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„Krautfäulebekämpfung und Mancozeb – eine Ära geht zu Ende“

Die Zukunft der Krautfäulebekämpfung wird in der nächsten Saison vom Wegfall des Wirkstoffes Mancozeb geprägt sein. Mancozeb wurde 1948 in den USA als Breitbandfungizid für die Landwirtschaft und den Gartenbau zugelassen.

Kräutfäule
KräutfäuleLüder Cordes
Über Jahrzehnte war der Kartoffelanbau eng mit diesem Wirkstoff verbunden. Nun wird Mancozeb nur noch dieses Jahr nutzbar sein. Die Zulassung für die meisten Produkte endete bereits am 31.1.2021. Insgesamt sind hiervon 28 Produkte betroffen. Die Abverkaufsfrist endet am 31.7.2021, die Aufbrauchfrist am 4.1.2022. Somit stehen alle Produkte, die Mancozeb enthalten, letztmalig im Jahr 2021 zur Verfügung. Bereits 2020 bestand keine Gewissheit, wie der Wirkstoffwegfall endgültig gesetzlich geregelt wird. In der Konsequenz daraus haben einige Firmen die Produktion Mancozeb-haltiger Fungizide bereits für 2021 eingestellt. Die Verfügbarkeit der Mancozeb-haltigen Fungizide könnten daher für die kommende Saison eingeschränkt sein. Diese Einschränkung betrifft insbesondere den Bereich der teilsystemischen Fungizide, die Mancozeb neben anderen Wirkstoffen enthalten. Wer demnach für 2021 noch Bedarf sieht, hat maximal bis Ende Juli Zeit, Mancozeb-haltige Produkte im Handel zu kaufen, soweit diese noch vorhanden sind. Es bleibt zu hoffen, dass in nächster Zeit neue Produkte auf den Markt kommen, mit denen bewährten Wirkstoffe weiter zur Verfügung stehen.

Die Bedeutung des Wirkstoffes Mancozeb ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Aggressivere Phy tophthora infestans-Erregerstämme erforderten vielfach potentere Wirkstoffe, um die Krautfäule sicher zu kontrollieren. Mancozeb wurde oft als ergänzenden Kontaktwirkstoff verwendet. Auf diesem Weg konnte die Resistenzgefahr vermindert werden und zusätzlich eine Wirkung gegen Alternaria solani erzielt werden.

Neue Produkte 2021:

Neu auf dem Markt ist die Fertigformulierung Zorvec Endavia. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus den Wirkstoffen Oxathiapiprolin (Zorvec) und Benthiavalicarb (enthalten in Valbon). Die Aufwandmenge liegt bei 0,4 I/ha und der Gewässerabstand beträgt 1 m bei 90% Abdriftminderung. Zorvec Endavia darf maximal viermal in der Saison zum Einsatz kommen.

Woher kommt die Krautfäule? Mögliche Infektionswege:Voraussetzung eines erfolgreichen Kartoffelanbaues ist die sicherere Kontrolle von Phytophthora infestans, dem Erreger der Krautfäule. Wie stark sich der Erreger etablieren kann und damit der Krautfäuledruck in der Fläche auftritt wird durch die Witterung bestimmt. Trotz des insgesamt trockenen Jahres, traten 2020 einzelne Nässephasen auf, die zur Ausbreitung der Krautfäule beitrugen. So kam es auf dem Versuchsfeld in Goldenstedt z.B. Mitte Juni zu stärkeren Niederschlägen, die zu einer Durchfeuchtung der Dämme führten. Am 29. Juni konnte dann auf der Fläche die erste Krautfäule bonitiert werden. Weitere Nässephasen Anfang Juli und in der zweiten Augusthälfte schufen Bedingungen, unter denen sich die Krautfäule in den Beständen ausbreiten könnte. Auf der anderen Seite wurde die Krautfäule durch die Hitze und Trockenphasen Anfang August und Mitte September gebremst. 

  1. Infiziertes Pflanzgut: Je nach Infektionsdruck im Vorjahr ist ein Teil Knollen einer Pflanzgutpartie latent mit Phytophthora infestans infiziert, d.h. an der Knolle sind keine Symptome sichtbar. Je nach Witterung entscheidet sich, ob sich daraus ein früher Stängelbefall entwickelt. Der Pilz kann von der infizierten Knolle aus im Stängel direkt nach oben wachsen und hier den typischen Stängelbefall ausbilden. Bei hoher Bodenfeuchte/Staunässe kann Phytophthora infestans auch auf der Oberfläche der Mutterknolle sporulieren. Der Erreger kann über das Bodenwasser von Pflanze zu Pflanze und Reihe zu Reihe transportiert werden und so die typischen Krautfäulenester ausbilden, oder großflächigen Stängel- und Wipfelbefall verursachen.
  2. Zuflug: Eine wesentliche Infektionsquelle stellen infizierte Kultur- oder Ausfallkartoffeln sowie im Freien gelagerte Kartoffelabfälle da. Von hier aus kann der Erreger in den frühen Morgenstunden bei Tau oder nach Niederschlägen Sporenträger bzw. Sporangien ausbilden, erkennbar an den typischen weißen Pilzrasen. Über Wind, Wassertropfen und Blattläuse können die Sporangien dann auf die Nachbarschläge gelangen. Bei optimalen Bedingungen können die Sporen mit dem Wind bis zu 100 km weit getragen werden und neue Kartoffelschläge infizieren. Bei hoher Luftfeuchte überleben sie mehrere Tage. Für die Infektion sind drei bis vier Stunden Blattnässe notwendig. Bei Temperaturen > 15°C keimen die Sporangien direkt aus. Bei Temperaturen < 15°C erfolgt eine indirekte Keimung durch das Entlassen von Zoosporen. Nach kurzer Inkubationszeit (2 bis 3 Tage) erscheinen die ersten Symptome.
  3. Abwaschung: Über Niederschläge oder Beregnung können von infizierten Pflanzen Krautfäulesporangien ab- und in die obere Bodenschicht eingewaschen werden. Im Boden sind die Sporangien bis zu drei Wochen infektiös. Beim Rodevorgang kommen die Knollen über die infizierte Erde mit den Sporen in Kontakt. Diese können über Lentizellen oder Verletzungen in die Knollen eindringen und Braunfäule verursachen.
  4. Oosporen: Neben der zuvor genannten asexuellen Ausbreitung durch Sporangien oder Zoosporen, gibt es auch eine sexuelle Vermehrungsform, die in Deutschland scheinbar von geringerer Bedeutung ist. Hierfür müssen zwei Paarungstypen (A1 und A2) miteinander verschmelzen. Es entstehen dann sogenannte Oosporen mit einer sehr widerstandsfähigen Außenhaut, die je nach Bodenart bis zu vier Jahre im Boden lebensfähig bleiben können.

Mit einem hohen Infektionsdruck ist bei Niederschlägen, hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 18 – 23 °C zu rechnen. Kann sich der Erreger auf einer Pflanze etablieren, kommt es zu den typischen schokoladenbraunen, deutlich abgegrenzten Blattflecken. In der Regel weisen diese Blattflecken einen hellgrünen Hof auf. Bei hoher Luftfeuchte (in den Morgenstunden bei Tau oder nach Niederschlägen) ist auf der Blattunterseite zwischen krankem und gesundem Gewebe ein weißer Pilzrasen deutlich zu erkennen. Darin bilden sich die neuen Sporen, die letztlich für die massenhafte Verbreitung im Schlag und weit darüber hinaus verantwortlich sind.

Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes sollte es selbstverständlich sein, das Sporenaufkommen soweit wie möglich zu begrenzen. Dazu ist es wichtig Kartoffelaufwuchs an Lager- und Abfallstätten zu vermeiden und eine nachhaltige Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln in anderen Kulturen zu betreiben. Das Pflanzgut sollte auf Knollenbefall kontrolliert werden um frühen Stängelbefall und eine rasche Ausbreitung im Bestand zu vermeiden.

Es werden mittlerweile hervorragende Fungizide angeboten, die eine relativ gute Kontrolle der Krautfäule ermöglichen, die aber auch entsprechende Kosten verursachen. Es gilt also, für die jeweilige Situation das richtige Maß und damit eine optimal angepasste Fungizidstrategie zu finden.

Optimaler Spritzstart

Ist Krautfäule in einem Bestand bereits sichtbar ausgebrochen, lässt sich der Befall nur mit hohen Aufwand stoppen. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Krautfäulebekämpfung ist daher der rechtzeitige Spritzstart, vor dem Auftreten der ersten Symptome. Mit der ersten Fungizidbehandlung soll, das Hochwachsen des Pilzes von der Pflanzknolle durch den Kartoffelstängel vermindert werden. Je nach Höhe der Niederschläge von Mai bis Mitte Juni kann der Spritzstart sowohl vor Reihenschluss der Kartoffeln als auch deutlich später erforderlich werden. Idealerweise sollte der Fungizidschutz 7 bis 12 Tage vor dem ersten Krautfäuleauftreten auf dem Schlag beginnen. In Normaljahren ohne frühen Stängelbefall eignet sich zur Ermittlung des Spritzstarts das Prognosemodell SIMBLIGHT1 (www.isip.de).

Die Modelle basieren auf der regelmäßigen Erfassung von lokalen Bestandes- und Witterungsdaten, sie haben sich in der Vergangenheit bewährt.

Schwieriger wird es, wenn die Kartoffelfläche im besonderem Maße von Nässe betroffen ist. Ist die Fläche über mehrere Tage nicht befahrbar, ist etwa 10 bis 14 Tage später mit Stängelbefall zu rechnen! Um diese so weit wie möglich zu verhindern, ist im unmittelbaren Anschluss an derartige Regenperioden mit dem Spritzstart zu beginnen.

In Regionen mit Frühkartoffelanbau unter Folien- oder Vliesabdeckung sind weitere Risiken zu beachten. Die kleinklimatischen Verhältnisse unter der Abdeckung führen, zusammen mit dem sehr frühen Auflauf dieser Bestände, zu einer frühzeitigen Entwicklung des Krautfäuleerregers. Sollten sich hier Symptome zeigen, ist es ratsam, die Folie zu entfernen und sofort eine Behandlung mit lokalsystemischen Präparaten plus sporiziden Partner vorzunehmen.

Zum Spritzstart sollten systemische oder lokalsystemische Fungizide zum Einsatz kommen. Der systemische Wirkstoff Metalaxyl-M enthalten in Ridomil Gold MZ und auch das Benalaxyl aus dem Fantic M sollten möglichst nur einmal eingesetzt werden. Gegenüber diesem Wirkstoff entwickeln sich in Laufe einer Saison regelmäßig resistente Stämme. Zu Beginn der Saison haben diese eine geringe Bedeutung. Ist in den Beständen jedoch bereits sporulierender Befall zu finden, sollte eine Anwendung dieser Produkte nicht mehr erfolgen. Bei etwas höheren Krautfäuledruck kann zum Spritzstart z.B. auch mit Proxanil + Winby, Infinito, Rival Duo + Carneol oder Carial Flex gearbeitet werden.  

Gefahr von Stängelbefall: Besteht auf Flächen mit hoher Bodenfeuchte bzw. anhaltend hohen Niederschlägen, die zu einem Durchfeuchten der Dämme führen, die Gefahr von frühem Stängelbefall, müssen vorbeugend auch bei den Folgebehandlungen systemische Fungizide eingesetzt werden. Bei hohen Infektionsdruck, wenn in der Umgebung schon Krautfäule zu beobachten ist, sollten bereits bei den ersten Spritzungen Sporizide zugesetzt werden. Wie die Versuche aus Jahren mit hohen Infektionsdruck gezeigt haben, hat sich unter extremen Bedingungen eine Wirkstoffkombination aus Propamocarb + Cymoxanil + Cyazofamid oder Fluazinam (z.B. Proxanil + Ranman Top oder Infinito + Cymbal flow + Shirlan) bewährt.  Versuche aus dem Extremjahr 2017 zeigten, dass bei hohen Infektionsdruck von Zorvec Enicade NZEB eine hohe Wirkungssicherheit zu erwarten ist. Vergleichbare Ergebnisse sind von dem neuen Produkt Zorvec Endavia zu erwarten. Wie beschrieben sollte auch dieses Produkt nur frühzeitig vor Auftreten der ersten Krautfäulesymptome eingesetzt werden.

Folgebehandlungen, Hauptwachstumsphase:

In der frühen Hauptwachstumsphase der Kartoffeln wächst das Laub oft so zügig, dass wenige Tage nach der Behandlung wieder ungeschützte Blattmasse vorhanden ist. Bei starkem Krautfäuledruck ist die Gefahr von Infektionen an Blättern, die nicht ausreichend geschützt sind, deshalb besonders hoch. Unter diesen Bedingungen empfiehlt sich der Einsatz von lokalsystemisch, beziehungsweise teilsystemisch wirkenden Fungiziden. Diese Präparate durchdringen die Blätter und können in gewissem Umfang auch den Neuzuwachs schützen.

Die Präparatewahl richtet sich bei den Folgebehandlungen in erster Linie nach der Witterung und dem Befallsgeschehen: So sind bei unbeständiger Witterung und damit hohen Infektionsdruck leistungsstarke Mittel wie Zorvec Endavia, Infinito oder Proxanil + Winby zu bevorzugen. Dabei ist zu beachten, dass die Dauerwirkung von Zorvec Endavia ca. 2 – 3 Tage länger ist, als bei Infinito oder Proxanil + Winby. Bei unbeständiger Witterung und mittleren bis hohen Infektionsdruck haben sich Carial Flex oder Revus (Top) bewährt. Unter weiterhin kritischen Krautfäulebedingungen, besonders wenn sporulierende Krautfäule in der Umgebung zu erwarten ist, lässt sich die Wirkungssicherheit durch die Zugabe sporenabtötender Präparate (Ranman Top oder Fluazinam-Präparate) erhöhen. Ist bei sehr hohem Infektionsdruck zu erwarten, dass erste Phytophthora-Infektionen gesetzt wurden, sollten bei der Folgebehandlung Cymoxanil – haltige Fungizide + Sporizid Berücksichtigung finden. Bei hohem Infektionsdruck kann die derzeit sicherste Wirkung von Zorvec Endavia erwartet werden.

Bei Starkregen oder Hagel kann es zu Stängelbruch kommen. In diesem Fall sollte möglichst kurzfristig nachbehandelt werden. Es sollten dann Cymoxanil–haltige Fungizide + Sporizid eingesetzt werden. Eine Alternative wäre nach diesen Wetterextremen auch Zorvec Endavia.   Bei hohem Befallsdruck, aber noch kein Befall im Bestand, sollten teilsystemische Fungizide + Sporizid verwendet werden. Proxanil, Rival Duo und Infinito sollten nur bis zur Blüte eingesetzt werden, um die Gefahr von Rückständen (Propamocarb) in den Kartoffeln zu begrenzen.

Stoppspritzungen

Bei sporulierendem Blatt- oder Stängelbefall wird es teuer, in diesem Fall sind konsequente Stoppspritzungen erforderlich. Besonders vor Niederschlägen oder Beregnungsmaßnahmen sollten diese Behandlungen durchgeführt werden. Bewährt haben sich Kombinationen aus Cymoxanil-haltigen Mitteln (z.B. Tanos, Proxanil, Rival Duo, Zentanil M, Curzate, Carial Flex) oder Infinito plus sporizidem Partner in vollen Aufwandmengen. Die zweite Stoppspritzung muss im Abstand von ca. drei Tagen erfolgen. Hierfür entweder wieder die Cymoxanil-haltigen Mittel oder Infinito plus sporiziden Partner oder alternativ z.B. Revus, Valbon oder Valis M plus sporiziden Partner einsetzen. Nachteil der Cymoxanil-haltigen Fungizide ist die im Vergleich zu anderen teilsystemischen Mitteln um etwa zwei bis drei Tage kürzere Wirkungsdauer. Gegebenenfalls können auch weitere Stoppspritzungen erforderlich werden

Auch wenn Versuchsergebnisse bestätigt haben, dass Zorvec Enicade NZEB bzw. Zorvec Endavia auch über eine sehr gute Stoppwirkung verfügt, sollte dieses Fungizid zur Vermeidung möglicher Resistenzentwicklungen bei bereits vorhandenem Befall nicht eingesetzt werden.

Bei mittlerem Infektionsdruck kann die weitere Spritzfolge aus lokalsystemischen oder sporiziden Mitteln ohne weiteren Mischpartner bestehen. 

Bei niedrigem Krautfäuledruck (anhaltende Trockenheit, keine Beregnung) reicht es bei den Folgebehandlungen in der Regel aus, Krautfäule preiswert mit Fluazinam­fungiziden, wie z. B. Carneol, Nando, Shirlan oder Terminus zu bekämpfen. Ist bei sehr niedrigen Infektionsdruck kaum mit Krautfäule zu rechnen, sind Folgespritzungen mit den kostengünstigeren Mancozeb- oder Metiram-haltigen Kontaktmitteln möglich. Um die Entwicklung möglicher Resistenzen zu vermeiden, sollte bei der Auswahl der Fungizide über die Saison auf den Wechsel unterschiedlicher Wirkklassen (FRAC) geachtet werden. Dieser Wirkstoffwechsel ist generell über die gesamte Spritzfolge hinweg zu beachten, zumal das neue Produkt Zorvec Enicade als stark resistenzgefährdet gilt.

Die Abstände zwischen den Behandlungen hängen von verschiedenen Faktoren ab, im Wesentlichen von der Witterung. Geht man von einem mittleren Spritzabstand von 9 – 11 Tagen aus, sollte diese schlagspezifisch nach weiteren Faktoren angepasst werden. Bei starkem Krautwachstum sollten die Spritzabstände um 2 bis 4 Tage verkürzt werden. Ist dagegen das Wachstum des Krautes weitgehend abgeschlossen, kann der Abstand zur Folgebehandlung auch um 2 – 3 Tage verlängert werden. Auch die Sortenempfindlichkeit sollte bei den Spritzabständen Beachtung finden. In gegenüber Krautfäule anfälligen Sorten sollten die Spritzabstände um 1 – 2 Tage kürzer gehalten werden, als bei einer mittleren Anfälligkeit. Befindet sich bereits sporulierender Befall in einem Bestand sind die Spritzabstände ebenfalls deutlich zu verkürzen. Einen großen Einfluss hat auch die Niederschlagsintensität. Nach stärkeren Niederschlägen, in der Summe nach der letzten Krautfäulespritzung über 25 mm sind die Spritzabstände ebenfalls kürzer zu fassen. Nach einer vollständigen und intensiveren Durchfeuchtung der Dämme sollten kurzfristig systemische Wirkstoffe ausgebracht werden.  Zu beachten ist bei sehr hohen Krautfäuledruck, dass viele Krautfäulefungizide mit einem Spritzabstand von mindestens sieben Tagen zugelassen sind. Falls nun witterungsbedingt kürzere Abstände notwendig sind, sollten die Produkte gewechselt werden, um der Zulassungssituation gerecht zu werden. Aktuelle Informationen zum regionalen Infektionsdruck und den dazugehörigen Spritzabständen stehen unter SIMPHYT 3 (www.isip.de).

Tabelle Schlagspezifisch den Spritzabstand anpassen
Tabelle Schlagspezifisch den Spritzabstand anpassenLüder Cordes

Abschlussbehandlungen

Zur Abreife der Kartoffeln steht der Schutz der Knollen vor Braunfäule im Vordergrund. Phytophthora-Sporen werden so lange gebildet, wie grünes Kartoffelkraut vorhanden ist. Durch Wind, Tau- und Regentropfen gelangen diese in den Boden und bleiben dort etwa drei Wochen infektionsfähig. Während der Rodearbeiten besteht die größte Gefahr für Knolleninfektionen (Braunfäule).

Mit beginnender Abreife, aber spätestens drei Wochen vor der Ernte, zum Schutz des Erntegutes Abschlussbehandlungen durchführen. Dazu für die letzten zwei bis drei Behandlungen sporizide Wirkstoffe (z.B. Carneol, Nando, Shirlan, Terminus oder Ranman Top) einsetzen. Die letzte Behandlung kann in Kombination mit der Sikkation erfolgen.

Kontakte

Lüder Cordes
Dipl.-Ing.
Lüder Cordes

Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz

 05021 9740-132

  lueder.cordes~lwk-niedersachsen.de


Dirk Mußmann
Dirk Mußmann

Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz

 05021 9740-133

  dirk.mussmann~lwk-niedersachsen.de


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