Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!

Über Herdenschutz bundesweit noch besser ins Gespräch kommen

Webcode: 01040631 Stand: 23.05.2022

Wolfsmanagement: Fachleute der Landwirtschaftskammern, Behörden-Vertreter*innen der Länder und des Bundes tagen bis Mittwoch in Echem

Herdenschutz-Infotag in Northeim-Bühle
Der bestmögliche Schutz von Weidetieren auf schwierigem Gelände wie felsigem Untergrund oder Hanglagen (im Bild eine Szene von einem Herdenschutz-Infotag in Northeim) ist eines der Themen auf der Tagung der Herdenschutzfachleute in Echem.christian mühlhausen
Echem – Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist nicht nur für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter eine große Herausforderung, sondern auch für die Organisationen und Behörden, die sich zur Unterstützung der Tierhalter*innen für einen bestmöglichen Herdenschutz einsetzen. Noch bis Mittwoch tagen im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Echem (Kreis Lüneburg) mehr als 30 Mitglieder der bundesweit aktiven Landesarbeitsgruppe Herdenschutz. 

Fachleute der LWK und weiterer Kammern, des Wolfsbüros im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie Vertreter*innen weiterer Behörden diskutieren bei Exkursionen und Vorträgen darüber, wie die Bundesländer noch besser auf die wachsende Präsenz des Wolfs reagieren sollten.

Erfahrungsaustausch mit Schäfereien und Tierhalter*innen

Neben der Wirksamkeit und Alltagstauglichkeit der Herdenschutzzäune, die seit vergangenem Jahr als Dauerausstellung im LBZ Anziehungspunkt für ratsuchende Weidetierhalterinnen und -tierhalter sind, geht es während der Fachtagung beispielsweise um weitere Methoden der Prävention, der finanziellen Entschädigung sowie um den Austausch mit Schäfereien und Tierhalter*innen, die ihre Erfahrungen beim Herdenschutz einbringen.

„Immer wieder taucht während unserer Beratungen die Frage auf, wie Weidetiere auf schwierigem Gelände, etwa auf felsigem Untergrund, an Deichen oder an Gräben, bestmöglich geschützt werden können“, berichtet Elke Steinbach, bei der LWK zuständig für die Koordination der Herdenschutzberatung. „Bei der Tagung werden wir uns auch über Zaunkontroll- und Vergrämungssysteme austauschen sowie über die Durchlässigkeit von Zäunen für das Wild.“

Präventionen ist Schwerpunkt der Kammer-Arbeit

Die LWK nimmt bei Herdenschutz und Wolfsmanagement im Auftrag des Landes Niedersachsen mittlerweile mehrere Funktionen wahr. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention: Herdenschutzberater*innen des Geschäftsbereichs Landwirtschaft erläutern Nutztierhalter*innen, welche Möglichkeiten bestehen, um Nutztiere durch Zäune und Herdenschutzhunde vor Angriffen zu bewahren. Fachleute des Geschäftsbereichs Förderung bearbeiten nach Maßgabe der Richtlinie Wolf Anträge auf Zuschüsse zum Bau wolfsabweisender Zäune und zur Anschaffung von Herdenschutzhunden sowie Anträge auf Billigkeitsleistungen zum Ausgleich finanzieller Schäden nach Angriffen auf Nutztiere. Forstfachleute der Kammer nehmen Rissbegutachtungen vor, wenn bei einem Nutztierschaden der Verdacht eines Wolfsangriffs besteht.

Niedersachsen ist eines der Bundesländer mit der stärksten Wolfsaktivität: Nach Angaben der Landesjägerschaft Niedersachsen gab es zum Abschluss des 1. Quartals 2022 in Niedersachsen 44 Wolfsterritorien. Darin lebten insgesamt 38 Wolfsrudel, 2 Wolfspaare und 4 residente Einzelwölfe. Insgesamt wurden im 1. Quartal 2022 74 Übergriffe auf Nutztiere dokumentiert. Hierbei wurden insgesamt 174 Tiere getötet oder so stark verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. 

Die Anzahl der Übergriffe auf Nutztiere ist laut des Wolfsmonitorings der Jägerschaft im Vergleich zum vorangegangenen Quartal (103 Fälle) um 24,81 Prozent gestiegen. Bei 69 Fällen wurde der Wolf als Verursacher amtlich bestätigt, in keinem Fall konnte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden. Die meisten Übergriffe hat es auf Schafe gegeben, am zweitstärksten waren Rinder betroffen. Außerdem wurden Angriffe auf Gatterwild, Pferde und Ziegen dokumentiert.


Nutzungserlaubnis für Pressemitteilungen


 

Kontakte

Wolfgang Ehrecke
M.A.
Wolfgang Ehrecke

Pressesprecher

0441 801-200

0152 5478 2738

wolfgang.ehrecke~lwk-niedersachsen.de

Mehr zum Thema

„Durch unsere systematische Neuausrichtung sind wir so modern aufgestellt wie die Landwirtschaft selbst und helfen dieser, sich weiterzuentwickeln“, hob Kammerpräsident Gerhard Schwetje auf der Kammerversammlung am 24.11.2022 hervor.

Neuausrichtung der Landwirtschaftskammer ebnet Betrieben Weg zu wirtschaftlichem Erfolg und optimiertem Ressourcenschutz

Kammerversammlung: Präsident Schwetje sieht sehr gute Perspektiven für Landwirtschaft in Niedersachsen – Erweiterte Beratung ermöglicht Vereinbarkeit von Produktion und ökologischen Dienstleistungen für Gesellschaft

Mehr lesen...
Waldemar Auen (4.v.r.), beschäftigt auf einem Ackerbaubetrieb in Goslar-Jerstedt, is mit dem „Arbeitnehmerpreis für besonderes Engagement“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausgezeichnet worden.

Unermüdliches Engagement: Auszeichnung für Landwirt Waldemar Auen

Arbeitnehmerpreis der Landwirtschaftskammer Niedersachsen würdigt die Bedeutung einer motivierten Belegschaft für die Betriebe der grünen Branche – Preisverleihung während des Gesellschaftsabends in Oldenburg

Mehr lesen...
Profi-Tag Gemüsebau 2022 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover-Ahlem

Herausforderungen und Chancen für den deutschen Gemüsebau in Krisenzeiten

Zuversichtlicher Saisonausklang beim Profi-Tag Gemüsebau 2022 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover – Fachvorträge befassen sich u.a. mit wirtschaftlicher Situation und dem Pflanzenschutz

Mehr lesen...
Messstation der Landwirtschaftskammer in einem Wald im Kreis Oldenburg: Nach den zurückliegenden Dürrejahren haben Niedersachsens Wälder beim Niederschlag einen hohen Nachholbedarf.

Regen für Wald und Felder: Zurzeit zählt jeder Tropfen

Landwirtschaftskammer Niedersachsen: 2022 sind bislang erst zwei Drittel der üblichen Regenmengen gefallen

Mehr lesen...
Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Convention Center in Hannover

​​​​​​​Arbeitswelt im Wandel: Von der Personal- zur Persönlichkeitsentwicklung

Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen diskutiert in Hannover über neuen Arbeitsmarkt – Impulsvortrag „Was Führungskräfte wissen und Mitarbeiter fragen sollten“ von Unternehmer Gunnar Barghorn

Mehr lesen...
Klaus-Jürgen Hacke, 1991 bis 2000 Präsident der damaligen Landwirtschaftskammer Hannover, ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Landwirtschaftskammer trauert um ehemaligen Präsidenten Hacke

Agraringenieur und Landwirt leitete 1991 bis 2000 Geschicke der Kammer Hannover – 37 Jahre aktiv in der Kammerversammlung

Mehr lesen...