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Siliermittel für Gras und Leguminosen dominierte Bestände – gleich mehr Sicherheit im Silo

Mit besseren Gärqualitäten zu höheren Grundfutterleistungen. Silierzusätze, richtig ausgewählt und angewandt, tragen zur verlustärmeren Silierung bei. Je besser es gelingt, Fehlgärungsprozesse zu unterbinden, desto schmackhafter die Grassilage und damit umso besser die Futteraufnahme. Mit wenigen Mouseklicks zum richtigen Produkt für Ihre Grassilagebereitung. Nutzen Sie künftig den DLG-Link.

In den zurückliegenden Jahren wurde immer wieder auf die Bedeutung bester Grundfutterqualitäten für die Wirtschaftlichkeit von Futterbaubetrieben hingewiesen.

Der aktuelle Preisdruck für Getreide und Eiweißfuttermittel macht diese Forderung erneut extrem wichtig.

Um ein Maximum der Futteraufnahmen aus dem Grundfutter gewährleisten zu können, bedarf es hoher Nährstoff- und Energiedichten auf der einen Seite sowie die Futterakzeptanz auf der anderen Seite.

In diesem Beitrag soll den verzehrsbestimmenden Eigenschaften und hierbei vorrangig der Gärqualität besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Zu den Stellschrauben des Futterwertes wird in einem separaten Beitrag berichtet.

Fehlgärungen in Form von Buttersäurebildung oder einer zu starken Essigsäurebildung schränken die Futteraufnahme ein. Das gleiche gilt für Futter, welches ausgeprägte Verderberscheinungen durch Hefe- und Pilzentwicklung zeigt.

Siliermittel, richtig für den Bedarfsfall ausgewählt und angewandt, nehmen auf den Gärverlauf Einfluss. Durch sie werden gewünschte Gärgruppen gefördert und unerwünschte Keime konsequenter unterdrückt. In der Folge fallen Gärverluste geringer aus. Zudem werden gut vergorene Silagen deutlich besser angenommen.

Die richtige Wahl unabhängig treffen

In Zusammenarbeit mit der DLG hat der Bundesarbeitskreis der Futterkonservierer ein digitales Schema erarbeitet, mit dem eine Siliermittelauswahl auf Grundlage einzelbetrieblicher Bedingungen getroffen werden kann. Auf Basis Ihrer Angaben erhalten Sie mit Hilfe des Links der DLG-Seite https://siliermittel.dlg.org/  konkrete Vorschläge für DLG geprüfte Siliermittelprodukte.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Seite etwas genauer vor.

Siliermittel für gute Welkbedingungen

Zunächst unterscheidet die erste Seite dieses Links zwischen Gras- und Maisprodukten. Im ersten Beispiel gehen wir davon aus, dass normale Welk- und Silierbedingungen für Ihren Grasbestand vorliegen. Das Hauptziel des Siliermittelzusatzes ist gemäß unserem Beispiel die Verbesserung des Gärverlaufes (Wirkungsrichtung 1). Es wird für den ersten Aufwuchs eine frühe Ernte unmittelbar zu Beginn des optimalen Schnittzeitfensters angestrebt. Das proteinreiche Gras ist , als mittelschwer vergärbar einzustufen. Im nächsten Schritt werden sie nach den Ausgangsbedingungen gefragt. Ihr Grasbestand ist gut gepflegt und enthält viel Deutsches Weidelgras. Zudem erwarten Sie ein zügiges Anwelken und damit nahezu eine 24-Stunden-Silage. Sie wählen also „Gute Ausgangsbedingungen“. Auf der folgenden Seite machen Sie Angaben zu Ihren Silier- und Entnahmebedingungen. In unserem  Beispiel wurde folgende Auswahl getroffen: TM-Gehalt zwischen 25 und 35%, mittlere Verdichtung, unverzüglicher Siloverschluss, Abdeckung im Unterzieh- und Abdeckfolie, einen Vorschub von weniger als 1,50 m/Woche und einer 4- bis 7 maligen Futterentnahme aus dem Silo. Als Endergebnis werden Ihnen 22 Produkte aus dem Portfolio der DLG-geprüften Siliermittel vorgeschlagen. Die Mehrzahl der vorgeschlagenen Produkte sind Milchsäurebakterien. Einige Siliermittelhersteller haben auch ein Produktdatenblatt zur Verfügung gestellt, welches mit einem Mouseklick schnell abrufbar ist. Damit kann man sich zusätzlich ein Bild davon machen, dass es sich bei den Milchsäurebakterienprodukten in aller Regel um homofermentative Mikroorganismen handelt. Sie wandeln den Zucker bevorzugt zu Milchsäure um. Es ist der Stoffwechselweg mit den geringsten Trockenmasse- und Energieverlusten.

Auf Grundlage dieser Datenangaben können aber auch Siliersalze sowie biologisch-chemische Siliermittel in Betracht gezogen werden.

Siliermittel für unzureichende Welkbedingungen

Wie sich die Gegebenheiten zur Silierung des ersten Grasaufwuchses darstellen, ist ungewiss.

Daher wird im zweiten Beispiel angenommen, dass schwierige Ausgangsbedingungen bestehen. Die ungünstigen Ausgangsbedingungen sind charakterisiert durch wenig Sonnenstunden vor der Ernte, lange Feldliegezeiten und Gefahren der Futterverschmutzung. Nunmehr wird nach der Silierbarkeit des Futters gefragt, welches in unserem Beispiel als schwer vergärbar eingestuft wird. Mit der nachfolgenden Abfrage zu den Silier- und Entnahmebedingungen werden die Angaben getroffen, wie oben im Beispiel 1 angeführt. Das Ergebnis der vorgeschlagenen Siliermittelprodukte beschränkt sich in diesem Fall auf 6 Zusätze. Hierbei handelt es sich vorrangig um Siliermittel chemischer Art. Sie haben das Vermögen, die Aktivitäten von Buttersäurebakterien zu unterbinden.

Die beiden Beispiele verdeutlichen, dass Silierzusätze mit Hilfe des DLG-Links auf unabhängige Art und Weise ausgewählt werden können. Zudem stärken Sie mit dem Link auch ihr Wissen zur Siliermittelanwendung. So sind Sie für ein Gespräch mit Vertretern und Lohnunternehmer immer gut vorbereitet.

Prüfen Sie mit Hilfe des Links im Verkaufsgespräch, welchen Silierzusatz Sie wirklich benötigen. Natürlich ist es für die Hersteller wirtschaftlich attraktiv, Siliermittel im Vorverkauf anzubieten. Doch was tun Sie, wenn zum Silierzeitpunkt die Silierbedingungen für das auf Vorrat gekaufte Produkt nicht mehr gegeben sind? Klären Sie diese Fragen im Vorfeld. Wo Regionalberater in der Nähe sind, ist ein Umtausch sicherlich einfach möglich. Ansonsten bedarf es anderer Lösungen, die im gemeinsamen Gespräch auszuloten sind.

In Kommunikation bleiben, das ist auch das Stichwort, wenn es um die Frage der Applikation geht. 

Siliermitteleinsatz
Die Flüssigdosierung von Siliermitteln ist gegenüber der streufähigen Applikationsform zu bevorzugen, denn sie werden gleichmäßiger verteilt und wirken sofort.Dr. Christine Kalzendorf
Gleichmäßige Dosierung im Futterstrom

Neben der richtigen Mittelwahl sind für den optimalen Wirkungseffekt von Siliermitteln eine gleichmäßige Verteilung des Produktes im Futterstapel und die Beachtung der vom Hersteller empfohlenen Anwendungsmenge von hoher Bedeutung.

Für die Applikation von Siliermitteln in flüssiger oder in granulierter Form steht eine entsprechende Auswahl von Dosiergeräten zur Verfügung.

Am Feldhäcksler kann das Siliermittel über Düsen direkt vor dem Einzug in die Häckseltrommel oder am Auswurfkrümmer appliziert werden. Da biologische Siliermittel keine hohen Temperaturen vertragen, ist darauf zu achten, dass sich die gebrauchsfertigen Siliermittelsuspensionen nicht durch maschinelle Abwärme erhitzen.

Am Ladewagen oder bei Rundballenpressen erfolgt die Beimengung des Siliermittels zumeist oberhalb der Pick-up.

Je nachdem, ob vorzugsweise flüssige oder streufähige Siliermittel zur Anwendung kommen, bedarf dies einer unterschiedlichen Dosierungstechnik.

Zum Beimpfen des Futters mit Milchsäurebakterien sind nur geringe Aufwandmengen zwischen 1 bis 2 Liter je Tonne erforderlich. Hingegen werden für den richtigen Einsatz von chemischen Siliermitteln deutlich höhere Dosierungen von bis zu 6 Liter je Tonne (bzw. kg / Tonne FM) benötigt. Demzufolge muss die Pumpleistung des Dosiergerätes entsprechend variabel sein, wenn beide Produktgruppen zum Einsatz kommen sollen. Klären Sie mit dem Lohnunternehmer Ihres Vertrauens im Vorfeld diese Fragen. Bislang überwiegt der Einsatz von biologischen Produkten. Das kann sich, durch den Klimawandel bedingt, aber auch ändern. Nehmen die Nachfragen für Siliersalze zu, werden sich Maschinenringe und Lohnunternehmer auch technisch auf geeignete Dosiergeräte einstellen.

Silierprotokoll nutzen

Machen Sie sich als unternehmerischer Betriebsleiter das Silocontrolling zu Eigen. Sprechen Sie die Abläufe der Ernte, Besonderheiten der Flächen, Schnitthöhen, Schnittlängen mit Ihrem Personal und mit dem Lohnunternehmer ab. Wo Ladewagen eingesetzt werden, muss an das An- und Ausschalten der Siliermittelapplikation gedacht werden. Dafür gewisse Erinnerungshilfen im Schlepper anzubringen, kann von Vorteil sein. Führen Sie Protokoll zu wesentlichen Verfahrensprozessen und halten Sie Besonderheiten der Silierung darin fest.

Wo Fuhrwerkswagen bereits vorhanden sind, kann die Gesamtmenge im Silo exakt angegeben werden. Darüber hinaus sind weitere Auswertungen möglich, beispielsweise in Bezug auf die Flächenleistung oder auf Effekte von Pflegearbeiten wie dem Nachsäen etc..

Wir fassen zusammen

Um eine hohe Wirksamkeit von Siliermitteln zu sichern, ist die richtige Auswahl genauso wichtig wie eine homogene Verteilung durch Dosiergeräte im Futterstrom.

Die mit DLG-Gütezeichen geprüften Siliermittel haben ihre Wirksamkeit in unabhängigen Untersuchungseinrichtungen unter Beweis gestellt. Anhand des von der DLG zur Verfügung gestellten Links lässt sich die Siliermittelwahl auf einfache, schnelle und unabhängige Art und Weise treffen.

 


Anwendungshinweise von heterofermentativen Milchsäurebakterien beachten

Einige heterofermentative Milchsäurebakterien wirken nicht unmittelbar in der Anfangsgärphase, sondern zeitversetzt. Die Silagen müssen daher mindestens 6 Wochen unter Verschluss bleiben, damit eine ausreichende Essigsäurebildung und damit Hemmwirkung auf Hefen möglich ist. In einigen Fällen führen die zeitlich verzögerten Gäraktivitäten heterofermentativer Milchsäurebakterien zu einer zweiten Gärgashaube.


 

Kontakte


Dr. Christine Kalzendorf

Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung

0441 801-428

0152 5478 2428

christine.kalzendorf~lwk-niedersachsen.de

Meike Backes
Dipl.-Ing. agr.
Meike Backes

Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau

0511 3665-4453

0152 5478 2076

meike.backes~lwk-niedersachsen.de

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