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Stand:24.08.2022

​​​​​​​Bilanz 2021: Niedersächsische Küstenfischerei fest im Griff der Corona-Pandemie

Frischfisch- und Muschelfischerei mussten 2021 deutliche Rückgänge hinnehmen – Betriebe leiden in diesem Jahr unter stark gestiegenen Betriebskosten

Krabbenkutter im Hafen
Die Anzahl der Fischereifahrzeuge in der niedersächsischen Küstenfischerei ist seit Jahren rückläufig. Das Durchschnittsalter der Kutter liegt bei über 40 Jahren.Philipp Oberdörffer
Oldenburg – Die von der Corona-Pandemie verursachten Marktstörungen haben die wirtschaftliche Situation der Küstenfischerei in Niedersachsen auch 2021 geprägt. Das teilte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mit.

Die Erlöse für Fische, Krabben und Muscheln konnten im vergangenen Jahr zwar insgesamt leicht gesteigert werden. „Diese Steigerung beruhte aber allein auf den höheren Durchschnittspreisen in der Krabbenfischerei, während Frischfisch- und Muschelfischerei deutliche Rückgänge hinnehmen mussten“, erklärte Philipp Oberdörffer vom LWK-Fachbereich Fischerei. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass die Erlöse vor 2019 regelmäßig mehr als ein Drittel höher lagen. „In 2022 leiden alle niedersächsischen Fischereibetriebe unter den stark gestiegenen Betriebskosten und dabei besonders unter der Verdopplung der Treibstoffpreise“, sagte Oberdörffer. Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung seien zurzeit nicht möglich.

Die Anzahl der Fischereifahrzeuge in der niedersächsischen Küstenfischerei ist seit Jahren rückläufig. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Fischereiflotte von 133 auf 120 Fahrzeuge verkleinert. Das Durchschnittsalter der Kutter liegt bei über 40 Jahren, Neubauten hat es seit dem Jahr 2004 nicht mehr gegeben.

Krabbenfischerei

Trotz des positiven Trends war 2021 für die Krabbenfischerei nach 2019 und 2020 das dritte Jahr in Folge, in dem die Jahresumsätze gut ein Drittel unterhalb des langjährigen Mittels lagen. Mit durchschnittlich 4,30 Euro pro Kilogramm (kg) fiel der Erzeugerpreis gegenüber dem Vorjahr (3,90 Euro/kg) zwar deutlich höher aus, die Menge konnte aber nur wenig gesteigert werden. Mittlerweile haben selbst alteingesessene Betriebe ihre Reserven angreifen müssen, um die ungewöhnlich lange Durststrecke zu überbrücken.

Muschelwirtschaft

Für die Muschelwirtschaft war das Jahr 2021 durch ungünstige Wetterverhältnisse, wenig Saatmuscheln und geringen Verkauf geprägt. Insgesamt war dies nun das zehnte Jahr mit unterdurchschnittlichen Umsätzen, die die laufenden Betriebsausgaben der vier niedersächsischen Muschelfischereibetriebe kaum decken und Investitionen in die Zukunft massiv erschweren.

Kleine Hochseefischerei

Die Kleine Hochseefischerei in Niedersachsen hatte in 2021 mit sinkenden Fangmengen und Umsätzen zu kämpfen. Die wirtschaftlich wichtigsten Arten waren weiterhin Seelachs, Kabeljau, Scholle, Kaisergranat und Seezunge. Die Ursachen für den negativen Trend lagen in Quotenkürzungen und den anhaltenden Nachwehen der Corona-Pandemie, außerdem sind trotz einer vermeintlichen Brexit-Einigung in letzter Minute die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU deutlich spürbar gewesen. Die von der EU eiligst zur Verfügung gestellten Hilfsgelder (Brexit-Anpassungsreserve) sind auch Mitte 2022 noch nicht bei den Betrieben angekommen, denen mit dem Abkommen mittelfristig 25 Prozent ihrer Fangquoten genommen wurden, die in den kommenden fünf Jahren Schritt für Schritt an Großbritannien übertragen werden.

 


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