach den Feiertagen, wenn der Absatz meist wieder abnimmt, sanken 2020 auch die Temperaturen – es gab damit immer passende Angebotsmengen für Spargel. Auf der anderen Seite hatten die Betriebe jedoch mit den Herausforderungen zu kämpfen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte. In der Folge wurden manche Felder nicht beerntet.

Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden 2020 landesweit 26.569 Tonnen Spargel gestochen, 2019 waren es 28.073 Tonnen.

Auch in dieser Saison wird der Umgang mit dem Coronavirus die Betriebe vor einige Herausforderungen stellen. Herausforderungen kann es beispielsweise im Bereich der Erntehelfer*innen geben: Mögliche Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften beschäftigen die produzierenden Betriebe weiterhin. Doch die Betriebe sind laut LWK gut vorbereitet und haben mit den jeweiligen Landkreisen und Gesundheitsämtern Hygienekonzepte ausgearbeitet. Hier spielt auch die Unterbringung der Arbeitskräfte eine große Rolle. Viele Betriebe haben ihren Wohnraum umgestaltet, vergrößert oder zusätzliche Räume gemietet.

Spargel ist mit 4.434 Hektar im Ertrag stehender Anbaufläche die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.

 


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