Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!
Webcode: 01039422

Ebereschen – Schon mal probiert?

Im August beginnen die zunächst grünen Beeren sich so langsam orange-rot zu verfärben. Geerntet werden die reifen Früchte dann von Ende August bis Oktober.

Vogelbeere/Eberesche
 Vogelbeere/Eberesche Gudrun Göppert
Entgegen der landläufigen Meinung sind Ebereschen, auch Vogelbeeren genannt, nicht giftig. Roh sind die Früchte allerdings nicht besonders bekömmlich. Die Beeren der gewöhnlichen Eberesche schmecken extrem herb-bitter-sauer. Vom Rohverzehr ist grundsätzlich abzuraten, denn Ebereschen enthalten Parasorbinsäure, die in größeren Mengen zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Durch Erhitzen wird die Parasorbinsäure in die unschädliche Sorbinsäure umgewandelt. Sorbinsäure ist ein natürlicher Konservierungsstoff mit antimikrobieller Wirkung, der auch als Lebensmittelzusatzstoffe eingesetzt wird und im Allgemeinen gut verträglich und unbedenklich ist. Bei Menschen mit Pseudoallergien (z.B. Neurodermitis) können jedoch in seltenen Fällen allergieähnliche Symptome auftreten.

Bei den Vogelbeeren am Wegesrand handelt es sich meistens um die gewöhnliche Eberesche (Sorbus aucuparia). Die Früchte der mährischen Eberesche (Zuchtsorte bzw. Kulturform: Sorbus aucurapia var. moravica oder var. edulis) schmecken dagegen nicht bitter, sondern angenehm mild und süß. Außerdem sind die Beeren etwas größer, was ein schnelleres Ernten ermöglicht.

 

Bedeutung für die Ernährung

Ebereschen sind supergesund. Sie enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe z.B.

  • Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte. In 100 g Früchte sind etwa 100 mg Vitamin C enthalten. Dies würde in etwa den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken.
  • Beta-Carotin und Lycopin wirken als Antioxidantien. Sie üben eine Zellschutzfunktion aus und senken das Krebsrisiko.
  • Mineralstoffe: u.a. Calcium, Magnesium, Eisen, Kalium und Zink. Sind wichtig für den Knochenaufbau, das Blut, den Wasserhaushalt und das Immunsystem.
  • Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der die Verdauung fördert und den Cholesterinspiegel senken kann.
  • Sorbinsäure wirkt antimikrobiell, entzündungshemmend und konservierend.
  • Sorbit ist ein hier natürlich vorkommender Zuckerersatzstoff.
  • Bitterstoffe sind gut für die Leber und die Verdauung.


Tipps für die Küche

Ebereschen lassen sich gut zu Konfitüre, Gelee, Saft, Sirup, Kompott, Dessert, Chutney, Schnaps und Likör verarbeiten.

Der Geschmack der Ebereschenfrüchte oder auch das Ebereschen-Mus der gewöhnlichen Eberesche schmeckt, wie bereits erwähnt, sehr herb-bitter-sauer. Manche würden sagen fast ungenießbar. Verarbeitet zu Marmelade, Gelee und in Kombination mit anderen Früchten, findet dann eine Verwandlung statt. Ebereschen-Apfel-Marmelade z. B., schmeckt ähnlich wie Orangen-Marmelade und eignet sich nicht nur als Brotaufstrich, sondern kann auch zum Bestreichen von Tortenböden genutzt werden. Die jeweilige Torte erhält dadurch eine besondere Geschmacksnote.

"Entbittern"

Vor der Verwendung der Beeren der gewöhnlichen Eberesche sollten diese entbittert werden. Das sogenannte "Entbittern" bewirkt eine kleine Abmilderung. Zum Entbittern gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Gewaschene, verlesene, entstielte Beeren 48 Stunden in Essigwasser (1/3 Essig, 2/3 Wasser) legen, danach gründlich waschen und weiterverwenden.
  • Früchte vorher einfrieren
  • oder beides

Bei der Verwendung der mährischen Eberesche ist das Entbittern nicht erforderlich.
 

Konfitüre oder Gelee wird nicht richtig fest, was tun?

Das kann passieren, wenn die Früchte zu wässrig sind oder zu wenig Fruchtsäure enthalten. Hier hilft es den Saft einer Zitrone zuzufügen und die Kochzeit um 2 Minuten zu verlängern. Die maximale Kochzeit von 8 Minuten darf aber nicht überschritten werden, da dann das Pektin seine Bindefähigkeit verliert.

 

 

 

 

Kontakte

Heike Dittmer

Beraterin Ernährung, Hauswirtschaft, Bauernhofgastronomie, Landfrauen

 04181 9304-21

  heike.dittmer~lwk-niedersachsen.de


Mehr zum Thema

Grünkohl

Grünkohl – ein regionales Superfood

Seiner großen Beliebtheit sowie seinem „Äußeres“ hat er wahrscheinlich die liebe­volle Bezeichnung „Oldenburger Palme bzw. Ostfriesische Palme“ zu verdanken. In anderen Regionen wird er auch als Braun-, …

Mehr lesen...
Sellerie

Knollensellerie – aromatisch, vielseitig und oft unterschätzt

Wer Knollensellerie nur als Suppengemüse kennt, unterschätzt den Sellerie in vielerlei Hinsicht. Denn Sellerie hat einiges zu bieten. Er schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch rundum gesund.  

Mehr lesen...
Miesmuscheln

Die Miesmuschel - Delikatesse des Wattenmeeres

Außen hart, innen weich: So präsentieren sich ab August bis zum April des kommenden Jahres die Früchte des niedersächsischen Wattenmeeres - heute die schwarzblaue Miesmuschel, ein Schalentier, das in Sachen Genuss und …

Mehr lesen...
Blaubeeren

Die kleinen Blauen - Heidelbeeren, echte Superfood und Geheimwaffen für die Gesundheit!

Die Kulturheidelbeeren stammen ursprünglich aus Nordamerika und wurden aus verschiedenen Wildarten gekreuzt. Waldheidelbeeren, auch landläufig Blaubeeren genannt, kennen heute zumeist nur die über 50-jährigen. Sie zu ernten war …

Mehr lesen...
Lauchzwiebeln

Frühlings(Lauch-)zwiebeln: Leicht, lecker, unkompliziert

Anders als es die Bezeichnung vermuten lässt, gibt es Frühlingszwiebeln das ganze Jahr. Von April bis September kommen sie aus heimischem Freilandanbau frisch auf den Markt und sind dann die erste Wahl: geschmacklich und „nä…

Mehr lesen...
Weißer und grüner Spargel

Spargel - edles Gemüse, zart und aromatisch

Endlich wieder Spargelzeit – kaum ein Gemüse ist in Deutschland so beliebt wie Spargel. Während der kurzen Saison bis zum 24. Juni lohnt es sich, das aromatische Gemüse zu genießen. Die Ernährungsexpertinnen der …

Mehr lesen...

Veranstaltungen

Grundlehrgang Klauenpflege

In Zusammenarbeit mit dem Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (TGD) wurde ein spezielles Ausbildungsprogramm für die Klauenpflege zusammengestellt. Dieses Ausbildungsprogramm wird mit großem Erfolg seit 1993 …

Mehr lesen...

Baumarten im Winter bestimmen

Der erste Schritt einer qualifizierten Baumpflegemaßnahme oder einer fachgerechten Baumkontrolle ist die Bestimmung der Baumart. Mit der Baumart im Hintergrund lassen sich weitere Fragen bei der Baumpflege (Schnittverhalten, Austriebsvermö…

Mehr lesen...

Der Anbau von Eiweißpflanzen als neuer Betriebszweig?

Seminar zum Anbau und Vermarktung von Eiweißpflanzen. Neue rechtliche Rahmenbedingungen der GAP 2023 und der Düngeverordnung, sowie sich wandelnde gesellschaftliche Strömungen machen den Anbau von Eiweißpflanzen wieder …

Mehr lesen...

Pflanzenschutz Sachkunde-Fortbildung Garten- und Landschaftsbau und öffentliches Grün

Pflanzenschutzmittel dürfen nur von Personen angewandt werden, die über einen Sachkundenach­weis verfügen. Entweder erlangt man die Sachkunde durch eine gärtnerische Ausbildung oder durch einen gesonderten Kurs mit anschlie&…

Mehr lesen...

Pflanzenschutz Sachkunde-Fortbildung Gärtner (Produktion und Handel)

Pflanzenschutzmittel dürfen nur von Personen angewandt werden, die über einen Sachkundenachweis verfügen. Entweder erlangt man die Sachkunde durch eine gärtnerische Ausbildung oder durch einen gesonderten Kurs mit anschließ…

Mehr lesen...
Pony auf Weide

Das kleine Einmaleins der Pferdeweide

Infos zur Grünlandpflege und damit verbundene Pflichten für Hobbypferdehalter Gesunde, vitale Pferde erfreuen sich an regelmäßigem Weidegang. Wir vermitteln Grundwissen im Bereich des Grünlandmanagements für …

Mehr lesen...