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Höchste Anerkennung für besonnenen Gestalter: Kammerdirektor Harms geht in Ruhestand

Abschied nach fast 37Jahren: Landesregierung und Kammerspitze würdigen große Leistungen des 67-Jährigen für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft

Große Anerkennung für Hans-Joachim Harms (Mitte): Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (links) und Agrarministerin Barbara Otte-Kinast würdigten den scheidenden Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Große Anerkennung für Hans-Joachim Harms (Mitte): Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (links) und Agrarministerin Barbara Otte-Kinast würdigten den scheidenden Direktor der Landwirtschaftskammer NiedersachsenWolfgang Ehrecke
Oldenburg – Ein unermüdlicher Impulsgeber für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, ein stets kompetenter Ansprechpartner für den Berufsstand und die Politik, ein nahbarer Vorgesetzter, für den gegenseitige Wertschätzung eine große Rolle spielt: Hans-Joachim Harms, seit fast 37 Jahren für die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) tätig und seit 2012 ihr Direktor, ist am Mittwoch (22.12.2021) in Oldenburg in den Ruhestand verabschiedet worden. Landesregierung und Kammerspitze sprachen dem 67-Jährigen höchste Anerkennung für sein berufliches Lebenswerk aus. An seine Stelle tritt von 2022 an der Agrarjurist und Landwirt Dr. Bernd von Garmissen.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Verabschiedung nur in kleinem Rahmen mit Familie sowie mit wenigen Gästen aus der LWK-Führungsebene statt.

„Herr Harms war mit seinem enormen Fachwissen, seiner großen Erfahrung und seinem verbindlichen und wertschätzenden Führungs- und Verhandlungsstil immer ein hervorragender, höchst verlässlicher Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Vertreter aus Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft und Fischerei“, hob Kammerpräsident Gerhard Schwetje hervor. 

Hans-Joachim Harms (2.v.l.), scheidender Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), im Kreise des LWK-Präsidiums mit (v.l.) Kammerpräsident Gerhard Schwetje und den Vizepräsidenten Heinrich Grupe und Hermann Hermeling.
Hans-Joachim Harms (2.v.l.) im Kreise des LWK-Präsidiums mit (v.l.) Kammerpräsident Gerhard Schwetje und den Vizepräsidenten Heinrich Grupe und Hermann Hermeling.Wolfgang Ehrecke
„Mit ihm an der Spitze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich die Landwirtschaftskammer als führende Beratungsorganisation stets nach den Bedürfnissen der Betriebe weiterentwickelt und hat aus Zukunftskonzepten praxistaugliche Lösungen abgeleitet“, ergänzte Schwetje mit Blick auf prägende Entwicklungen wie den Klimawandel, die Düngeverordnung, das Naturschutzbündnis „Der Niedersächsische Weg“ sowie die fortschreitende Digitalisierung.

Als frisch examinierter Jurist kam Harms 1985 zunächst als Angestellter ins Rechtsreferat der damaligen Landwirtschaftskammer Weser-Ems. Innerhalb weniger Jahre übernahm der gebürtige Wangerooger immer mehr Verantwortung: 1988 wurde Harms Personalchef, später kam der Bereich Recht hinzu. Mitte der neunziger Jahre wirkte er an der Entwicklung der Vorgängerorganisationen der heutigen Düngebehörde und der Prüfdienste mit.

Als Leiter des Fachbereichs Personal und Recht begleitete der Spitzenbeamte 2005/06 die Fusion der beiden Kammern zur heutigen Landwirtschaftskammer Niedersachsen, wurde 2008 Leiter des Geschäftsbereichs Verwaltung und Finanzen. Seit 2012 bewies Harms als Kammerdirektor sein Geschick bei Gesprächen mit der Landesregierung – unter anderem als einer der Verhandlungsführer bei der Novellierung des Kammergesetzes, das der LWK ihre vom Berufsstand geprägte Struktur garantiert.

„Dass der Berufsstand in Niedersachsen über die selbstverwaltete Landwirtschaftskammer Einfluss auf die Ausgestaltung vieler Aspekte der Agrarpolitik und auf die Beratung nehmen kann, ist eine große Errungenschaft, an deren Weiterentwicklung ich sehr gerne mitgearbeitet habe“, bekräftigte der scheidende Direktor. 

„Heute ist die Landwirtschaftskammer nicht nur die führende Beratungsorganisation im Land, sondern auch eine anerkannte und gesuchte Partnerin für zahlreiche Forschungsprojekte sowie eine gefragte Ratgeberin der Politik“, so der 67-Jährige.

Diese positive Entwicklung sei nur möglich gewesen, weil die LWK über hochqualifiziertes Personal sowie über entscheidungsfreudige ehrenamtliche Gremien verfüge, stellte Harms fest. „Für diese jahrzehntelange, sehr gute Zusammenarbeit stets auf Augenhöhe spreche ich allen Beteiligten meinen Dank aus.“

„Die Landwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess – als Kammerdirektor hat Hans-Joachim Harms immer Impulse für eine zukunftsfähige Landwirtschaft gegeben und politische Konzepte und Ideen in die Praxis umgesetzt“, betonte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. „Davon hat das Agrarland Niedersachsen ungemein profitiert! Ich freue mich, dass mit Herrn Bernd von Garmissen ein würdiger Nachfolger für das wichtige Amt des Kammerdirektors gefunden wurde.“
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies ergänzte: „Gerade in der Zusammenarbeit für den Niedersächsischen Weg habe ich Hans-Joachim Harms als unverzichtbaren umsichtigen Gesprächspartner kennengelernt. Viele Vereinbarungen wurden getroffen, weil der Kammerdirektor in seiner unaufgeregten friesischen Art immer wieder für einen gemeinsamen Weg geworben hat. Wir sind sehr dankbar, dass er mit uns gemeinsam in diesen Dialog getreten ist. Das war ein echter Gewinn.“

Der künftige (l.) und der scheidende Direktor (r.) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (M.) mit Dr. Bernd von Garmissen und Hans-Joachim Harms
Der künftige (l.) und der scheidende Direktor (r.) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (M.) mit Dr. Bernd von Garmissen und Hans-Joachim HarmsWolfgang Ehrecke
„Mit Besonnenheit, Klugheit und Weitblick haben Sie einen besonderen Anteil daran, dass die Landwirtschaftskammer gestärkt und langfristig gut aufgestellt in die Zukunft blicken kann“, sagte Dr. Bernd von Garmissen, von 2022 an Kammerdirektor, zu seinem Vorgänger. „Die Messlatte meiner künftigen Arbeit hängt damit sehr hoch und Ihre Erfolge und Ihr Ansehen werden mir dauerhaft Ansporn und Leitbild sein.“

Der 1966 in Wittmund (Ostfriesland) geborene von Garmissen ist ausgebildeter Landwirt. Seine Familie bewirtschaftet seit vielen Generationen einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in Dassel im Kreis Northeim. Der promovierte Jurist ist verheiratet, war zuletzt als Fachanwalt für Agrarrecht tätig und verfügt über langjährige Erfahrung als Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Verbandes.

 


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