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Biotopverbund Grasland: Biodiversitätsfördernde Kulturlandschaften wirksam gestalten

Nach dreieinhalb Jahren Laufzeit endete das Projekt nun mit einer digitalen Abschlussveranstaltung

Artenreiches Grasland in farbenprächtiger Blüte
Artenreiches Grasland in farbenprächtiger Blüte ist nicht nur hübsch anzusehen. Es ist auch unverzichtbarer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.Elisabeth Woesner / NABU
Ovelgönne - Das vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. koordinierte und gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Universität Oldenburg und dem NABU Oldenburger Land umgesetzte Projekt Biotopverbund Grasland endete nach dreieinhalb Jahren Laufzeit am 24. März 2021 mit einer digitalen Abschlussveranstaltung, an der über 100 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Landwirtschaft teilnahmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage der regionalen Ausgestaltung eines Grasland-Biotopverbunds unter Einbeziehung diverser Institutionen und Akteure.

Die biologische Vielfalt nimmt weltweit und auch in Deutschland stark ab. Um dem zunehmenden Artenverlust auf Wiesen, Weiden und Wegsäumen entgegenzuwirken, wurde das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsprojekt „Biotopverbund Grasland“ im Oktober 2017 in Nordwestdeutschland gestartet. Das Projekt zählt in Deutschland zu den vorbildlichen Projekten, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt verlieh dem Projekt im August 2019 den Titel „Ausgezeichnetes Projekt“. 
 

Forschungsprojekt Biotopverbund Grasland in Norddeutschland
Artenreiches Mahdgut wird von einer Spenderfläche im Landkreis Ammerland gewonnen, damit es später auf einer artenärmeren Fläche ausgebracht werden kann.Parastoo Mahdavi/Uni Oldenburg
Nach dreieinhalb Jahren Laufzeit präsentierten Projektleiter Mathias Paech vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen sowie Dr. Parastoo Mahdavi, Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin der Universität Oldenburg, die Ergebnisse des Projekts heute auf einer digitalen Abschlussveranstaltung. „Unsere Ergebnisse im Projekt „Biotopverbund Grasland“ zeigen, dass viele Elemente in der Landschaft Potenzial für die Förderung der Artenvielfalt haben, so z.B. neben extensiv genutzten Grünlandflächen auch Deiche, Wegränder und andere Saumbiotope“, so Dr. Mahdavi. Daher wurde in ausgewählten Pilotgebieten ein Biotopverbundkonzept entwickelt und in Form von Ansaaten, Mahdgutübertragungen und Bewirtschaftungsanpassungen umgesetzt.

Auch außerhalb der Pilotgebiete nahmen zahlreiche, engagierte Akteure an dem Projekt teil, die auf ihren Flächen für mehr Biodiversität sorgen wollen. Der aktuelle Wissensstand des Projektes sowie die erfolgreiche Akteursarbeit zeigen, wie entsprechende Fachkonzepte gemeinsam mit Wissenschaft und Praxis erarbeitet und erfolgreich für Arten- und Naturschutz, Bewirtschafter und letztlich im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung auf lokaler Ebene umgesetzt werden können. „Im Projekt „Biotopverbund Grasland“ wurde erneut deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft, dem Naturschutz, der Wissenschaft sowie entsprechenden Verwaltungs- und Verbandsstrukturen ist“, betont Projektleiter Mathias Paech. Die Besonderheit des Projekts ist daher der kooperative Ansatz, sodass die Projektverantwortlichen dies als ersten wichtigen Schritt unter anderem im Rahmen des Niedersächsischen Weges betrachten.

Forschungsprojekt Biotopverbund Grasland in Norddeutschland
Blühstreifen an Wegrändern fördern die Artenvielfalt. Unser Foto zeigt die Biodiversität fördernde Gestaltung eines Wegeseitenbereiches im vergangenen Frühjahr im Landkreis Ammerland.Parastoo Mahdavi/Uni Oldenburg
Die große landschaftliche Vielfalt Niedersachsens ist zugleich Lebensraum für ca. 40.000 Tier- und Pflanzenarten, die es zu erhalten gilt. „Dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Um die Vielfalt der wildlebenden Pflanzen und Tieren zu bewahren, haben wir im Niedersächsischen Weg die Einrichtung eines landesweiten Biotopverbunds fest verankert: Auf 15 Prozent der Landesfläche bzw. zehn Prozent der Offenfläche wollen wir zukünftig dem Erhalt und der Entwicklung bestimmter Lebensräume dauerhaft Raum geben“, sagte Olaf Lies in der abschließenden Podiumsdiskussion mit rund 100 Teilnehmern und sechs Referenten aus den Bereichen Politik, Naturschutz, Wissenschaft und Landwirtschaft. „Das Projekt hat Vorbildcharakter und hebt die besondere Bedeutung von Grünland für die biologische Vielfalt hervor. Es zeigt sich einmal mehr: Wir brauchen die Landwirtschaft als Partner an unserer Seite und müssen sie für ihre Naturschutz-Leistungen auch bezahlen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, der Niedersächsischen Weg ist ein Erfolg und verbessert den Arten- und Naturschutz in Niedersachsen maßgeblich“, so Minister Lies.

Schließlich wurde im Rahmen des offiziell ausgezeichneten Projekts „Biotopverbund Grasland“ auch eine Infobroschüre erarbeitet. Als ein Ergebnis fachlich begleiteter Kooperationsprozesse wurden hierbei wissenschaftlich fundierte und praktisch umsetzbare Handlungsempfehlungen festgehalten, die als Orientierung dienen und Hilfestellung bei dem Aufbau zu entwickelnder Konzepte geben. Die Broschüre sowie alle weiteren Projektinfos sind im Web unter www.gruenlandzentrum.org/projekte/biotopverbund-grasland abrufbar.

 


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Kontakte

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 04401 82926-21

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Wolfgang Ehrecke
Wolfgang Ehrecke

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 0441 801-200

  wolfgang.ehrecke~lwk-niedersachsen.de


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