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Getreidemarkt: USDA-Bericht Januar 2022

Zu Beginn des Jahres wurden gleich drei offizielle Berichte veröffentlicht. Neben der monatlichen Prognose über die globale Angebots- und Nachfrage-Situation, erschienen am 12.01.2022 der Quartalsbericht mit der Bekanntgabe der US-Bestände zum 01.12.2021 sowie die Anbauflächenplanung für die kommende Ernte in den USA. Höhere Endbestände und eine Ausweitung der US-Anbaufläche setzte den Weizen unter Druck. Abwärtskorrekturen der Produktion in Südamerika sowie der Weltendbestände für Mais und Sojabohnen boten dagegen etwas Unterstützung. 

Weizen
Höhere Endbestände sorgen für Druck
Ein stabiles Weizenangebot gepaart mit einem schwächelnden Verbrauch und sinkenden Exportmengen führten zu einer Erhöhung der globalen Endbestände von 278,18 Mio. t auf 279,95 Mio. t. Damit fielen sie höher aus als erwartet. Zum einen wird dies durch die höhere Weltweizen-Ernte begründet. Die globale Produktionsmenge stieg leicht von 777,89 Mio. t auf 778,60 Mio. t an. Ausschlaggebend waren dafür höhere Erntemengen für die EU und Argentinien. Für die EU erhöhte sich die Weizenmenge von 138,7 Mio. t auf 138,9 Mio. t. Argentinien könnte mit 20,5 Mio. t sogar eine neue Rekordernte erreichen. Gleichzeitig ging jedoch auch der Verbrauch zurück. Dieser sank auf globaler Ebene deutlich um knapp 2 Mio. t. Eine der Hauptursachen ist dabei die rückläufige Verwendung des Weizens in der Verfütterung. Hier werden angesichts der hohen Preise günstigere Alternativen gesucht. 
Sinkende Exporte für Russland und die USA
Die Handelsmenge geht nach Meinung der US-Experten um 1,1 Mio. t auf 204,4 Mio. t zurück. Rückläufige Exportmengen wurden dabei für Russland genannt. Hier spiegelt sich die angestrebte Exportmengenbeschränkung ab Februar auf 8 Mio. t wider. Die russische Exportmenge für das Wirtschaftsjahr 21/22 würde sich damit auf 35 Mio. t reduzieren nach 36 Mio. t in der letzten Schätzung und 39,1 Mio. t im Vorjahr. Auch für die USA pendelten die Exporte leicht von 22,86 Mio. t auf 22,45 Mio. t zurück. Profitieren könnten von dieser Situation die Exporteure der EU. Die Exportmenge erhöht sich im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Mio. t auf 37,5 Mio. t.
Endbestände steigen, bleiben aber auf 5-Jahres-Tief
Laut USDA klettern die Weltendbestände auf ca. 280 Mio. t nach oben. Den Hauptexportländern steht damit ca. 1 Mio. t mehr zur Verfügung als noch im Vormonat prognostiziert, denn die Endbestände von Argentinien, Australien, Kanada, der EU, Russland und der Ukraine erhöhten sich in der Summe auf 34,5 Mio. t. Die Menge des Wirtschaftsjahres 20/21 wird jedoch um 1,5 Mio. t verfehlt. Das US-Agrarministerium betonte zum Schluss, dass die globalen Endbestände 21/22 trotz der leichten Erhöhung immer noch den tiefsten Stand seit dem Wirtschaftsjahr 16/17 erreichen. 
Reaktionen an der Börse: Die höheren Endbestände sowohl in den USA als auch auf globaler Ebene übertrafen die Erwartungen der Analysten. Das sorgte für Druck auf die Börsenkurse. An der Matif rutschte der Frontmonat um 5,50 EUR/t zurück auf 271,25 EUR/t. An der Börse in Chicago fiel der März-Kontrakt auf 757,75 ct/bu. Auch am Tag nach der Veröffentlichung hielt die schwächere Tendenz an.


Mais
Abwärtskorrekturen für Südamerika 

Das Wetter in Südamerika zeigte auch im USDA-Bericht seine Folgen. Für Brasilien erfolgte eine deutliche Abwärtskorrektur im Vergleich zum Vormonat um 3 Mio. t auf 115 Mio. t. Die Reduzierung betrifft dabei zumeist die erste Maisernte im Süden des Landes. Die Produktionsmenge in Argentinien reduzierte sich um 0,5 Mio. t auf 54 Mio. t. In Argentinien hat die Trockenheit im Dezember die Ertragsentwicklung der frühen Bestände eingeschränkt. Für die späteren Bestände ist das Wetter in den kommenden Wochen entscheidend. Ein deutliches Plus wurde dagegen für die Ukraine notiert. Die Maismenge stieg um 2 Mio. t auf 42 Mio. t nach 30,3 Mio. t im vergangenen Wirtschaftsjahr. 
Exportmenge für Ukraine erhöht
Mit der höheren Produktion für die Ukraine stehen den Exporteuren auch größere Mengen für den Handel zur Verfügung. Wie die US-Analysten prognostizieren steigt die ukrainische Exportmenge im Vergleich zum Vormonat um 1 Mio. t auf 33,5 Mio. t (Vorjahr 23,86 Mio. t). Für Argentinien und Brasilien gab es trotz geringerer Produktionszahlen keine Veränderung bei den Exporten. Diese blieben wie im Vormonat bei 39 Mio. t bzw. 43 Mio. t. Die Importmenge hat sich leicht auf 186,81 Mio. t erhöht, verursacht durch eine Steigerung in Brasilien, Mexiko und Südkorea. Der chinesische Bedarf wird mit 26 Mio. t weiterhin hoch angesetzt.
Weltendbestände geringer als erwartet
Die globalen Mais-Endbestände fielen im Vergleich zum Vormonat um ca. 2,5 Mio. t auf 303,07 Mio. t zurück. Das Minus fällt zum Großteil auf Brasilien zurück. Hier sinken die Endbestände aufgrund der geringeren Produktion um 2,7 Mio. t auf 6,23 Mio. t (Vorjahr 5,23 Mio. t). Eine verbesserte Versorgungslage wird für die USA prognostiziert. Die US-Endbestände steigen um über 1 Mio. t auf 39,11 Mio. t.
Reaktionen an der Börse: Der Mais an der Matif hat trotz der geringeren Endbestandszahlen mit Verlust geschlossen. Zum einen drückten die höheren Produktionszahlen für die USA, zum anderen sorgte der bärische Weizenmarkt für Schwäche. Die geringeren Ernten in Südamerika waren zumeist schon eingepreist. An der US-Börse rutschte der März-Kontrakt unter die 6-Dollar-Marke und schloss bei 599 ct/bu. 


Soja
Weltweite Produktion sinkt

Eine deutliche Abwärtskorrektur nahm das US-Agrarministerium an den globalen Produktionszahlen vor. Diese gingen im Vergleich zum Vormonat um ca. 9 Mio. t auf 372,56 Mio. t zurück. Eine Reduzierung wurde hauptsächlich für die Hauptexportländer Argentinien (-3 Mio. t) und Brasilien (-5 Mio. t) sowie für Paraguay (-1,5 Mio. t) vorgenommen. Trockene Witterungsbedingungen im Dezember wurden als Hauptursache genannt. In Argentinien schlägt dabei auch die kleinere Anbaufläche zu Buche. Und die Folgen werden auch bei der Verarbeitungsmenge sowie bei den Schrot- und Öl-Exporten zu spüren sein. Für die USA ergaben sich zum Dezember-Bericht kaum Veränderungen. Die US-Produktionsmenge wurde mit 120,7 Mio. t notiert. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit ein Plus von über 5 Mio. t. Die Zahlen für China blieben unverändert. 
Exporte aus Argentinien rückläufig
Die geringere Sojaernte in Argentinien wirkte sich auch auf die Exportzahlen aus. Demnach werden sich die Exporte Argentiniens von 5,35 Mio. t auf 4,85 Mio. t reduzieren. Die Endbestände sinken um 2 Mio. t auf 22,61 Mio. t. Für Brasilien wurde trotz der Abwärtskorrektur der Produktionsmenge um 5 Mio. t die Exportmenge stabil bei 94 Mio. t belassen. Bei den Endbeständen wirkt sich das Minus jedoch wieder aus. Dementsprechend sinken diese von 28,25 Mio. t auf 23,55 Mio. t (Vorjahr 27,95 Mio. t).
Reaktionen an der Börse: Die geringeren globalen Endbestände sorgten an der US-Börse zunächst für Auftrieb und im Hochpunkt wurde die 14-Dollar-Marke überwunden. Am folgenden Handelstag ging es jedoch wieder bergab. Raps ist nach seinem Höhenflug über die 800-Euro-Marke wieder deutlich zurückgekommen und die Talfahrt setzte sich auch einen Tag nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes weiter fort. 

 

 

USDA Januar 22

Erwartungen

USDA Dezember 21

Weizen

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

279,95 (+) 278,7 278,2

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,628 (+) 0,608 0,598

Mais

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

303,07 (-) 304,1 305,5

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

1,540 (+) 1,472 1,493

Soja

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

95,2 (-) 99,9 102,0

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,350 (+) 0,348 0,340

(-) unter Erwartungen

(+) Über Erwartungen

Quelle: USDA/BQCI

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Stephanie Stöver-Cordes

Fachreferentin

 0441 801-351

  stephanie.stoever-cordes~lwk-niedersachsen.de


M.Sc.
Mathias Klahsen

Fachreferent Marktberichterstattung

 0441 801-350

  mathias.klahsen~lwk-niedersachsen.de


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