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Kommen Sie gut durch stürmische Zeiten!

Dauerniedrigerlöse, ungewisse Zukunft, unzuverlässige Rahmenbedingungen, nasse Flächen – das macht vielen Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen! Die Situation betrifft und belastet die gesamte Familie.

Straße bei leichtem Schnee
Straße bei leichtem SchneeWiebke Wennemer
Familiengeführte Unternehmen bieten neben den Risiken wie Selbstüberlastung, Konfliktbehaftung sehr hohe Chancen durch ein unschlagbar motiviertes und flexibles Team, das Herausforderungen besser meistern kann als starre Großbetriebe. Voraussetzung ist dabei jedoch, dieses Potenzial auch selbstverantwortlich zu nutzen. Dazu zählen Dinge wie:

  • Qualitatives Wachstum geht vor quantitativem Wachstum! Bevor Sie den nächsten Investitionsschritt planen, analysieren Sie Ihren Ist-Betrieb: an welchen Stellschrauben können Sie noch drehen, um die Wirtschaftlichkeit zu optimieren? Fütterung, Düngung, Lüftung, Besamung… - alles gehört unter die Lupe! „Viel hilft viel“ gilt leider auch nicht so pauschal bei Hektaren und Tierzahlen. Jede Familie muss für sich ihr Optimum finden, bei dem sowohl die Arbeitsbelastung als auch das Gesamteinkommen stimmen. Das ist höchst individuell! Jede Familie sollte bei sich auf „Perlensuche“ gehen, um herauszufinden, wo die einzelnen Stärken, Vorlieben, aber auch Grenzen liegen.
  • Gesunde Arbeitsorganisation: viele Landwirte und Landwirtinnen stecken tief in der Arbeitsfalle! Die Gründe sind vielfältig: Ausfall einer Arbeitskraft durch Krankheit, Pflege, Kindererziehung, Kündigung eines Mitarbeiters, Fachkräftemangel, Unterschätzung der Arbeitsbelastung durch einen neuen Betriebszweig oder eine Erweiterung. Selbst Maschinen brauchen mal Pause, damit der Motor nicht heiß läuft oder gar durchbrennt. Haben Sie regelmäßige Pausen, die ihren Namen verdienen? Können Sie sich täglich für beispielsweise eine halbe Stunde zurückziehen ohne Handy? Das klingt banal, ist aber häufig der Anfang der Chance, das Hamsterrad anzuhalten.
  • Liquiditätsplanung ist ein wichtiges Controllinginstrument, das zu jedem Unternehmen dazu gehört - nicht nur, wenn die Bank es fordert.
  • Gemeinsame Ziel- und Strategieplanung ist nicht nur angesagt, wenn Investitionen anstehen. Sie sollte ebenso regelmäßig erfolgen, um das Erreichte zu überprüfen und gegebenenfalls Schrauben nachzujustieren. Dabei ist es wichtig, regelmäßig über den Tellerrand zu gucken und auch den Blick von außen zuzulassen.
  • Zentraler Punkt ist das persönliche und familiäre Umfeld. Hierzu empfiehlt es sich, immer wieder gut zu überprüfen, ob sich die Bereiche Arbeit, Gesundheit, Freizeit und soziale Kontakte in einem guten Gleichgewicht befinden. Hilfreich für tragfähige Beziehungen sind regelmäßige Paar-/ Familienzeiten, Freizeit als betriebsfreie Zeit und Termine mit sich selbst zum Innehalten und Auftanken. Soziale Kontakte sind gerade in stürmischen Zeiten wichtig. Das ist in Coronazeiten sicher schwieriger hinzubekommen, aber nicht unmöglich, denn Telefonieren, Skypen oder auch ein gemeinsamer Spaziergang im Freien sind nach wie vor möglich und wohltuend.

Das A und O dabei ist eine gute Kommunikation! Reden ist Gold! Auch die Wertschätzung kommt im Alltag oftmals zu kurz und kann und sollte trainiert werden. Ganz wichtig ist es, rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn es im Miteinander „hakt“: Die landwirtschaftlichen Sorgentelefone, die sozioökonomische Beratung sowie die landwirtschaftliche Sozialversicherung bieten vielseitige Unterstützung an.

Gemeinsam mit einem Außenstehenden auf Lösungssuche zu gehen ist erfolgversprechender als still und leise den Kopf in den Sand zu stecken und hoffen, dass „der Spuk“ vorübergeht. Die Beraterinnen und Berater haben natürlich keine Patentrezepte und keine Preisgarantien im Gepäck, können aber gemeinsam mit der Familie Ideen entwickeln, die Betriebsstrukturen anzupassen, die Arbeitsbelastung zu reduzieren und die gute Kommunikation in der Familie zu fördern.

Viele Landwirte und Landwirtinnen ziehen sich zurück. In Zeiten von Corona wird das noch verstärkt bzw. fällt kaum auf, da sowieso keine Veranstaltungen stattfinden. Hinzu kommt, dass viele Familien ohnehin durch coronabedingte Einschränkungen stark belastet sind. Einige Menschen treten dann den inneren Rückzug an, reden kaum noch und grübeln ständig. Andere reagieren mit Aktionismus und verkaufen beispielsweise überstürzt ihre Tiere oder treten die „Flucht nach vorn“ an, indem sie in die Direktvermarktung einsteigen, ohne sich vorher über die zusätzlichen Arbeitsbedarfe, Kosten und Auflagen Gedanken zu machen. Arbeitsüberlastung bis hin zum Burnout sind nicht selten die Folge. Andere verharren in einer Schockstarre, indem sie einfach so weitermachen wie bisher und hoffen, dass die Krise schon irgendwie vorübergeht, bevor die Rücklagen an Geld und Kraft aufgebraucht sind. „Nicht darüber reden, dann findet sie auch nicht statt.“

Dabei ist Reden der erste Schritt in Richtung persönlicher Lösung. Auf dieser Erkenntnis beruht der Erfolg der landwirtschaftlichen Sorgentelefone. Wenn ich mit jemandem über meine persönlichen Sorgen und Nöte rede, verschafft es nicht nur Erleichterung, sondern im Gespräch entwickelt sich in der Regel eine Idee zur Erweiterung der Perspektiven.

Laut der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) steigen unter ihren Versicherten die Zahlen der psychisch erkrankten Personen sowie der psychisch begründeten Erwerbsminderungsrenten. Deshalb hat die SVLFG ihr Präventionsangebot deutlich ausgeweitet. Neben Seminaren zur Stressbewältigung u.ä. gibt es eine Krisenhotline, die an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr von Psychologen betreut wird.

Ferner hat die SVLFG im Rahmen eines Pilotprojektes eine Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geschlossen, um landwirtschaftlichen Familien in Krisen schneller zu helfen, bevor die Situation die Menschen krankmacht. Versicherte der landwirtschaftlichen Alterskasse erhalten die Kosten für zehn Stunden sozioökonomische Beratung erstattet, wenn ihnen die Arbeit über den Kopf wächst, die Sorgen ihnen den Schlaf rauben oder wenn die finanzielle Situation existenzbedrohend wird. Bei familiären Konflikten finanziert der landwirtschaftliche Rentenversicherungsträger zusätzlich zehn Stunden Mediation.

Ihre Ansprechpartner (siehe auch unten: "Flyer Sozioökonomische Beratung" als Datei zum Download)

Das landwirtschaftliche Sorgentelefon erreichen Sie unter der Telefonnummer 04402/8448 (Rastede) oder 05401/866820 (Oesede) oder 04137/ 812540 (Barendorf) immer montags, mittwochs, freitags von 8.30 – 12 Uhr und dienstags und donnerstags von 19.30 – 22 Uhr. Dort können Sie anonym mit einer speziell geschulten Beratungskraft mit landwirtschaftlichem Hintergrund reden.

Das Krisentelefon der landwirtschaftlichen Sozialversicherung ist rund um die Uhr und 7 Tage die Woche unter 0561/ 78510101 erreichbar. Dort nehmen Psychologinnen und Psychologen ihren Anruf entgegen.

Kontakte

Anne Dirksen
Dipl.oec.troph.
Anne Dirksen

Leiterin Fachbereich Familie und Betrieb, Landfrauenarbeit, Sozioökonomie, zertifizierte Mediatorin

0441 801-329

0152 5478 2139

anne.dirksen~lwk-niedersachsen.de

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