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Keine Durchfahrt für Unbefugte im Wald

Ob wilde Mülllager, illegale Autorennen, Alkoholschleichwege, Holzdiebstahl oder anderes wiederkehrendes Ungemach – manchmal hilft nur eine Schranke, um den Wald vor unbefugtem Befahren zu schützen. Bezirksförster Dieter Scholz veranschaulichte Praxistipps für den Schrankenbau in der Land & Forst 19/18.

Wegschranke im Wald
Wegschranken sollten immer eine seitliche Passiermöglichkeit in Kinderwagenbreite bieten. Diese neue Schranke ist mit einem Gegengewicht und einer Auflagenstütze ausgerüstet.Dieter Scholz
Nicht jeder Wald soll oder muss verschlossen werden, aber es gibt manchmal triftige Gründe, den Wald vor unbefugtem Befahren zumindest temporär zu schützen. Seien es wilde Müllablagerungen, illegale Autorennen oder beliebte Abkürzungen, Holzdiebstahl oder anderes immer wiederkehrendes Ungemach – manchmal hilft eben nur eine Schranke.

Ist die Entscheidung für einen Schrankenbau gefallen, gibt es allerdings im Vorfeld einige Dinge zu beachten, um nicht gleich neuen oder anderen Ärger heraufzubeschwören.

Diese Punkte gehören in die Vorplanung:

Die Bauform: Soll der Schrankenbalken senkrecht oder waagerecht zu öffnen sein? Vorteil der vertikalen Öffnung ist der geringere Platzbedarf und die Unabhängigkeit von der Geländetopographie. Es gibt gute Ausführungen, die werksseitig mit einem eingestellten Gegengewicht ausgestattet sind, sodass der Balken sich sehr leicht bewegen lässt. Auch scheint eine Gefährdung geringer zu sein, denn eine waagerecht halb geöffnete Schranke kann unter unglücklichen Umständen zu einer echten Gefahr werden.

Gefahr ist ein wichtiges Stichwort, denn: eine Schranke muss als Hindernis gut sichtbar sein. Aus Verkehrssicherungsgründen sollte sie nicht nur klassisch rot/weiß lackiert, sondern mit Reflektoren versehen sein – entweder als „Katzenaugen“, die allerdings häufig durch Vandalen zerstört werden, oder durch selbstklebende Reflektorenfolienstreifen. Nur mit solch einer deutlichen Kennzeichnung ist der verantwortliche Waldbesitzer juristisch auf „der sicheren Seite“, falls jemand im Dunkeln gegen das Hindernis stößt. Von Wegesperren in Form von Holzbalken oder Ketten ist eher abzuraten, zumindest sofern oben genannte Reflektoren nicht vorhanden sind. Bei den Metallschranken gibt es Ausführungen in Stahl (auch verzinkt) und in deutlich leichter zu handhabendem Alu.

Das Schloss: Eine Schranke macht in der Regel nur dann Sinn, wenn sie auch verschließbar ist. Daher muss der Frage des Schließmechanismus ebenfalls Beachtung geschenkt werden. Wie schließe ich unbefugten Verkehr aus, gestatte jedoch gleichzeitig den Befugten (Forstwirten, Rückern, Förstern, Jägern, Holzkäufern und -fuhrleuten) den Zutritt?

Hier haben sich zwei Systeme fest etabliert: das sogenannte „Niedersachsenschloss“, ein massives Einheitsschloss, welches in Forstkreisen so bekannt ist, dass eigentlich jeder Berechtigte hierfür einen Schlüssel besitzt, oder der Feuerwehrdreikantschlüssel (nach DIN 3223, M12). Beide Systeme sind gebräuchlich, aber regional auch unterschiedlich. Für Rettungskräfte und Feuerwehren ist eine rasche Zufahrt zu ermöglichen. Daher sollte gerade auf der örtlichen Ebene in jedem Rettungsfahrzeug ein Schlüssel verfügbar sein. Dies ist aber offenbar nicht flächendeckend der Fall.

Um im Notfall die Durchfahrt zu ermöglichen, verwenden Sie bitte immer das Einheitsschloss. Ausnahme: der Weg muss temporär komplett gesperrt werden; dann evtl. ein Zahlenschloss nutzen, um notfalls auf Zuruf reagierenzu können.

Das Einheitsschloss
Das Einheitsschloss hat sich bewährt – hier mit Schutz gegen Bolzenschneider.Dieter Scholz
Der Antisitzsteg
Der Antisitzsteg schützt vor Vandalismus.Dieter Scholz


Mit fünf Praxistipps zum richtigen Standort

  1. Eine ausreichende lichte Weite planen; manche Fahrzeuge im Forst haben Überbreite, wie der Grader bei der Wegepflege; drei Meter reichen in der Regel nicht aus.
  2. Die Schranke so aufstellen, dass ein Lkw in ganzer Länge von der Straße abbiegen kann, bevor er vor der Schranke steht (also rund 20 m von der Straßeneinmündung entfernt).
  3. Nicht in einer Kurve aufstellen (nicht nur wegen der Sichtbarkeit, sondern auch an das Nachschwenken eines vollen Holz-Lkw denken).
  4. Nicht vor oder hinter einer Rückeausfahrt aufbauen (wenn Langholz aus dem Bestand gerückt wird, muss noch Platz zum Poltern sein).
  5. Neben der Schranke noch einen guten Meter ebenen Platz lassen, damit Fußgänger auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl die Schranke passieren können.

Kontakte

FA
Dieter Scholz

Bezirksförster

 05565 548

  bezf.hils-vogler-ost~lwk-niedersachsen.de


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