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Getreidemarkt: USDA-Bericht Oktober 2021

Der aktuelle USDA-Bericht hat die Börsenkurse wieder in Bewegung gebracht. Für den Weizen wurden wichtige Kennzahlen nach unten korrigiert und damit ging es an der US-Börse weiter bergauf. Höhere Produktionsmengen für Mais und Soja sorgten für eine schwächere Kursentwicklung. Bleibt abzuwarten, ob diese Tendenzen auch in den kommenden Wochen Bestand haben werden. 

Weizen
Produktionszahlen gehen zurück
Das US-Agrarministerium hat für den Weizen sowohl die Produktions- als auch die Verbrauchszahlen gesenkt. Unterm Strich blieb dabei ein Minus bei den globalen Endbeständen. Diese fielen mit 277,2 Mio. t um ca. 6 Mio. t geringer aus als im Vormonat und rutschten damit auf ein 5-Jahres-Tief. Auch die Erwartungen der Analysten in Höhe von 281 Mio. t wurden dabei sogar noch deutlich unterschritten. Die Reduzierung der Produktion wurde insbesondere für Kanada, den Iran sowie für die USA vorgenommen. Für den Iran fanden nach einer Revision in diesem Bericht einige Korrekturen statt. Die Anfangsbestände sanken um deutliche 3,6 Mio. t und die Produktion verringerte sich um 1,5 Mio. t auf 13,5 Mio. t. Die Zahlen des Irans werden unter der Position Mittlerer Osten im USDA-Bericht ausgewiesen. 


Verbrauch sinkt, übersteigt aber Produktion
Die Verbrauchszahlen wurden um 2,6 Mio. t auf 787,1 Mio. t gesenkt, maßgeblich in Indien, Kanada und den USA. Aber dennoch übersteigen sie auf globaler Ebene die Produktionsmengen, die im aktuellen Bericht mit 775,9 Mio. t beziffert wurden. 
Reaktionen an der Börse: Die Senkung der Produktions- und Endbestandszahlen sorgte an den Börsen zunächst für Auftrieb. Am Dienstag schlossen die Frontmonate bei 271 EUR/t in Paris und bei 735,25 ct an der Börse in Chicago. Am folgenden Tag setzten bereits wieder technisch bedingte Verkäufe und Gewinnmitnahmen ein, die für Verluste sorgten. 


Mais
Versorgungslage am Maismarkt entspannt sich 
In den USA läuft gerade die Maisernte und die aktuellen Prognosen wurden im Oktober-Bericht berücksichtigt. Nach Schätzungen des US-Agrarministeriums sind die US-Maiserträge weiter gestiegen und somit klettert auch die erwartete Erntemenge nach oben auf nunmehr 381,5 Mio. t. Das entspricht einem Plus von ca. 6% zum Vorjahr. Auf globaler Ebene blieb die erwartete Maisernte knapp unverändert zur Vormonatsschätzung. Dabei wurden Reduktionen für Russland und die Ukraine von höheren Ernten in der EU und Kanada nahezu ausgeglichen.  Im Vergleich zum Vorjahr wird die Weltmaisernte nach Einschätzung der Analysten auf 1,198 Mrd. t ansteigen. Die globalen Endbestände erhöhen sich auf 301,7 Mio. t. Doch werden die chinesischen Vorräte aus der Berechnung genommen, verbleiben nur noch 92,58 Mio. t nach 85,8 Mio. t in 20/21 und 105,57 Mio. t in 19/20.


Erwartungen für Südamerika unverändert
Für Südamerika blieben die Zahlen im USDA-Bericht unverändert zum Vormonat. Hier ist es aber auch noch früh in der Saison. Dementsprechend blieb die Produktion für Brasilien bei 118 Mio. t (Vorjahr 86 Mio. t) und für Argentinien bei 53 Mio. t (Vorjahr 50 Mio. t). Die Exportmengen wurden auf 43 Mio. t bzw. 38 Mio. t beziffert.


Reaktionen an der Börse: Die entspanntere Versorgungslage machte sich umgehend an den Börsenkursen bemerkbar. Nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes ging es zunächst bergab und damit wurde auch der Aufschwung am Weizenmarkt gebremst. Die schwächere Tendenz setzte sich sowohl an der MATiF als auch an der CBoT auch am Folgetag fort. 


Soja
US-Sojaproduktion und -Anfangsbestände höher als gedacht 
Die Experten des US-Agrarministeriums korrigierten die Ertragserwartungen der laufenden Sojabohnenernte nach oben. Erträge in Höhe von 51,5 bpa sollen nun eine Ernte von 121,1 Mio. t hervorbringen und damit die Vormonatsschätzung um 2 Mio. t übersteigen. Im Vergleich zum Vorjahr würden dann knapp 7 Mio. t mehr US-Bohnen eingefahren werden. Mit der steigenden Produktion klettern auch die US-Endbestände. Diese wurden im aktuellen Bericht mit 8,7 Mio. t angegeben (20/21: 6,97 Mio. t, 19/20: 14,28 Mio. t) und das wurde vom Markt als Entspannungszeichen aufgenommen. 


Globale Endbestände steigen
Auch global erhöhte sich die Produktionserwartung auf 385,1 Mio. t. Die Anfangsbestände wurden um 4 Mio. t auf 99,2 Mio. t erhöht. Mit einem leicht gesunkenen Verbrauch und gleichbleibenden Exportmengen ergeben sich aufgrund des höheren Angebotes Weltendbestände in Höhe von 104,57 Mio. t (20/21: 99,2 Mio. t, 19/20: 95,48 Mio. t). Im Vergleich zum Vormonat sind die Vorräte in den USA, Argentinien und China gestiegen. Das sorgte für eine trübe Stimmung an den Börsen. Verlustbegrenzend wirkten dagegen die Importzahlen Chinas, die erneut auf 101 Mio. t festgesetzt wurden nach 99 Mio. t in 20/21 und 98,5 Mio. t in 19/20.


Reaktionen an der Börse: Die höheren Produktions- und Endbestandsmengen habe für Druck auf die Kurse gesorgt. Nach der Veröffentlichung des Oktober-Berichtes fielen die Sojakurse an der CBoT ins Minus. Der Schlusskurs des Frontmonats lag zur Wochenmitte bei 1195,25 ct/bu und erreichte damit den tiefsten Stand seit Mitte Dezember des letzten Jahres. Der Rapskontrakt stand bereits im Vorfeld aufgrund von Gewinnmitnahmen unter Druck. Mit den schwachen Vorgaben aus Übersee rutschte er weiter ab und landete im Tiefpunkt bei 638 EUR/t. Am folgenden Donnerstag hat sich die Stimmung an der MATiF jedoch wieder gedreht und die 650-Euro-Marke wurde erneut überschritten. 

 

Globale Getreide- und Sojabestände (Quelle: USDA/BQCI, Oktober 2021)

 

USDA Oktober 21

Erwartungen

USDA September 21

Weizen

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

277,2 (-)

280,82

283,22

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,580 0,576 0,615

Mais

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

301,7 (+) 298,76  297,6

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

1,500 (+) 1,432 1,408

Soja

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

104,6 (+) 100,72 98,9

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,320 (+) 0,300 0,185

(-) unter Erwartungen

(+) Über Erwartungen

Quelle: USDA/BQCI

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Stephanie Stöver-Cordes

Fachreferentin

 0441 801-351

  stephanie.stoever-cordes~lwk-niedersachsen.de


M.Sc.
Mathias Klahsen

Fachreferent Marktberichterstattung

 0441 801-350

  mathias.klahsen~lwk-niedersachsen.de


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