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Saat- und Pflanzgutvermehrung: Niedersachsen behauptet bundesweite Spitzenposition

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11. Gemeinsame Saatguttagung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Verbandes Niedersächsischer Saatguterzeuger

Winterroggen
WinterroggenWilli Thiel
Uelzen – Die Vermehrungen von Winterraps ist zur Absicherung hoher Befruchtungsraten in erheblichem Umfang von Norddeutschland in wärmere Gefilde nach Süddeutschland oder Frankreich verlagert worden. Zugleich wurde die Wintergetreidevermehrung in Niedersachsen und Deutschland leicht reduziert. Dies berichtete Dr. Matthias Benke, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) neuer Leiter der Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut, auf der gemeinsam mit dem Verband Niedersächsischer Saatguterzeuger (VNS) veranstalteten Saatguttagung in Uelzen-Veerßen.  

Besonders stark zurückgenommen wurde Benke zufolge die Vermehrung von Winterroggen (-15 Prozent). Insgesamt wurden in Deutschland vorläufig 93.598 Hektar (ha) angemeldet (2021: 98.170 ha, 2020: 102.742 ha), also zum zweiten Mal hintereinander weniger als 100.000 ha Fläche in die Vermehrung gestellt. In Niedersachsen wurden vorläufig 14.977 ha angemeldet – damit hat das Bundesland bundesweit seine Spitzenstellung auch bei diesen Früchten behauptet.

Für Ihre Verdienste bei der erstklassigen Vermehrung von Saatgetreide, Gräsern und Großkönigen Leguminosen zeichneten Kammerpräsident Gerhard Schwetje, VNS-Vorsitzender Albrecht Brammer, sein Stellvertreter Arnd-Kristian Lauenstein sowie Andreas Otte als Vertreter der Züchtung aus dem Hause KWS-Lochow vier Betriebe aus:
 

  • Albrecht Brammer, Walsrode (Heidekreis): Der Betrieb bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 285,25 ha, davon 240 ha Ackerfläche. Als Selbstaufbereiter werden dort rund 3.000 Tonnen pro Jahr saatfertig gemacht. Familie Brammer produziert seit den 1970-er Jahren Saatgut. Aufbereitet werden Stamm-, Vorstufen- und Basisvermehrungen von Wintergerste, Winterroggen, Sommergerste, Winterweizen, Sommerroggen und Hafer.
    Außerdem werden Mais im Vertragsanbau sowie Zuckerrüben angebaut und Grassamen-Vermehrung betrieben.
     
  • Hermann Saucke, Tosterglope (Kreis Lüneburg): Der Betrieb bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 120 ha mit den Fruchtarten Saatweizen, Saattriticale und Pflanzkartoffeln. Außerdem werden Mais und Zuckerrüben angebaut.
     
  • Astrid Schrötke, Natendorf (Kreis Uelzen): Im Betrieb werden 95 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet, davon 45 ha Vermehrungsfläche mit Wintergerste, Winterweizen. Dinkel, Ackerbohne und Erbse. Der Betrieb wird ökologisch bewirtschaftet, die Auszeichnung erhielt Schrötke für die hervorragende Vermehrung großkörniger Leguminosen.
     
  • Henning Teuwsen, Bleckede (Kreis Lüneburg): Der Betrieb bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 300 ha, davon 100 ha Getreide, davon 52 ha Vermehrung. Vermehrt werden Wintergerste, Winterweizen, Wintertriticale und Sommerhafer.

Die ausgezeichneten Betriebe erhielten eine Urkunde ungerahmt und gerahmt sowie ein Fachbuchpräsent. Das hochwertige Hoftorschild aus Messing wird den Betrieben vor Ort überreicht.

Kammerpräsident Schwetje würdigte weiterhin die Verdienste des langjährigen Leiters der LWK-Anerkennungsstelle, Willi Thiel, der sich von 1991 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Ende März dieses Jahres regional, national und international mit großem Sachverstand und Engagement für Belange des Saatguts einsetzte und die Geschicke der Anerkennungsstelle lenkte. Thiel ist weiterhin als VNS-Geschäftsführer aktiv. Neu in den VNS-Vorstand gewählt wurde Landwirtschaftsmeister Arne Beecken aus Südergellersen.

„Strukturwandel in der Landwirtschaft – wie sieht die Zukunft aus?“ lautete das Thema der auf der Tagung gehaltenen Vorträge aus Sicht eines Landwirts (Kammerpräsident Schwetje) sowie aus Sicht des Naturschutzes (NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann). Bei allen Unterschieden waren sich beide Referenten darin einig, dass Naturschutz nur mit der Landwirtschaft geht. 

Ausdrücklich wünschte NABU-Landesvorsitzender Buschmann keine flächendeckenden Landschaftspflege-Höfe in Deutschland, sondern würde diese Aufgabe lieber bei den landwirtschaftlichen Betrieben sehen. Allerdings machte der NABU-Fachmann mehrfach deutlich, dass das Artensterben insbesondere bei den Insekten, was Artenvielfalt, Insektenbiomasse und Anzahl der Individuen betrifft, das Ökosystem erheblich, wenn nicht dramatisch und existenzgefährdend für alle Lebewesen bedrohe und dass eine Umkehr essentiell sei. 

Nach vorliegenden Studien spielt gerade in der Agrarlandschaft die Bedrohung der Insektenwelt eine sehr große Rolle. Gleichermaßen betonten beide Referenten, dass praktizierter Naturschutz durch die Landwirte gerecht honoriert werden muss und sich nicht auf Ertragsausfälle beschränken darf. Eines von vielen Problemen sind neben der Finanzierung auch die gesellschaftliche Akzeptanz von gelebtem Naturschutz durch Landwirte durch die Bevölkerung.
 


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Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Dr. sc. agr. Matthias Benke

Leiter Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

0511 3665-4370

0152 5478 2474

matthias.benke~lwk-niedersachsen.de


Nadine Spille

0441 801-222

nadine.spille~lwk-niedersachsen.de

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