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Stand:22.04.2022

​​​​​​​Raps: Leuchtend gelbes Blütenmeer für kurze Zeit

Dank positiver Preisentwicklung im vergangenen Herbst ist die Anbaufläche von Raps spürbar ausgedehnt worden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet aufgrund der zurzeit gut entwickelten Rapsbestände mit zufriedenstellenden bis hohen Erträgen.

Rapsblüte Mai 2018
Gelbe Blütenpracht: Die höheren Temperaturen vor Ostern beschleunigten die Entwicklung, sodass die Bestände inzwischen nach und nach in die Blüte gehen und sich durchweg gut präsentieren.Wolfgang Ehrecke
Oldenburg/Hannover – Zunehmend zeigen sich die ersten gelben Farbtupfer in den niedersächsischen Rapsbeständen, wobei in den wärmeren, vorwiegend südlicheren Regionen die Entwicklung bereits weiter fortgeschritten ist. Es dauert nicht mehr lange, dann leuchten die Rapsfelder wieder insgesamt in ihrer vollen gelben Blütenpracht und werden für etwa vier Wochen das Landschaftsbild nachhaltig prägen.

Trotz vieler pflanzenbaulicher Vorteile war der Rapsanbau in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zurückgefahren worden, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) berichtet. Schlechte Erträge, teilweise auch Umbrüche schlecht entwickelter Bestände sowie niedrige Marktpreise verursachten diese Entwicklung. Erst seit 2020 hat der Rapsanbau wieder zugenommen.

2021 wurde nach Angaben der LWK auf 79.550 Hektar (+5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) Raps angebaut, das sind gut vier Prozent der Ackerfläche in Niedersachsen. Der Durchschnittsertrag war 2021 mit rund 36 Dezitonnen je Hektar etwa so hoch wie im Vorjahr und lag auf einem mittleren Niveau.

Die steigende Nachfrage nach Rapsöl als Lebensmittel und für die technische Verwendung führte im vergangenen Jahr bereits vor der Ernte zu steigenden Preisen, die dann auch einen deutlichen Anstieg der Aussaatflächen für die Ernte 2022 nach sich zogen. Nach Schätzungen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen sind im aktuellen Anbaujahr auf ca. 98.600 Hektar Raps ausgedrillt worden. Damit setzt sich die Ausdehnung des Rapsanbaus weiterhin fort. 

Die Rapsbestände konnten sich durch den milden Winter zunächst gut entwickeln, die kalten und trockenen Bedingungen im März verursachten dann jedoch eine Stockung. Wechselfröste führten zum Teil zu Frostrissen in den Rapsstengeln, die sich jedoch nicht negativ auszuwirken scheinen. Die höheren Temperaturen vor Ostern beschleunigten die Entwicklung, sodass die Bestände inzwischen nach und nach in die Blüte gehen und sich durchweg gut präsentieren. Die LWK rechnet mit zufriedenstellenden bis hohen Erträgen.

Raps ist die wichtigste heimische Ölpflanze. Aus den gelben Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung durch Insekten Schoten mit zwei Millimeter dicken, schwarzen Körnern. Deren Ölgehalt liegt je nach Rapssorte zwischen 43 und 46 Prozent. Daraus werden zum Beispiel Speiseöl und Margarine, aber auch biologisch abbaubare Schmier- und Treibstoffe sowie Hydrauliköl hergestellt.

Beliebt ist auch der Rapshonig: Rund 40 Kilogramm sind es, die Imker*innen von einem Hektar Raps ernten.

Den gestiegenen Erzeugerpreisen und den zunächst wirtschaftlich guten Erwartungen stehen durch die aktuelle Entwicklung allerdings auch drastisch gestiegene Preise für Betriebsmittel gegenüber. Wie lukrativ der Rapsanbau für die Landwirt*innen in diesem Jahr sein wird, hängt stark davon ab, ob sie bereits sehr frühzeitig Vorkontrakte auf ihre Ernte zu den Konditionen vor bzw. während der letztjährigen Ernte abgeschlossen haben, oder ob die mit Beginn des Ukraine-Krieges nochmals sprunghaft gestiegenen Rapspreise realisierbar sind.

Auch der Zeitpunkt des Kaufs von Betriebsmitteln wie Dünger oder Diesel spielt für die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle. Die Beschaffung zu den aktuell hohen Preisen kann den wirtschaftlichen Erfolg erheblich verringern. Der Fortgang der Kriegsereignisse sowie deren Auswirkungen auf die Preisentwicklung kann derzeit niemand vorhersagen. Der Bedarf an Raps wird sicherlich hoch bleiben oder sogar ansteigen. Aus landwirtschaftlicher Sicht ist zu hoffen, dass die Rapsbestände sich kontinuierlich positiv weiterentwickeln und eine entsprechend gute Ernte zu erwarten ist.

Kontakte

Jantje Ziegeler
M.Ed.
Jantje Ziegeler

Pressereferentin, Redaktion Onlinemedien, Soziale Medien

 0441 801-172

  jantje.ziegeler~lwk-niedersachsen.de


Gesche Rieckmann

Pflanzenbau

 0511 3665-4447

  gesche.rieckmann~lwk-niedersachsen.de


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