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Maisbeulenbrand

In Maisbeständen ist in diesem Jahr regional wieder Maisbeulenbrand zu beobachten. Ursache sind Sporen des spezialisierten Brandpilzes Ustilago maydis, der ausschließlich Mais befällt. Die Sporen werden durch Wind, Niederschläge und Insekten verbreitet und können bis zu zehn Jahre im Boden überdauern. Stresssituationen wie hohe Temperaturen, Fritfliegenbefall, Spätfröste oder extremer Trockenstress begünstigen eine Infektion. In erster Linie sind Maiskolben betroffen, es können aber alle oberirdischen Pflanzenteile befallen werden. Mit steigendem Befall sind Ertrag, Futterwert und die Silagestabilität verringert. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Da es nur wenige Untersuchungen zur Auswirkung der Verfütterung von brandigem Mais gibt, wird häufig dein alter Versuch von Burgstaller (1976) zitiert. Dort wurden 14 Kühe über acht Wochen mit Maissilage, die zu 50 % mit Maisbeulenbrand befallen war, gefüttert. Ein Einfluss auf Futteraufnahme und Gesundheit wurde nicht festgestellt. Allerdings nahm der Energiegehalt bei zu 100 % befallenem Mais um 18 % ab, auch der Eiweißgehalt war deutlich reduziert. Der höhere Gehalt an Hefen und Schimmelpilzen verschlechterte die Stabilität der Silage. Die Bundesanstalt für Milchforschung Kiel konnte keine nachteiligen Auswirkungen auf die Milchzusammensetzung feststellen.

Wenige und zeitlich begrenzte Versuche von Haus Düsse erlauben keine endgültige Aussage zur Ungefährlichkeit der Verfütterung von Mais mit Beulenbrand. Ein sechswöchiger Einsatz von stark befallenem Mais führte bei vier tragenden Sauen und vier tragenden Kühen nicht zu feststellbaren Veränderungen. Ist der Mais jedoch gleichzeitig von Fusariumpilzen befallen, kann sich dies negativ auf die Schweinegesundheit auswirken.

Unterschiede im Futterwert von Silomais mit und ohne Maisbeulenbrand stellte die LfL Bayern in ihren Untersuchungen fest. Der TS-Gehalt sank von 36,9 auf 32,8 % und der NfE-Gehalt von 61,8 auf 58,5 %. Durch den Abbau der Kohlenhydrate erhöhte sich der Rohproteingehalt um 2 % von 9,6 auf 11,6 %. Die Gärqualität der Silagen war unverändert, allerdings erhöhten sich die Gärgasverluste.

Wichtig ist, den Befallsgrad im Maisbestand festzustellen. Bei hohen Befallsraten ist die geringere Energiekonzentration in der Rationsplanung zu berücksichtigen und ein Verschneiden anzuraten. Rechtzeitige Ernte, hohes Verdichten und der Einsatz eines Siliermittels zur Verbesserung der aeroben Stabilität sind zu empfehlen. Literaturhinweisen zufolge wird die Keimfähigkeit der Brandsporen durch die Silierung stark reduziert. In älteren Untersuchungen wurde eine Toxinbildung des Brandpilzes nicht festgestellt, durch den evtl. höheren Schimmelpilzbefall sind aber Mykotoxine nicht auszuschließen. Im Jahr 2007 untersuchte die LUFA Speyer Proben von befallener und nicht befallener Maissilage aus den gleichen Silos auf verschiedene Mykotoxine. Auch wenn in den befallenen Partien (der Befall wurde im Mittel auf über 50 % geschätzt) höhere Konzentrationen gefunden wurden, lagen die Gehalte auf einem Niveau, das für die Verfütterung an Kühe und Aufzuchtrinder unschädlich war. Silagen mit Maisbeulenbrand sollten grundsätzlich analysiert werden.

Übrigens: In Deutschland ist der Pilz kein Speisepilz, wohl aber in der Schweiz. In Mexiko gilt er als Delikatesse.

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Andrea Meyer

Rinderfütterung, Schweinefütterung, Futterberatungsdienst e.V.

 0511 3665-4479

  andrea.meyer~lwk-niedersachsen.de


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