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Stand:19.09.2022

Die neue GAP ab 2023 - eine ökonomische Optimierung der Anträge wird wichtiger!

Die neue GAP startet nach zwei Übergangsjahren 2021 und 2022 zum 01.01.2023. Bis Ende 2021 sollte Deutschland seinen Strategieplan bei der EU Kommission zur Genehmigung einreichen, aber es kam zu Verzögerungen. Deutschland hat seinen Strategieplan am 21.02.2022 zur Prüfung bei der EU vorgelegt. Bis in den Herbst 2022 könnten die Abstimmungen zwischen der EU und Deutschland andauern. Welche Änderungen sind vorgesehen und wie sind die ökonomischen Auswirkungen?

Blühstreifen
BlühstreifenRuth Beverborg
Eigentlich hätte die neue GAP im Jahr 2021 starten sollen, aber der Start wird auf den 01.01.2023 verschoben und für 2021 und 2022 gibt es Übergangsregelungen, die dem bisherigen System sehr ähneln. Allerdings können im Antragsverfahren 2022 bis zum 1. August schon die neuen 5-jährigen, länderspezifischen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) beantragt werden. Die Finanzmittel stammen bereits aus der neuen GAP Förderperiode 2021 bis 2027.

Neu in der GAP ab 2023 ist, dass die EU nur noch den Rahmen vorgibt und die Mitgliedsstaaten die detailierten Regelungen in einem Strategieplan vornehmen. Außerdem werden über die gesamte Förderperiode mehr Mittel von der 1. Säule der Direktzahlungen in die 2. Säule (in 2023 10% und in 2027 15 %) verschoben. In der 1. Säule werden 23 % der Mittel für freiwillige Eco Schemes bzw.  Öko-Regelungen vorgesehen. Das bisherige Greening mit der Greeningprämie wird es nicht mehr geben. Die neue GAP verfolgt verstärkt das Ziel "Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen." Damit sind von den Landwirt*innen mehr Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu erbringen. Die Architektur der GAP wird neu aufgestellt.


Am 24. November 2021 stimmte das Bundeskabinett der Verordnung zur Durchführung der GAP-Direktzahlungen Verordnung (GAPDZV)  und der Verordnung zur Durchführung der im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik geltenden Konditionalität (GAPKondV) zu. Am 17. Dezember 2021 wurden diese Verordnungen mit einigen Änderungen im Bundesrat verabschiedet. Danach wurde der deutsche Strategieplan am 21.02.2022 verspätet in Brüssel vorgelegt. Die finale Abstimmung des Strategieplans dürfte sich bis in den Herbst 2022 hinziehen. Bereits im Juni 2021 hatte der Bundesrat 3 Gesetze zur GAP verabschiedet. Die GAPDZV wurde am 31.01.2022 Bundesgesetzblatt (bgbl.de) veröffentlicht. Die GAPKondV wurde noch nicht veröffentlicht und der vorliegende Verordnungsentwurf wird sich laut Ergebnissen der Sonder-Agrarministerkoferenz (AMK) am 28.07.2022 noch erheblich verändern. Außerdem wird es für das Jahr 2023 Erleichterungen aufgrund des Ukraine Krieges und der damit verbundenen Notwendigkeit bei der geplanten Stilllegung und dem geplanten Fruchtwechsel geben.

Die neue grüne Architektur

Grüne Architektur der GAP 2023
Grüne Architektur der GAP 2023Laura Jans-Wenstrup
Bereits um die ursprüngliche Basisprämie, neu Einkommensgrundstützung für Nachhaltigkeit, zu erhalten, sind der gute und ökologische Zustand der Flächen (GLÖZ) und die Grundanforderungen an die Betriebsführung (GAB) einzuhalten. Das ist die sogenannte Konditionalität. Damit stellt sich derzeit die neue Architektur der GAP wie in der beiliegenden Übersicht dargestellt dar.

Konditionalität - GLÖZ-Standards

Im Rahmen der Konditionalität für die Einkommensgrundstützung sind  9 GLÖZ Standards einzuhalten.  Wesentliche Einflüsse für die Bewirtschaftung haben folgende GLÖZ Standards:


GLÖZ 4: Es sind 3 m Pufferstreifen entlang von Wasserläufen, wo das Ausbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln verboten ist, einzuhalten. Die Bundesländer können in Gebieten, in denen die Flächen in einem erheblichen Umfang von Ent- und Bewässerungsgräben durchzogen sind, Ausnahmen von der 3-m-Breite erteilen und die Breite auch verringern, aber nicht kleiner als 1 m. Die vorgeschriebene Stilllegung in Höhe von 4 % der Ackerfläche könnte über Pufferstreifen an Gewässern erfolgen, allerdings ist eine Mindestgröße von 1.000 m² für die Stilllegung zu erreichen.


GLÖZ 6:  Im Winter (1.12. bis 15.01.) darf es keine kahlen Böden geben. Es gibt Mindestanforderungen an die Bodenbedeckung. Das kann durch mehrjährige Kulturen, Winterkulturen und Zwischenfrüchte erfolgen. Auch eine Mulchauflage oder Stoppelbrachen von Körnerleguminosen und Getreide außer Mais, die nicht bearbeitet werden auch als Bodenbedeckung gelten. Ackerland mit späträumenden Kulturen (Ernte in der Regel nach dem 1.10.), bei dem eine Mulchauflage aus Ernteresten verbleibt, ist von der Begrünungspflicht ausgenommen.

Neuer Diskussionsstand:
Abweichend von den bisher vorgesehenen Regelungen soll künftig die Mindestbodenbedeckung auf mindestens 80 Prozent der Ackerflächen eines Betriebes verpflichtend sein. Die 80-Prozent-Regelung kann allerdings nur dann zur Anwendung kommen, wenn relevante fachlich begründete Ausnahmen wie für den Anbau von frühen Sommerkulturen in Gebieten mit wenig Winterniederschlägen, mit schweren Böden oder im ökologischen Landbau dadurch in ausreichendem Maße abgedeckt und berücksichtigt werden.


GLÖZ 7: Es ist ein schlagbezogener Fruchtwechsel ab 10 ha Ackerland vorzunehmen. Ausgenommen sind Betriebe mit weniger als 10 ha Ackerland und Landwirte mit mehr als 75 % Dauergrünland bzw. Gras-/Grünfutterpflanzen, Brachen, Leguminosen oder einer Kombination der genannten Kulturen sowie einer Ackerfläche von weniger als 50 ha. Auf höchstens der Hälfte des Ackerlands eines Betriebes kann ein Fruchtwechsel auch durch den Anbau einer Zwischenfrucht oder die Begrünung infolge einer Untersaat (Ansaat vor dem 15.10 und "sichtbar stehend" bis 15.02.) in bzw. nach  einer Hauptkultur erbracht werden.

Neuer Diskussionsstand:
2023: Der Fruchtwechsel soll ausgesetzt werden.

2024: Anders als bisher in der GAPKondV vorgesehen, müsste nach aktuellem Stand der Diskussion auf mind. 33 Prozent der verbleibenden Ackerfläche eines Betriebes bezogen auf das Vorjahr ein Wechsel der Hauptkultur zu erfolgen. Darüber hinaus wären auf mindestens weiteren 33 Prozent der Ackerfläche ebenfalls ein jährlicher Fruchtwechsel oder der Anbau von Zwischenfrüchten/ Unterssat zu etablieren. Auf den restlichen Ackerflächen fände ein Wechsel der Hauptkultur spätestens im dritten Jahr (2024) statt.

 

GLÖZ 8: Ein Mindestanteil von 4 % Stilllegung der Ackerfläche ist ebenfalls Voraussetzung für die Auszahlung der Einkommensgrundstützung. Die Flächen sollten nach bisherigem Verordnungsentwurf der Selbstbegrünung unmittelbar nach der Ernte der Hauptkultur überlassen werden und die Fläche muss mind. 0,1 ha groß sein. Der Stilllegungszeitraum wäre damit das ganze Antragsjahr. Die Bodenbearbeitung und der Dünge- und Pflanzenschutzeinsatz sind auf solchen Flächen verboten. Ein Mahd- und Mulchverbot gilt vom 1.4. bis 15.8. Eine Beweidung durch Schafe und Ziegen oder die Vorbereitung des Anbaus für das Folgejahr sind ab dem 15.08. möglich. Ausgenommen von der Stilllegung sind Betriebe mit weniger als 10 ha Ackerland und Landwirte mit mehr als 75 % Dauergrünland bzw. Gras-/Grünfutterpflanzen, Brachen, Leguminosen oder einer Kombination der genannten Kulturen. Landschaftselemente als Bestandteil der förderfähigen Fläche können auf die Stilllegung angerechnet werden. Pufferstreifen an Gewässern können stillgelegt und angerechnet werden. 

Neuer Diskussionsstand:

2023: Auch auf Stilllegungsflächen sollen zusätzlich zu den Anrechnungsmöglichkeiten von zum Beispiel Landschaftselementen an Ackerflächen auch Flächen angerechnet werden können, die für die Erzeugung von Getreide (ohne Mais), Sonnenblumen oder Leguminosen (ohne Soja) genutzt werden.  Sofern der Betriebsinhaber von dieser Möglichkeit Gebrauch mache, könne er jedoch die Ökoregelung "freiwillige Aufstockung der nichtproduktiven Flächen" nicht beantragen.

2023/24: Zur erforderlichen Begrünung der Brachflächen wird neben der Selbstbegrünung in der GAPKondV auch eine aktive Begrünung durch Aussaat zugelassen. Allerdings mit der speziellen Anforderung, dass keine landwirtschaftliche Kultur in Reinsaat ausgesät werden darf.


GLÖZ 2 und 9: Außerdem gilt das Verbot des Pflügens von Dauergrünland in Natura-2000-Gebieten (FFH- oder Vogelschutzgebieten) oder auf Moorstandorten. Damit ist ein Grünlandumbruch zur Grasnarbenerneuerung mit entsprechenden Ertragsnachteilen nicht mehr möglich. GLÖZ 2 beginnt in Niedersachsen ab dem 1.1.2024, da die Gebietskulisse für die Feuchtgebiete und Moore erst 2023 erstellt werden kann.

Es sind damit erhebliche Vorleistungen im Rahmen der GLÖZ  für den Erhalt der Einkommensgrundstützung gefordert. Dabei gibt es Überschneidungen mit den Maßnahmen im Niedersächsischen Weg. 

Einkommensgrundstützung

Die Basisprämie wird nach ersten Berechnungen von 173 €/ha in 2020 auf etwa 156 €/ha Einkommensgrundstützung in 2023 sinken.

7 Ökoregelungen

Rein rechnerisch könnte sich eine durchschnittliche Förderung von 65 €/ha LF über die Öko Regelungen ergeben. Aber es werden 7 freiwillige, einjährige und bundeseinheitliche Einzelmaßnahmen in der 1. Säule der GAP bei den Öko-Regelungen angeboten. Diese sollten nicht mit dem bisherigen Greening und den länderspezifischen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der 2. Säule verwechselt werden.

  1. Bereitstellung von Flächen zur Verbesserung der Biodiversität durch

    a) Freiwillige Aufstockung der Stillegungen auf  Acker mit Selbstbegrünung über die geforderten 4% in der Konditionalität hinaus: plus 1 % von 4 % auf 5 %: 1.300 €/ha; plus 2 % von 5 bis 6%: 500 €/ha; plus 3-6% von 6 bis 10 %: 300 €/ha
    (vom 1.1. bis 31.12. bzw. bei Aussaat einer Winterkultur ab 15.8., mind. 0,1 ha, kein Pflanzenschutz, keine Düngung)

    b) Anlage von Blühflächen und -streifen auf Ackerland oder in Dauerkulturen: top up auf Stillegung unter a) 150 €/ha
    (mind. 0,1 ha, Blühstreifen: streifenförmige Fläche, mind. 20 m bis max. 30 m, Blühfläche: nicht streifenförmige Fläche und Blühstreifen von mehr als 30 m Breite, max. 1 ha je Blühfläche, vorgegebene Saatgutmischung, Aussaat bis 15. Mai)

    c) Altgrasstreifen oder -flächen auf Dauergrünland (DGL):  bis 1 % 900 €/ha, 1-3% 400 €/ha, 3-6 % 200 €/ha
    (mind. 1 % und max. 6 % des DGL, 10 bis 20 % je Schlag, mind. 0,1 ha, max. 2 Jahre auf derselben Stelle, Beweidung und Schnittnutzung ab 1.9., kein Pflanzenschutz)
     
  2. Anbau vielfältiger Kulturen im Ackerbau mit mind. 5 Hauptfruchtarten mit je mind. 10 % , einem Anteil von mind. 10 % für Leguminosen einschließlich deren Gemenge und max. 66 % Getreide: 30 €/ha (neuer Diskussionsstand: 45 €/ha)
     
  3. Beibehaltung einer agroforstlichen Bewirtschaftungsweise auf Acker- und Dauergünland:  60 €/ha
    (2 bis 40 % Gehölzfläche, mind. 2 Gehölzstreifen, mind. 20 m und max. 100 m Abstand zwischen Gehölzstreifen, 3 bis 25 m breit)
     
  4. Extensivierung des gesamten Dauergrünlandes im Betrieb: 115 €/ha 2023 bis 100 €/ha 2026
    (mind. 0,3 und max. 1,4 RGV/ha DGL, keine mineralische Düngung, Wirtschaftsdünger höchstens in Höhe von 1,4 RGV je ha, kein Pflanzenschutz, keine Neuanlage von Drainagen im Antragsjahr)
     
  5. ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens 4 regionalen Kennarten: 240 €/ha in 2023 und 2024, 2025 225 €/ha, 2026 210 €/ha
     
  6. Bewirtschaftung von Acker- und Dauerkulturflächen ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Zeiträumen, die sich nach Kulturarten unterscheiden: 130 €/ha 2023 bis 110 €/ha in 2026 für Sommergetreide, Ackerbohnen und Mais und 50 €/ha sonstige Kulturen
     
  7. Anwendung von durch Schutzziele bestimmte Landbewirtschaftungsmethoden auf landwirtschaftlichen Flächen in Natura 2000-Gebieten: 40 €/ha
    (keine zusätzlichen Entwässerungsmaßnahmen, keine Instandsetzung von Drainagen, keine Auffüllungen, Aufschüttungen oder Abgrabungen im Antragsjahr)

Für die ökonomische Bewertung der Öko-Regelungen in der 1. Säule ist entscheidend, ob sie einen Einkommensbeitrag leisten. Dies ist einzelbetrieblich zu bewerten. Eine Studie der Fachhochschule Südwestfalen zeigt, dass vor allem auf guten Standorten und oder in Veredelungsregionen die Kosten über den vom BMEL geplanten Vergütungen liegen.

Umverteilungseinkommensstützung

Die Umverteilungseinkommensstützung wird statt für 46 dann für 60 ha mit erhöhten Fördersätzen von etwa 69 €/ha für die ersten 40 ha und von etwa 42 €/ha von 41 bis 60 ha in 2023 betragen. Die Umverteilungseinkommensstützung steigt damit von maximal etwa 1.980 €/Betrieb auf maximal etwa 3.600 €/Betrieb. Damit ist die Förderung um 1.620 € (60 ha LF) angehoben worden.

Junglandwirte-Einkommensstützung

Junglandwirt*innen werden weiterhin 5 Jahre nach der Betriebsaufnahme gefördert, wenn sie/er nicht älter als 40 Jahre ist. Junglandwirt*innen müssen in der GAP 2023 neuerdings eine Berufsqualifikation nachweisen.

Die Junglandwirte-Einkommensstützung wird von bisher 44 €/ha auf 134 €/ha erhöht und die Basisfläche dafür wird von 90 auf 120 ha angehoben. Somit könnte ein/e Junglandwirt*in im Jahr 2023 maximal 16.080 € Förderung erhalten. Bisher waren es maximal 3.960 €. Bei 120 ha LF also ein Anstieg um 12.120 €.

Gekoppelte Tierprämien

Es sind außerdem gekoppelte Prämien für Mutterkühe (mind. 3 Kühe), -schafe und -ziegen (mind. 6) vorgesehen. Die Haltung muss mind. vom 15.5. bis 15.8. erfolgen. In 2023 sind es 78 €/Mutterkuh und 35 €/Mutterschaf bzw. Mutterziege. Ein Weidegang ist dafür nicht verpflichtend. Allerdings können auf dem antragstellenden Betrieb nicht gleichzeitig Milch- und Mutterkühe gehalten werden.

Ökonomische Auswirkungen

Doch wie könnten ökonomische Auswirkungen der neuen GAP für den Einzelbetrieb aussehen? Als Beispiel soll ein Veredelungsbetrieb mit 100 ha LF (30 ha Körnermais, 35 ha Winterweizen und 35 ha Wintergerste) und 2000 Schweinemastplätzen dienen (s. Übersicht).

Ökonomische Auswirkungen der GAP ab 2023
Ökonomische Auswirkungen der GAP ab 2023Ruth Beverborg

Wenn die 7 einjährigen, freiwilligen Öko-Regelungen der 1. Säule einkommensneutral wirken, würde der Beispielbetrieb in 2023 gegenüber 2020 durch die Absenkung der Basisprämie/Einkommensgrundstützung und den Verlust der Greeningprämie trotz Erhöhung der Umverteilungseinkommensstützung etwa 9.100 € Prämie verlieren. Außerdem entgehen dem Betrieb der Deckungsbeitrag auf 4 ha stillzulegender Fläche in Höhe von 3.000 €. Für die Mindestbewirtschaftung (Mulchen) der stillgelegten Fläche entstehen Kosten in Höhe von 180 €. Außerdem dürfen im Winter keine kahlen Böden vorhanden sein, so dass für die Begrünung außerdem 1.800 € kalkuliert werden. Da es in der bisherigen GAP auch Kosten für das Greening gab, werden im Beispiel 1.020 € als Vorteil angerechnet. Aufgrund der stillgelegten Fläche müssen in dem Beispielbetrieb außerdem für 1.500 € Wirtschaftsdünger überbetrieblich verwertet werden, so dass insgesamt gegenüber der bisherigen Situation in 2023 ein wirtschaftlicher Nachteil von 14.500 € für diesen Betrieb zu erwarten ist. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Öko-Regelungen diese Situation verbessern können.

Für Futterbaubetriebe kann besonders das Verbot der Grünlanderneuerung (Umbruch) auf Moorstandorten und in Narura 2000-Gebieten (FFH- und Vogleschutzgebiete) im Rahmen der GLÖZ 2 und 9 bedeutsam werden. Dadurch ergeben sich in vielen Fällen Ertragsdepressionen, die zum Beispiel über Grundfutterzukauf ausgeglichen werden müssen. Intensive Milchviehbetriebe auf Moorstandorten oder in Natura 2000 Gebieten könnten nach derzeitigen Verordnungsentwürfen damit erhebliche ökonomische Nachteile in der neuen GAP im Vergleich zur bisherigen Förderperiode haben.

Auch ökologisch wirtschaftende Betriebe könnten nach derzeitigem Entwurfsstand der GAP erhebliche ökonomische Nachteile haben: sie sind nicht von der neuen Konditionalität (GLÖZ und GAB) für die Einkommensgrundstützung/Basisprämie befreit (bisher waren sie vom Greening befreit!). Vom Fruchtwechsel sind sie allerdings weiter befreit. Die aktuell vorgeschlagenen Öko-Regelungen sind auch für Öko-Betriebe in vielen Fällen ökonomisch nicht interessant.

Die kommende Agrarreform wird insgesamt mit Konditionalität als Voraussetzung für die Einkommensgrundstützung und die freiwilligen Öko-Regelungen in der 1. Säule nochmals "grüner", da die Zahlungen an Umwelt- und Klimamaßnahmen gebunden sind. Die Einkommenswirksamkeit der Direktzahlungen wird je nach Betriebsform erheblich sinken. Eine betriebswirtschaftliche und pflanzenbauliche Beurteilung und Optimierung der Prämienanträge wird zukünftig bedeutsamer, um zu entscheiden wie und ob überhaupt ein Prämienantrag gestellt wird. Im Jahr 2024 möchte die Ampel-Regierung die GAP-Umsetzung bewerten und ggf. nachjustieren.

Am 20.01.2022 haben Expert*innen in einer virtuellen Fragestunde schon einige wesentliche Fragen aus der Praxis beantwortet. Schauen Sie sich das Video bei Fragen daher gerne an!


Für Hilfestellungen bei der Agrarförderung stehen Ihnen unsere Wirtschaftsberater*innen gerne zur Verfügung.


Mit unserem GAP Rechner 2023 können Sie die voraussichtlichen Prämien 2023 berechnen und den Fruchtwechsel sowie die Öko Regelungen in Ihrem Betrieb planen.

Kontakte

Ruth Beverborg
Dipl.-Ing. agr.
Ruth Beverborg

Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung

0441 801-304

0152 5478 2243

ruth.beverborg~lwk-niedersachsen.de

Laura Jans-Wenstrup
M.Sc. agr.
Laura Jans-Wenstrup

Fachreferentin Betriebswirtschaft

0441 801-426

laura.jans-wenstrup~lwk-niedersachsen.de

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