Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!
Webcode:01040026

Getreidemarkt: USDA-Bericht Dezember 2021

Der letzte Bericht in diesem Jahr setzte den Weizen noch einmal unter Druck. Sowohl die US- als auch die Weltendbestände fielen höher aus als in der Vormonatsprognose und überstiegen gleichzeitig die Erwartungen der Analysten. Auch die globalen Endbestände vom Mais wurden nach oben korrigiert. Die Sojabohnen-Endbestände wurden dagegen geringer als noch im Vormonat eingestuft.

Weizen

Mehr Weizen als gedacht

Das globale Angebot an Weizen wurde im Dezember-Bericht deutlich erhöht. Dazu gehören neben der Produktion auch die Anfangsbestände. Diese kletterten um ca. 1,5 Mio. t auf 289,6 Mio. t. Ausschlaggebend dafür waren Erhöhungen für Australien und die EU. Die globale Produktionsmenge stieg um 2,6 Mio. t auf 777,9 Mio. t und steht einem Verbrauch von 789,4 Mio. t gegenüber. Auch dieser hat um ca. 2 Mio. t zugelegt. Unterm Strich bleibt ein Aufbau der Weltendbestände um 2,4 Mio. t auf 278,2 Mio. t (Vorjahr 289,6 Mio. t). Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Endbestände trotz der Aufwärtskorrektur im Jahresvergleich ein 5-Jahres-Tief erreichen.

Höhere Produktionsmengen in einigen Hauptexportländern

Die Produktionsmengen wurden insbesondere für drei wichtige Exportländer erhöht. Den größten Sprung machte dabei Australien. Hier erfolgte eine Anhebung um 2,5 Mio. t auf einen Rekordwert von 34 Mio. t. Das australische Landwirtschaftsamt ging zuletzt von 34,4 Mio. t aus. Auch wenn die Menge höher ausfällt als in den vergangenen Wochen gedacht, bleiben aufgrund der heftigen Niederschläge die Sorgen um die Qualitäten. Für Russland erfolgte ein Aufwärtskorrektur um 1 Mio. t auf 75,5 Mio. t. Damit bleibt die Differenz zur Saison 20/21 aber immer noch bei deutlichen 10 Mio. t. Als dritter im Bunde wurde Kanada genannt. Die extreme Dürre hat dort bekanntlich ihre Spuren hinterlassen. Aber im Vergleich zum Vormonat wurde ein Plus von 0,7 Mio. t auf 21,7 Mio. t prognostiziert. Wie bei Russland besteht aber auch für Kanada ein deutliches Defizit zum Vorjahr. In 20/21 betrug die Produktionsmenge dort noch 35,2 Mio. t.

Handelsmenge erreicht Rekord-Niveau

Wie das USDA mitteilte, steigt die globale Handelsmenge um 2,5 Mio. t auf einen Rekord-Wert von 205,5 Mio. t. Ausschlaggebend waren dafür höhere Exportzahlen Australiens, der EU, Indiens und der Ukraine. Die größte Änderung bei den Importen fand für den Iran statt. Die Importmenge erhöhte sich für dieses Land um 1,5 Mio. t auf 7 Mio. t – ebenfalls ein neuer Rekord.

Reaktionen an der Börse: Die höheren Weltendbestände, die auch noch die Erwartungen der Analysten übertrafen, hatten belastende Folgen für die Weizenkurse. An der Matif verlor der März-Kontrakt 4,50 EUR/t und fiel auf 282,50 EUR/t zurück. In Chicago rutschte der März-Termin nach der Veröffentlichung des Berichtes im Tiefpunkt auf 770,50 ct/bu, hangelte sich aber zum Ende des Handelstages auf 776,25 ct/bu zurück. Dennoch blieb ein Minus von 2,2% zum Vortag. Es bleibt abzuwarten, ob die Tatsache, dass die Endbestände ein 5-Jahres-Tief erreichen ein weiteres deutliches Absinken verhindern.

Mais

Mehr Mais in der EU und der Ukraine

Das Angebot an Mais wurde im Vergleich zum Vormonat etwas nach oben korrigiert. Insbesondere in der EU und der Ukraine wurden höhere Produktionszahlen genannt. Für die EU stieg die Produktion um 2,5 Mio. t auf 70,4 Mio. t (Vorjahr 67,1 Mio. t). Hier machten sich die höheren Erntemengen in Frankreich, Rumänien und Polen bemerkbar. Die ukrainische Erntemenge erhöhte sich um 2 Mio. t auf 40 Mio. t (Vorjahr 30,3 Mio. t). Abwärtskorrekturen gab es für China (272,6 Mio. t) und Kanada (13,98 Mio. t).

Der höheren Produktion folgen auch höhere Exportzahlen

Mit der höheren Produktion wurden auch die Exportzahlen der EU und der Ukraine nach oben korrigiert. Demnach liegen sie für die EU bei 4,9 Mio. t nach 4,4 Mio. t im November. Die Exporte der Ukraine stiegen um 1 Mio. t auf 32,5 Mio. t. Die Importmengen stiegen für den Iran, Ägypten, Saudi-Arabien und UK. Senkungen gab es für Israel. Sowohl die Produktions- als auch die Exportzahlen für Südamerika blieben auf dem Vormonatsniveau: die brasilianische Erntemenge beläuft sich auf 118 Mio. t und die Exportmenge auf 43 Mio. t (Vorjahr 18,5 Mio. t), die argentinische Produktion wird mit 54,5 Mio. t und die Exporte mit 39 Mio. t angegeben.

Endbestände nach oben korrigiert

Die Mais-Endbestände sind im Vergleich zum Vormonat von 304,4 Mio. t auf 305,5 Mio. t erhöht worden. Auch hier waren die Veränderungen hauptsächlich auf die Zahlen der Ukraine und der EU zurückzuführen. Von den o. g. Endbestandsmengen befinden sich 210,2 Mio. t, also ca. 69% in China.

Reaktionen an der Börse: Nach der Veröffentlichung der USDA-Zahlen fielen die Kurse an den Warenterminbörsen zunächst ab, konnten sich aber bis zum Börsenschluss wieder erholen. An der Matif ging der Frontmonat mit 246 EUR/t aus dem Handelstag. In Chicago schloss der März-Kontrakt mit einem leichten Plus bei 591,75 ct/bu.  

Soja

Weniger Bohnen in China

Die globalen Produktionszahlen wurden im Dezember-Bericht des US-Agrarministeriums nach unten korrigiert. Demnach belaufen sie sich auf 381,8 Mio. t nach 384 Mio. t im Vormonat. Dabei ändern sich die Zahlen für eine Welt ohne China kaum. Dementsprechend sind die Kürzungen im Reich der Mitte erfolgt. Die Erntemenge Chinas wurde auf 16,4 Mio. t prognostiziert nach 19 Mio. t im Vormonat (Vorjahr 19,6 Mio. t). Als Grund für die Senkung wurde eine kleinere Anbaufläche genannt. Dennoch bleibt die Importmenge Chinas bei 100 Mio. t unverändert zum Vormonat.  (Vorjahr 99,8 Mio. t).

Südamerikas Zahlen unverändert

Die Sojaerntemenge für die südamerikanischen Haupt-Produzenten blieb unverändert zum Vormonat. Für Argentinien liegen die Prognosen bei 49,5 Mio. t und für Brasilien bei 144 Mio. t. Die Exportmengen bleiben entsprechend auf Vormonats-Niveau bei 5,35 Mio. t und 94 Mio. t.

 Globale Endbestände sinken

Die globalen Endbestände geben angesichts der geringeren chinesischen Ernte nach. Sie fallen von 103,8 Mio. t auf 102 Mio. t zurück. Für die Haupt-Exportländer blieben sie jedoch unverändert. Sie belaufen sich auf 53,1 Mio. t nach 53,2 Mio. t im Vorjahr.

Reaktionen an der Börse: Mit den sinkenden Endbeständen schlossen die Soja-Kurse am Donnerstag im leicht grünen Bereich. Der Raps erlebte jedoch einen neuen Aufschwung. Dieser erreichte im Hochpunkt sogar 723,25 EUR/t. Hier schlug die knappe Versorgungslage sowie die Ernteverzögerung in Australien zu buche. Auch zum Redaktionsschluss am Freitag hat der Frontmonat die 720-Euro-Marke im laufenden Handel bereits wieder erreicht.

 

USDA Dezember 21

Erwartungen

USDA November 21

Weizen

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

278,2 (+)

276,3

275,8

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,598 (+) 0,589 0,583

Mais

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

305,5 (+) 304,5 304,4

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

1,493 (+) 1,487 1,493

Soja

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

102,0 (-) 104,1 103,8

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,340 (-) 0,352 0,340

(-) unter Erwartungen

(+) Über Erwartungen

Quelle: USDA/BQCI

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Stephanie Stöver-Cordes

Fachreferentin

 0441 801-351

  stephanie.stoever-cordes~lwk-niedersachsen.de


M.Sc.
Mathias Klahsen

Fachreferent Marktberichterstattung

 0441 801-350

  mathias.klahsen~lwk-niedersachsen.de


Mehr zum Thema

Getreidemarkt: USDA-Bericht Januar 2022

Zu Beginn des Jahres wurden gleich drei offizielle Berichte veröffentlicht. Neben der monatlichen Prognose über die globale Angebots- und Nachfrage-Situation, erschienen am 12.01.2022 der Quartalsbericht mit der Bekanntgabe der US-Bestä…

Mehr lesen...
Matif Raps Januar 2022

Ölsaatenmarkt: Raps erreicht Allzeit-Hoch

Der Höhenflug der Rapskurse setzt sich auch im neuen Jahr weiter fort. Trockene Witterungsbedingungen in Südamerika feuern die Stimmung an der Warenterminbörse weiter an.

Mehr lesen...
Weizenpreis: Erzeugerpreis in Niedersachsen und Matif im Vergleich im Dezember 2021

Getreide- und Ölsaatenmarkt: Turbulenzen an der Börse

Bereits zu den Thanksgiving-Feiertagen in den USA kündigte es sich schon an. Auf sich allein gestellt fingen die Börsenkurse an der MATiF an zu schwächeln. Doch nach dem Wochenende kam es zum Preisrutsch. Was waren die Ursachen?

Mehr lesen...
Grunddüngerpreise in Niedersachsen

Mineraldünger: Markt im Ausnahmezustand

Bereits in den vergangenen Wochen tendierten die Düngemittelpreise stetig aufwärts. Steigende Energie- und Frachtkosten sowie der Aufschwung am Getreidemarkt wurden von den Händlern als Hauptursache genannt. Seit der letzten Woche …

Mehr lesen...
Küken im Stall

Hähnchenmarkt: Alternative Verfahren mit Perspektive

Geflügelfleisch erfreut sich weiter steigender Beliebtheit, insbesondere wächst die Nachfrage nach regionaler, höherwertiger Ware. Wir zeigen hier, wie es um die alternativen Mastverfahren im Hähnchensektor bestellt ist.

Mehr lesen...

Veranstaltungen

Offener Hof-Nachmittag

Den Hof öffnen. Eigene Angebote entwickeln.

Sa., 22.01.2022, 9:00 – 17:00 Uhr Sie haben einen landwirtschaftlichen Betrieb und würden gerne Ihren Beitrag zum Verbraucher-Dialog leisten? Und dies ggf. mit einem zusätzlichen Einkommen verbinden? Wir stellen Ihnen anhand …

Mehr lesen...

Wäschepflege von A - Z

Seminar für Auszubildende in der Hauswirtschaft rund um die Wäschepflege im Haushalt

Mehr lesen...
Hackgerät mit Kameraführung

Pflanzenschutztagung Bremervörde 2022 - online

Als zusätzliche Möglichkeit der Sachkundefortbildung bieten wir Ihnen diese Online-Veranstaltung an.  Bitte melden Sie sich hierzu online an. Im Seminar erhalten Sie aktuelle Informationen zu rechtlichen Regelungen in den …

Mehr lesen...
Pflanzenschutzspritze in Getreide

Pflanzenschutztagung Bremervörde 2022 - online

Als zusätzliche Möglichkeit der Sachkundefortbildung bieten wir Ihnen diese Online-Veranstaltung an.  Bitte melden Sie sich hierzu online an. Im Seminar erhalten Sie aktuelle Informationen zu rechtlichen Regelungen in den …

Mehr lesen...
Dokumentation Nährstoffmanagement LWK

Stoffstrombilanz und Möglichkeiten zur Reduzierung von N und P - Für tierhaltende Betriebe -

Sie ist nach dem Düngegesetz und der Düngeverordnung der letzte Baustein des neuen Düngepakets, welches die Bundesregierung 2017 auf den Weg gebracht hat. Mit der Stoffstrombilanzverordnung verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Nä…

Mehr lesen...
Fischbecken

-Aquakultur- Fischerzeugung in Kreislaufanlagen

In der Seminarreihe -Aquakultur- geht es um diverse Themen kreislaufbasierender Anlagentypen zur Erzeugung von Fisch und anderen aquatischen Organismen. Jede Veranstaltung widmet sich einem speziellen Themenkomplex, welcher wiederholt angeboten …

Mehr lesen...